13 Tote bei Sturm in Nordeuropa
publiziert: Sonntag, 9. Jan 2005 / 10:30 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 9. Jan 2005 / 11:54 Uhr

Kopenhagen/London - Bei einem schweren Wintersturm über Nordeuropa sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Allein in Schweden und Dänemark starben zehn Menschen durch herabstürzende Bäume oder schwere Gegenstände.

Nur wer unbedingt musste, wagte sich noch hinaus.
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Wie das schwedische Radio berichtete, starben sechs Schweden durch die Unwetter. In Dänemark kamen nach Polizeiangaben vier Menschen ums Leben. Nach dem Abklingen des Sturms mit Orkanstärke waren am Morgen fast eine halbe Million Haushalte in beiden Ländern ohne Strom. In Schweden wurden am Samstag fünf der insgesamt elf Atomreaktoren abgeschaltet.

In dem Land wird die Hälfte des Strombedarfs durch Atomkraft erzeugt. Der fast vollständig lahm gelegte Verkehr mit Fähren, Zügen, Bussen sowie Autos lief am Morgen wieder weitgehend normal.

Viele mussten ihre Häuser verlassen

In Grossbritannien kamen in der Nacht mindestens drei Menschen ums Leben. Die drei Toten wurden nach Angaben der Polizei in der nordwestenglischen Stadt Carlisle gefunden. Die Stadt blieb nach den schwersten Überschwemmungen seit 40 Jahren auch am Sonntag weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten.

Rund 80 000 Haushalte hatten in der Nacht keinen Strom, tausende Menschen mussten ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Einige Zufahrtsstrassen wurden zwar wieder geöffnet, doch appellierte die Polizei an Autofahrer, nicht in die Stadt zu fahren.

Lastwagen einfach umgeblasen

Militärhelikopter hatten am Vortag mindestens 15 Einwohner von den Dächern ihrer Häuser geholt. Andere Leute brachten sich mit Booten in Sicherheit. Vor der Küste Westschottlands lief im Sturm eine Fähre auf Grund. Die 43 Passagiere und 57 Beatzungsmitglieder mussten die Nacht wegen des stürmischen Wetters an Bord verbringen. Niemand sei verletzt, es bestehe "keine unmittelbare Gefahr", hiess es von der Küstenwache. Auf einer britischen Autobahn warfen Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von 130 Kilometern in der Stunde mehrere Lastwagen um. Eine Reihe von Autobahnen und Brücken wurde gesperrt. Auch manche Züge fuhren nicht mehr.

Auch nördlich von Amsterdam wurde die Autobahn A 17 vorübergehend gesperrt. Mehrere Fährverbindungen wurden vorübergehend eingestellt. In Deutschland fegte das Orkantief "Erwin" mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 150 Kilometern pro Stunde über den Norden und die Mittelgebirge.

(rp/sda)

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