Borregaard schliesst Fabrik - 440 Stellen weg
publiziert: Montag, 29. Sep 2008 / 11:54 Uhr / aktualisiert: Montag, 29. Sep 2008 / 15:21 Uhr

Solothurn - Aus für die Zellstofffabrik des norwegischen Konzerns Borregaard im solothurnischen Luterbach/Riedholz. Das Werk wird wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten geschlossen. 440 Angestellte verlieren ihren Arbeitsplatz.

Den definitiven Stillegungsentscheid will die Konzernleitung nach Ablauf der 30-tägigen Konsultationsfrist fällen.
Den definitiven Stillegungsentscheid will die Konzernleitung nach Ablauf der 30-tägigen Konsultationsfrist fällen.
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Borregard hatte im Juli ein Kostensenkungsprogramm eingeleitet. Das reiche jedoch nicht aus, um das Unternehmen aus der Verlustzone zu bringen, sagte Jørn Syvertsen, Präsident des Verwaltungsrates der Booregaard Schweiz, an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz in Solothurn.

Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens habe sich in den vergangenen Monaten stark verschlechtert. Gründe dafür seien markant gestiegene Rohstoff- und Energiepreise sowie ein starker Preis- und Absatzeinbruch in den Hauptäkrten Asiens.

Detailierte Abklärungen hätten ergeben, dass keine Aussicht bestehe, das Unternehmen rentabel zu gestalten. «Wir sind nicht mehr konkurrenzfähig», sagte Syvertsen. Ein Verkauf des Unternehmens sei «unrealistisch».

Rentabilität nie erreicht

Borregaard habe 2002 die damalige Attisholz AG mit dem Ziel gekauft, hoch veredelte Zellstoffe zu produzieren und das Werk als Nischenanbieter im internationalen Markt zu positionieren. Zwar sei es gelungen, mit einigen Spezialprodukten Erfolge zu erzielen. Insgesamt sei es aber nie gelungen, rentabel zu arbeiten.

Syvertsen wies zudem auf die hohen Investitionen hin. Borregaard kämpft am Standort Riedholz mit Umweltproblemen bei der Abluft und beim Abwasser. Der Regierungsrat hatte im Mai dem Unternehmen eine letzte Frist bis Ende 2010 zugestanden, die Emmissionen in die Aare auf das «zulässige Mass» zu reduzieren.

Den definitiven Stillegungsentscheid will die Konzernleitung nach Ablauf der 30-tägigen Konsultationsfrist fällen. Wenn bis Ende Oktober kein Investor gefunden wird, soll das Werk Mitte Dezember geschlossen werden.

Laut Stefan Meili, Chef der Borregaard Schweiz, wird für die 440 Mitarbeiter und 45 Lehrlinge ein Sozialplan ausgearbeitet und ein Job-Center eingerichtet. Neben Abgangsentschädigungen würden auch vorzeitige Pensionierungen angeboten.

Ein «herber Schlag» für die Waldwirtschaft

Mit «ausserordentlichem Bedauern» hat der Verband Waldwirtschaft Schweiz auf die angekündigte Schliessung reagiert. Er sei ein «herber Schlag» für die Waldwirtschaft. Überraschend sei der Entscheid jedoch nicht, hält der Verband in einer Mitteilung fest.

Die Gewerkschaft Unia ist entrüstet über die Absicht der Borregaard, die Zellstofffabrik zu schliessen. Die Gewerkschaft fordert Alternativen zum Kahlschlag.

(dl/sda)

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