Deiss zieht positive Bilanz nach UNO-Umweltgipfel

publiziert: Donnerstag, 5. Sep 2002 / 19:56 Uhr

Bern - Trotz aller Enttäuschungen bleibt ein grosses Plus. Diese Bilanz zieht Bundesrat Joseph Deiss nach dem Ende des UNO-Umweltgipfels. In Johannesburg sei ein neues Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung entstanden.

Der Aktionsplan, der am Gipfel verabschiedet wurde, sei unpräzise und enthalte kaum Zeitvorgaben, sagte Deiss an einer Medienkonferenz in Bern. Aber immerhin sei dieser Aktionsplan der Konsens, der kleinste gemeinsame Nenner von 191 Staaten, gab er zu bedenken.

Nun gelte es, die eingegangenen Verpflichtungen und Versprechen umzusetzen. Dafür werde sich die Schweiz international einsetzen, versprach Deiss.

Vor allem aber müsse zu Hause das geschehen, was die Schweiz von anderen Staaten erwarte. Beispielsweise müssten die Alpenkonvention und das Kyoto-Protokoll rasch ratifiziert werden, forderte Deiss.

Die Schweizer Delegation habe am Umweltgipfel sehr gute Arbeit geleistet, erklärte Deiss. Die Schweiz sei in Johannesburg präsent und sichtbar gewesen. Der Schweizer Pavillon sei zu einem Begegnungsort geworden.

Philippe Roch, Leiter des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), wies vor allem auf die enge Zusammenarbeit mit Norwegen hin. Gemeinsam habe verhindert werden können, dass die Handelsabkommen vor die Umweltabkommen gestellt wurden.

Als weiteren Erfolg führte Deiss die Schweizer Initiative für nachhaltige Entwicklung in den Bergregionen an. Mehr als 20 Länder und mehrere Organisationen wollen bereits daran teilnehmen, unter anderem auch Russland und Kanada.

Dagegen seien die Beschlüsse zur Energie, der Gesundheit und den Menschenrechten unbefriedigend ausgefallen, sagte Deiss. Johannesburg habe gezeigt, dass es voran gehe, was die nachhaltige Entwicklung anbelange. Nur gehe es eben nur langsam voran.

(ms/sda)

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