25 Jahre Atomkatastrophe Tschernobyl: Gedenken in Kiew und New York
publiziert: Dienstag, 26. Apr 2011 / 16:10 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 26. Apr 2011 / 16:37 Uhr

Kiew/Moskau - Im Gedenken an die Opfer der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat UNO-Chef Ban Ki Moon in New York die Friedensglocke der Vereinten Nationen geläutet. In der Ukraine haben die Gedenkfeiern an die Tausenden Opfer des Super-GAU bereits in der Nacht begonnen.

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Um 1.23 Uhr Ortszeit (0.23 Uhr MESZ) erklangen 25 Schläge mit der Tschernobyl-Glocke. Diese läutet traditionell das Erinnern am Jahrestag des Unglücks ein. Auch unter dem Eindruck der Reaktorunglücke im japanischen Fukushima wird weltweit der Atomkatastrophe gedacht.

In einer Erklärung zum 25. Jahrestag des Super-GAUs forderte Ban alle Welt auf, «die letzte Wolke über Tschernobyl zu beseitigen und den Menschen, die zu lange unter ihrem Schatten gelebt haben, zu einer besseren Zukunft zu verhelfen». Für die meisten Betroffenen sei die Rückkehr zur Normalität möglich, solange die internationale Gemeinschaft mit Investitionen und Jobs helfe, sagte er.

Nach der Gedenkfeier wollten sich auch die 192 Mitgliedsländer der UNO-Vollversammlung in New York mit dem schlimmsten nuklearen Unfall der Geschichte befassen.

Gefahr noch nicht gebannt

Der provisorisch abgedichtete Reaktorblock von Tschernobyl droht seit Jahren einzustürzen. Ein geschätzt 1,6 Milliarden Euro teurer Sarkophag soll den brüchigen Schutzmantel ersetzen.

Unter dem Provisorium aus Stahl und Beton vermuten Experten noch 190 Tonnen hoch radioaktives Material. Auch nach einer internationalen Geberkonferenz in der Vorwoche fehlen noch mehr als 200 Millionen Euro für die Finanzierung des Jahrhundert-Projekts.

Am 26. April 1986 um 01.23 Uhr war der Reaktor 4 des Kraftwerks im Norden der Ukraine explodiert, nachdem er sich nach einem ausser Kontrolle geratenen Experiment überhitzt hatte. Die Strahlung entsprach der Explosion von mindestens 200 Hiroshima-Atombomben.

Japan wehrt sich gegen Tschernobyl-Vergleich

Die Atomunfälle von Fukushima und Tschernobyl sind nach Darstellung der japanischen Regierung nicht miteinander vergleichbar. «Es ist eindeutig, dass beide Fälle unterschiedlicher Natur sind», sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag anlässlich des 25. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

Die in Fukushima freigesetzte Menge Radioaktivität stelle nur ein Zehntel der Menge dar, die am 26. April 1986 in Tschernobyl ausgetreten sei. Wie Tschernobyl auch wird Fukushima als «katastrophaler Unfall» auf der höchsten Stufe 7 der internationalen Bewertungsskala INES bewertet.

(fest/sda)

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