«Energiestadt»-Label immer begehrter
publiziert: Mittwoch, 9. Jul 2008 / 09:17 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 9. Jul 2008 / 10:10 Uhr

Bern - Der hohe Ölpreis und die Klimadebatte veranlassen Städte und Gemeinden, Energie zu sparen und die Emissionen zu senken. Die Nachfrage nach dem «Energiestadt»-Label, das zu nachhaltigem Handeln verpflichtet, steigt.

Ohne Massnahmen bei den Gebäuden sei das Label nicht zu haben: Vorne ein vorbildlich gedämmtes Haus, im Hintergrund die reine Energieverschwendung.
Ohne Massnahmen bei den Gebäuden sei das Label nicht zu haben: Vorne ein vorbildlich gedämmtes Haus, im Hintergrund die reine Energieverschwendung.
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Energiestadt
European Energy Award
www.energiestadt.ch

161 Kommunen mit ingesamt 2,6 Millionen Einwohnern trugen das blau-weisse Label im Juni 2008. Ziel ist, mit dem Programm rund 75 Prozent der Einwohner zu erreichen, sagt Kurt Egger, Leiter Programme Energieschweiz für Gemeinden. Der Ölpreis und die Klimadebatte erhöhten die Nachfrage nach dem Label spürbar.

Zum Sparen verpflichten

«Energiestädte» verpflichten sich, nachhaltig Energie zu sparen, erneuerbare Energien zu fördern und die Emissionen zu senken. Wo mehr Menschen leben, steigt der Druck, gegen Umweltprobleme etwas zu tun, hat Egger festgestellt. Zürich, Basel, Bern, Lausanne und St. Gallen sind Energiestädte.

Genf ist laut Egger auf dem Weg dazu. Gefragt ist die Qualitätsauszeichnung auch bei Tourismus-Gemeinden wie Davos GR und Saas-Fee VS. Ein harziges Pflaster ist dagegen der Kanton Tessin. Vorläufig sind erst Chiasso und Mendrisio sind «Energiestädte».

Mit insgesamt 40 Programmen von EnergieSchweiz werden die CO2-Emissionen pro Jahr um rund 6 Prozent gesenkt. Etwa ein Fünftel davon steuert laut Egger das «Energiestadt»-Programm bei. Für sich erfüllten die Energiestädte damit die Vorgaben im Kyoto-Protokoll.

Nicht genug

«Um das vom Bundesrat anvisierte Ziel zu erreichen, die Emissionen von Treibhausgas bis 2020 um 20 Prozent zu senken, braucht aber es neue gesetzliche Regelungen», sagt Egger. Der WWF bestätigt dies indirekt: Christian Zeyer, stellvertretender Leiter Klimapolitik beim WWF Schweiz, bezeichnet die «Energiestädte» zwar als «sehr guten» Schritt.

Gemäss den Szenarien des Weltklimarates (IPCC) müsste der CO2-Ausstoss der Industrieländer bis 2050 aber um 80 bis 90 Prozent gesenkt werden, sagt er. «Dieses Problem löst das Label nicht.»

Den Hebel ansetzen können «Energiestädte» beim Bauen und Planen, beim Verkehr und beim Stromverbrauch. Vielerorts werden Beratungen für Einwohner angeboten. Mehr als jede dritte Energiestadt hat laut Egger eigene Förderprogramme. Ohne Massnahmen bei den Gebäuden sei das Label nicht zu haben.

Mit konkreten Vorgaben für Baugebiete können Gemeinden Änderungen herbeiführen, etwa mit der Pflicht zu erneuerbaren Energien oder Holzheizungen. Geht es um Neubauten, ist dies laut Egger einfacher durchzusetzen als bei Sanierungen. Hauseigentümer und Mieter haben gegen das «Energiestadt»-Label nichts einzuwenden.

Anreize gefordert

Hauseigentümerverbands-Direktor Ansgar Gmür wünscht sich indes mehr finanzielle Anreize für Renovationen, «damit die Programme wie ein Sog auf Hausbesitzer wirken». Michael Töngi vom Mieterinnen- und Mieterverband Deutschschweiz sieht eine finanzielle Förderung ebenfalls für wichtig an.

Verantwortlich müssten aber Bund und Kantone und erst in zweiter Linie die Gemeinden sein, findet er. Und es brauche eine soziale Komponente: Energetisch schlechte, sanierungsbedürftige Wohnungen seien häufig preisgünstig. Die Kosten für die Renovation dürften da nicht einfach auf die Mieter überwälzt werden.

(Eva Surbeck/sda)

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