10 000 Menschen in Nordindien wegen Dammbruch-Gefahr evakuiert
publiziert: Samstag, 24. Aug 2002 / 16:29 Uhr

Peking/Neu Delhi - Das Hochwasser im chinesischen Dongting-See soll am Sonntag einen Höhepunkt erreichen. Millionen von Menschen sind von den Wassermassen bedroht.

In der chinesischen Provinz Hunan waren mehr als eine Million Helfer mobilisiert worden, um die Deiche des zweitgrössten Sees in China zu bewachen oder zu reparieren. Dort wo See und Jangste-Strom sich treffen, stand das Wasser drei Meter über der Hochwassermarke. Hunderttausende von Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Auch das Hochwasser im Xiangjiang-Fluss, der in den See fliesst, lag knapp vier Meter über der Alarmschwelle. Ausser Hunan waren auch die Provinzen Hubei, Jiangxi, Jiangsu sowie in Südchina Guangdong und Guangxi betroffen.

Vizeministerpräsident Wen Jiabao warnte, dass im Kampf gegen das Hochwasser keine Fehler gemacht werden dürften, da sonst eine Katastrophe drohe.

Durch die sommerlichen Unwetter sind in China bereits mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Vor vier Jahren waren bei Überschwemmungen in China über 4000 Menschen gestorben und rund 14 Millionen obdachlos geworden.

Auch im Norden Indiens wird gegen das Hochwasser gekämpft. So mussten aus Furcht vor dem möglichen Bruch eines Staudamms mehr als 10 000 Menschen aus ihren Dörfern evakuiert werden.

Der 88 Jahre alte, aus Erde bestehende Ahmadpur-Damm im Bundesstaat Madhya Pradesh sei durch schwere Regenfällen bereits durchlässig, teilte ein Beamter mit.

Am Mittwoch waren beim Bruch eines anderen Damms in der gleichen Region 10 Menschen getötet worden, 24 werden noch vermisst. Von den mehr als 25 Dämmen in der Gegend sind nach Behördenangaben mindestens fünf nach mehrtägigen Regenfällen durchlässig geworden.

Im ostindischen Bundesstaat Bihar droht der Ausbruch einer Epidemie, obwohl das Hochwasser zurückgegangen ist. Mindestens 50 000 Menschen leiden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den Überflutungsgebieten an der durch Parasiten ausgelösten Krankheit Kala-Azar. Ohne Behandlung soll sie in 95 Prozent der Fälle tödlich sein.

(ms/sda)

Ein männliches und ein weibliches Tier wurden bereits im vergangenen Jahr in dieser Gegend registriert.
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