Erderwärmung steigt bis 2100 um bis zu 6,4 Grad
publiziert: Freitag, 2. Feb 2007 / 10:30 Uhr / aktualisiert: Samstag, 24. Feb 2007 / 11:42 Uhr

Paris - Düstere Aussichten im jüngsten Klimabericht der UNO: Bis 2100 steigt die Temperatur um bis zu 6,4 Grad und der Meeresspiegel erhöht sich um über einen halben Meter. Am menschlichen Verschulden lässt der Bericht keinen Zweifel mehr.

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Nunmehr stehe zu 90 Prozent fest, dass der Mensch den natürlichen Treibhauseffekt durch das Verfeuern fossiler Brennstoffe verstärke, heisst es in dem in Paris veröffentlichten 4. Bericht des zwischenstaatlichen Ausschusses zum Klimawandel (IPCC).

Als Folge der Erwärmung muss Dürreperioden, Hitzewellen und gewaltigeren Stürmen gerechnet werden. Der klar durch den Menschen verursachte Erwärmungsprozess sei auf lange Sicht unumkehrbar: Bereits in die Atmosphäre gelangte Treibhausgase würden «mehr als ein Jahrtausend lang» zur Erwärmung beitragen, hiess es.

Im Bericht gibt es sechs Szenarien für die Erderwärmung bis zum Jahr 2100. Im besten Fall ist demnach mit einer Temperaturerhöhung von 1,1 bis 2,9 Grad Celsius zu rechnen, im schlimmsten Fall mit 2,4 bis 6,4 Grad. Der Anstieg des Meeresspiegels beträgt im besten Szenario 18 bis 38 Zentimeter, im schlimmsten 26 bis 59 Zentimeter.

Klimawandel lässt sich nicht mehr aufhalten

Elf der vergangenen zwölf Jahre seien unter den zwölf wärmsten seit dem Beginn der Aufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts, heisst es weiter. Demnach steigt die Temperatur in den nächsten zwei Jahrzehnten alle zehn Jahre um 0,2 Grad.

Der von 2500 Forschern in sechs Jahren ausgearbeiteten Studie liegen rund 400 Klimasimulationen und hunderte weitere Untersuchungen zu Grunde.

Angesichts dieser Daten kann es Experten zufolge nur noch darum gehen, die Folgen des Klimawandels abzumildern - aufhalten lässt er sich nicht mehr. Selbst wenn die Konzentration der Treibhausgase im Jahr 2000 auf dem damaligen Stand eingefroren worden wäre, wäre auf einige Zeit ein Temperaturzuwachs von 0,1 Grad Celsius pro Jahrzehnt zu erwarten, hiess es in Paris.

Weltweites Umwelt-Gewissen

Frankreichs Präsident Jacques Chirac bekräftigte seine Forderung, das Umweltprogramm der UNO (UNEP) zu einer eigenständigen UNO-Umweltorganisation (UNEO) aufzuwerten.

Diese UNEO solle durch einen politischen Auftrag gestärkt zum «weltweiten Umwelt-Gewissen» werden und ein geschlosseneres Vorgehen der Staatengemeinschaft ermöglichen.

(smw/sda)

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