Klimaphänomen bedroht Afrika
El Niño könnte Hungersnot bescheren
publiziert: Freitag, 16. Okt 2015 / 11:03 Uhr
El Nino fegt bereits über Südafrika. (Symbolbild)
El Nino fegt bereits über Südafrika. (Symbolbild)

Johannesburg - Das globale Klimaphänomen El Niño verursacht Wetterextreme in vielen Regionen der Welt und bedroht Millionen Menschen in Zentralamerika, Asien und vor allem in Afrika. Hilfsorganisationen warnen vor einer neuen Hungersnot.

7 Meldungen im Zusammenhang
Hohe Lebensmittelpreise, je nach Region zu wenig oder zu viel Wasser, schlechte Ernten, Stromrationierung: El Niño wirbelt zur Zeit im Südlichen Afrika wie auch in vielen anderen Teilen der Welt die Ernteprognosen durcheinander.

Das Phänomen entsteht im Abstand von mehreren Jahren im tropischen Pazifik und verursacht extremes Wetter in etlichen Ländern. Im Südlichen Afrika bedeutet das: Dürre in Staaten wie Namibia, Malawi oder Mosambik, und sintflutartige Regenmassen in Teilen von Tansania oder der Demokratischen Republik Kongo.

Stärkster El Niño seit 35 Jahren

«Das aktuelle El Niño-Phänomen dürfte eines der stärksten der vergangenen 35 Jahre sein», warnt bereits das Regionalbüro der UN-Nothilfe (Ocha) in Südafrikas Metropole Johannesburg. Es dürfte nicht nur zu Ernteausfällen, sondern auch zum Ausbruch von Krankheiten und Wassermangel führen.

Das Regionalbüro schätzt den Ausfall bei der Getreideernte in den 15 Ländern der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) auf 21 Prozent.

Schon jetzt ist der von Sambia und Simbabwe gemeinsam für die Stromgewinnung genutzte riesige Kariba-Staudamm so trocken, dass die Simbabwer in einigen Vierteln der Hauptstadt Harare gerade mal sechs Stunden pro Tag Strom haben.

Lebensmittelpreise steigen

Auch Südafrika stöhnt unter der Hitzewelle: In einigen nördlichen Städten kletterte das Thermometer auf bis zu 39 Grad Celsius. Farmer klagen über Ernteausfälle, Verbraucher über drastisch steigende Lebensmittelpreise. Denn Importe von Nahrungsmitteln aus dem Ausland haben sich angesichts des Kursverfalls vieler Landeswährungen drastisch verteuert.

Die Ocha-Experten warnten in Johannesburg, im Südlichen Afrika seien mindestens 13,5 Millionen Menschen durch erhebliche Nahrungsengpässe gefährdet. Der Höhepunkt des Wetterphänomens wird für Ende des Jahres erwartet - er könnte somit Auswirkungen auf die aktuelle Pflanzzeit haben. Auch Äthiopien hatte um internationale Hilfe zur Versorgung von 8,2 Millionen Menschen gebeten.

Die US-Klimabehörde NOAA geht ebenfalls davon aus, dass 2015 als extrem starkes El Niño-Jahr in die Geschichte eingehen könnte. Zusammen mit der Klimaerwärmung könnte El Niño bis Jahresende auch zu einem erneuten weltweiten Korallensterben führen. Die NOAA führt bereits jetzt erste Starkregenfälle im US-Staat Kalifornien und Dürre samt Waldbränden in Indonesien auf das Klimaphänomen zurück.

Dengue in Südostasien

Menschen in Südostasien dürfte das Wetterphänomen in diesem und im kommenden Jahr eine besonders heftige Dengue-Epidemie bescheren. Eine Langzeitanalyse in acht Ländern der Region zeigt, dass hohe Temperaturen die Stärke der Epidemien erhöhen.

Im El Niño-Zeitraum 1997/1998 sei die Zahl der Erkrankungen auf Rekordniveau gestiegen, berichtet ein Team um Willem von Panhuis von der University of Pittsburgh (Fachjournal «PNAS»). In Ostafrika dagegen leidet Tansania nach heftigen Regenfällen im Norden des Landes gerade unter einem Choleraausbruch.

(sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wetter.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Harare - Wegen einer schweren ... mehr lesen
In Simbabwe ist es derzeit sehr trocken.
Genf - Das durch die Veränderung ... mehr lesen
Reto Gerber, CEO von World Vision Schwiez, begutachtet interessiert das Gemüse, das Musafiram und Laltidevi anbieten.
World Vision Am heutigen Welternährungstag begleiten wir zwei Inder an den grössten ... mehr lesen
Achtens Asien Weite Teile Südostasiens sind derzeit ... mehr lesen
Singapur, 14. September 2015: Gesundheitsgefärdender «Haze» hängt in der Luft.
Weitere Artikel im Zusammenhang
In Süddeutschland beginnt das Aufräumen.
Während im Süden aufgeräumt wird trifft es die nächste Region  Schwäbisch Gmünd - Gewitter mit Starkregen haben in Deutschland nach den verheerenden Unwettern im Süden nun auch Nordrhein-Westfalen getroffen. Laub und Schlamm verstopften Kanalrohre, das Wasser lief über die Strassen und flutete Keller. Verletzt wurde ersten Angaben zufolge niemand. mehr lesen 
Schlamm und Schutt  Schwäbisch-Gmünd - Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen sind in Süddeutschland vier Menschen ums Leben gekommen. In Schwäbisch Gmünd wurden am Montag zwei Männer tot geborgen, sie waren in einen Kanalschacht gesogen worden. mehr lesen  
Region westlich von Houston besonders betroffen  Washington - Bei schweren Unwettern im US-Bundesstaat Texas sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Besonders betroffen war die Region westlich der Millionenstadt Houston, wie ... mehr lesen
Wasserstand steigt weiter  Heilbronn - Bei den schweren Unwettern und Überschwemmungen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ist die Opferzahl auf vier gestiegen. Am Sonntagabend starb ein 13 Jahre altes Mädchen an einer Bahnstrecke, wie die Polizei in Aalen am Montag meldete. mehr lesen  
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
         
GIACOMETTI BACON vom 29.4. bis 2.9. in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel
Publinews Fondation Beyeler: 29. April - 2. September 2018  Basel - Mit Alberto Giacometti und Francis Bacon präsentiert die Fondation Beyeler ab dem 29. April 2018 zwei herausragende Protagonisten der Moderne, Freunde ... mehr lesen
Stimmungsbild aus der aktuellen Ausstellung im Naturmuseum Thurgau
Publinews Ob schlau, hinterlistig, tollpatschig oder gutmütig - in Märchen verkörpern Tiere menschliche Eigenschaften und prägen damit unser Tierbild. Manchmal ergänzen ... mehr lesen
Luftaufnahme Stiftsbezirk
Publinews Besuchen Sie die Region St.Gallen-Bodensee  Eine Wanderung mit Sicht auf den Bodensee, eine rasante Velofahrt über Stock und Stein oder ein gemütlicher Spaziergang entlang mediterraner ... mehr lesen
Seilpark Gantrisch AG
Publinews Seilpark Gantrisch... gigantrisch  Seilpark Gantrisch; der sympathische Seilpark mit den höchsten Plattformen in der Schweiz. mehr lesen
Landesmuseum Zürich
Publinews Landesmuseum Zürich  Das meistbesuchte kulturhistorische Museum der Schweiz präsentiert Geschichte von den Anfängen bis heute. Zusätzliche Eindrücke bieten die ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF