Freibäder
Die Badesaison 2014 fiel ins Wasser - ausser in Lausanne und Bern
publiziert: Dienstag, 16. Sep 2014 / 11:02 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 16. Sep 2014 / 14:08 Uhr
Der sensationelle Juni hat vielen Badis die Saison gerettet. (Symbolbild)
Der sensationelle Juni hat vielen Badis die Saison gerettet. (Symbolbild)

Bern - Die Badesaison 2014 ist für viele Badis ein Flop gewesen. Bis zur Hälfte lag die Anzahl Eintritte unter dem Durchschnitt. Die Saison war ausser in Bern, Lausanne und Zürich lausig. Das Lausanner Bad «de Montchoisi» erzielte das drittbeste Ergebnis seit Bestehen.

2 Meldungen im Zusammenhang
Das Erfolgsgeheimnis des Lausanner Bades mit Wellenbad nahe des Bahnhofs liegt in den beheizten Becken, wie Geschäftsführer Christian Barascud der Nachrichtenagentur sda sagte. Man habe viele Stammgäste. Die seit 26 Jahren bestehende Badi zählte in diesem Jahr 67'000 Eintritte, im Rekordjahr 2012 waren es 74'000.

Sogar das Strandbad der Westschweizer Olympiastadt, das 1937 erbaute Bellerive, hat schon schlechtere Zeiten erlebt: 2007 wurden nur 105'000 Eintritte gelöst. In diesem Jahr wurden 130'000 Eintritte gezählt, 20'000 weniger als im Jahresschnitt.

70'000 Badelustige am Pfingstmontag

Allzu schlecht, wie es der allgemeine Eindruck vom Sommerwetter vermuten liesse, war auch die Zürcher Badisaison nicht. Patrick Müller, Leiter der Badeanlagen, sprach auf Anfrage von einem «knapp durchschnittlichen Sommer».

Vor allem der sensationelle Juni, der alle Rekorde brach, habe die Saison gerettet. Am Pfingstmontag verzeichneten die Zürcher Badis mit 70'000 Besucher einen Allzeitrekord. «Jeder vierte Zürcher war an diesem Tag in der Badi», sagte Müller.

Weil der Juli nur «mittelmässig» und der der August sogar «schlecht» gewesen sei, habe der diesjährige Sommer aber nicht mit dem letzten mithalten können. Der Sommer 2013 war als Rekordjahr in die Zürcher Badigeschichte eingegangen.

Insgesamt verzeichneten die Zürcher Freibäder bis Mitte September knapp 1,1 Millionen Besucherinnen und Besucher. Die Badi am Utoquai ist noch geöffnet.

St. Gallen: Die Hälfte weniger

Im Osten der Schweiz dagegen dürfte die Badesaison zu den schlechtesten der Badi-Geschichte gehören. In St. Gallen machten die Bäder schon Ende August dicht. Der beim Sportamt für die Badis Verantwortliche kann sich keiner Badesaison entsinnen, die schlechter gewesen wäre. Und Heinz Brunner ist bereits seit 27 Jahren im Amt.

Die Besucherzahlen der vier St. Galler Bäder liegen rund die Hälfte unter dem Zehnjahresschnitt, wie Brunner sagte. In anderen schlechten Jahren waren es nur 30 Prozent weniger gewesen.

«Uns haben einige warme Sommertage am Stück gefehlt», sagte Brunner. Stattdessen habe es praktisch jeden zweiten Tag geregnet. Einzig an Pfingsten im Juni herrschte in St. Gallen Prachtwetter. «Am Pfingstwochenende haben wir einen Drittel aller Eintritte dieser Saison verkauft.»

Luzern betet für den Sommer 2015

An Pfingsten erlebte auch das Strandbad Lido Luzern einen Ansturm. Die Hoffnung auf einen heissen Sommer bröckelte aber im Juli und zerschlug sich im August. Im August habe das Lido 9000 statt der üblichen 30'000 Eintritte verkauft, sagte Geschäftsführer Marcel Wiesler.

Eintritte und Einnahmen liegen rund einen Drittel unter dem Schnitt. Dieser liegt bei 100'000 Eintritten. Wiesler geht für 2014 von einem Verlust für das privat betriebene Bad aus. «Wir hoffen oder beten einfach noch etwas mehr als sonst für einen schönen nächsten Sommer.»

Eingetrübte Sonnenstube

Auch die Tessiner dürften auf 2015 hoffen. Denn im Sommer 2014 benötigte man auch in der Sonnenstube oft einen Regenschirm - die Badesaison war entsprechend schlecht. «Für uns war es ein Desaster», sagte Giorgio Bernasconi, der in Bellinzona die Sporteinrichtungen betreut. Rund 50 Prozent weniger Eintritte als im Jahresschnitt zählte wurden im Freibad der Kantonshauptstadt gezählt.

Die Bilanz des Lido in Lugano war ähnlich: Im Juli und August kamen halb so viele Gäste wie 2013. «Und diese Saison war schon unterdurchschnittlich», sagte Roberto Marza vom Lido. Um aufzuholen, wird die Saison nun bis Ende September verlängert.

Beim Lido Locarno beläuft sich der Verlust auf minus 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Leitung erklärte. Da das Strandbad auch ein Hallenbad hat mit mehreren Rutschbahnen und Becken, ist das Bad auch eine Alternative bei Schlechtwetter.

Sprung ins (kalte) Wasser in Bern

In Bern war der Sommer durchschnittlich: Das Sportamt zählte in den sechs Fluss- oder Freibädern rund 690'000 Gäste, 10'000 mehr als im Durchschnitt.

Im Marzilibad unter dem Bundeshaus wurden aber mit 230'000 weit weniger Besucher gezählt als im Vorjahr (400'000). «Das Marzili ist stark von der Aare abhängig; deren Temperatur erreichte nur zwei Mal 20 Grad», sagte Markus Gasser vom Sportamt. Auch er selbst machte in diesem Jahr keinen «Aareschwumm».

Die Badi-Beizen bekamen das Wetter auch zu spüren: Gemäss den Stadtbauten Bern lagen die Juli-Einnahmen weit unter dem Vorjahr. Auch für August wird mit einem Minus gerechnet.

Gasser hat eine Erklärung parat: «Da alle Freibäder gratis sind, riskiert man schon bei etwas Sonnenschein einen Sprung ins Wasser. Doch das Wetter lud kaum zum stundenlangen Baden ein, weshalb auch weniger konsumiert wurde.»

(flok/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - In der EU und der Schweiz ... mehr lesen
In Europa kann man überall bedenkenlos baden.
Das Wetter machte den Badis einen Strich durch die Rechnung.
Bern - Das oft schlechte Wetter im ... mehr lesen
Wasserhose auf dem Meer
Wasserhose auf dem Meer
Ein Naturspektakel, das häufig in der Schweiz auftritt  Eine Wasserhose ist genau genommen nichts anderes als ein schwacher Tornado über einer Wasserfläche, ist aber meist bei Weitem nicht so gefährlich wie herkömmliche Tornados, die mit ihrer zerstörerischen Kraft oft ganze Gebiete dem Boden gleich machen. mehr lesen 
Publinews Das sollten Autofahrer bei der Wahl der Reifen für die jeweilige Jahreszeit beachten  Das die Wahl der richtigen Reifen einen nicht unwesentlichen Anteil an der Sicherheit auf Europas Strassen hat ist ... mehr lesen  
Reifen für Autos
250 Personen waren für einen Tag vom Rest des Tals abgeschnitten.
Alarmbereitschaft in Bleniotal  Bern - Mit Unwetterschäden neigt sich in der Schweiz ein zu nasser und zu kühler Mai dem Ende zu. Die Temperaturen lagen landesweit rund ein halbes Grad unter dem Mittel der Jahre ... mehr lesen  
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
     
Der junge Picasso - Blaue und Rosa Perode 3. Februar - 26. Mai 2019 in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel
Publinews Fondation Beyeler: 3. Februar - 26. Mai 2019  Als Kulturhöhepunkt des Jahres 2019 präsentiert die Fondation Beyeler Pablo Picassos frühe Meisterwerke der sogenannten Blauen und Rosa Periode in ... mehr lesen
Publinews Uhrenmuseum Beyer  Das Uhrenmuseum Beyer gilt als eine der grossen Attraktionen Zürichs. Es befindet sich an der berühmten Einkaufsmeile inmitten von Zürich und ist durch das Ladenlokal ... mehr lesen
Ausstellung: «Die Katze. Unser wildes Haustier»
Publinews Ausstellung im Naturmuseum Thurgau  Die Katze ist das beliebteste Haustier in der Schweiz. Mal ist sie anschmiegsam, oft distanziert, immer ist sie eigenwillig. Die neue Sonderausstellung im Naturmuseum ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF