Drei Tote bei Unwettern in der Ostschweiz
publiziert: Sonntag, 1. Sep 2002 / 10:07 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 1. Sep 2002 / 14:59 Uhr

Lutzenberg (AR) - Die schweren Unwetter im Appenzellerland haben in der Nacht auf Sonntag in Lutzenberg AR drei Todesopfer gefordert. Sie wurden in ihren Häusern von Erdmassen verschüttet.

In der ganzen Ostschweiz sind die Feuerwehren im Dauereinsatz.
In der ganzen Ostschweiz sind die Feuerwehren im Dauereinsatz.
Rund 50 Personen wurden in der Nacht evakuiert, 32 davon in Lutzenberg, wie Polizei und Feuerwehr an einer Medienkonferenz mitteilten. Die Evakuierten werden von Samaritern und einem speziellen Care-Team betreut. Vom Unwetter am schwersten betroffen sind die Ausserrhoder Kantonsteile Vorder- und Mittelland. In Lutzenberg wurde um etwa 3.30 Uhr ein Haus durch einen Erdrutsch verschüttet.

Aus sechs weiteren Häusern, die in Lutzenberg ins Rutschen gerieten, mussten die Bewohnerinnen und Bewohner aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Auch in Trogen wurden die Bewohner dreier Häuser evakuiert.

In allen 13 Gemeinden des Appenzeller Mittel- und Vorderlands sowie in den Hinterländer Orten Urnäsch und Hundwil kam es in der Nacht zu starken Überschwemmungen und Erdrutschen. Bisher gingen laut Polizeikommandant Hansjörg Ritter 450 Schadensmeldungen ein. In den betroffenen Gemeinden seien Feuerwehren, Polizei, Bauämter und Strassenunterhaltsdienste pausenlos im Einsatz, hiess es.

Wegen der heftigen Regenfälle in der Nacht ist im Kanton St. Gallen die Goldach über die Ufer getreten. Das SAK Unterwerk Goldach wurde innerhalb weniger Minuten überflutet. Die Bewohner der zwei Häuser im Areal konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Das Unterwerk wurde beschädigt und stark verunreinigt, wie der Mediendienst der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG am Sonntag mitteilte. Es musste ausgeschaltet werden. Die Region wird durch umfangreiche Umschaltungen notfallmässig mit Strom versorgt.

Zehn Strassen im Appenzellerland sind zur Zeit nicht mehr befahrbar. Unterbrochen sind auch mehrere Eisenbahnverbindungen zwischen St. Gallen und Herisau, St. Gallen und Gais AR sowie St. Gallen und Speicher AR. Über das gesamte Ausmass der Schäden könnten noch keine Angaben gemacht werden, hiess es.

(ba/sda)

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