«2020 hat jeder Dritte weniger als die Hälfte des benötigten Wassers»
Forscher warnen: Deutliche Verschärfung der Wasserkrise
publiziert: Montag, 28. Feb 2011 / 15:20 Uhr
Wasser wird zunehmend zur Mangelware (Symbol).
Wasser wird zunehmend zur Mangelware (Symbol).

Ottawa - Keine Gesellschaft und kein Ökosystem bleiben künftig von den Änderungen im Wasserhaushalt der Erde verschont, warnen Wissenschaftler des «Canadian Water Network international». Ihre aktuellen Prognosen deuten auf eine baldige und deutliche Verschärfung der Wasserkrise. Diese geht vor allem auf die steigende Nachfrage nach Wasser in der Landwirtschaft und Energieproduktion sowie auf den Klimawandel zurück.

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Innerhalb einer Generation wird in vielen Regionen die Nachfrage nach Wasser um 40 Prozent höher sein als das Angebot, so die Schätzung der Forscher. Dadurch wird weltweit jeder dritte Mensch nur halb so viel Wasser bekommen wird wie er zur Deckung der Grundbedürfnisse braucht.

Gleichzeitig mit der Knappheit steht jedoch auch die Zunahme von Flutkatastrophen bevor. In Risikogebieten werden bislang als «Jahrhundertereignisse» eingestufte Hochwasser wie zuletzt in Pakistan und Australien alle 20 Jahre stattfinden. «An manchen Orten wird es zuviel Wasser geben, an anderen zu wenig, ohne dass wir genau vorhersagen können, wo», fasst UN-Water-Vorsitzender Zafar Adeel zusammen.

Wassertechnik boomt

Mit der Not um das Wasser steigt die Bedeutung der Wassertechnologien und -dienstleistungen. Derzeit wird der Markt weltweit auf 400 Mrd. Dollar geschätzt, 2020 soll er jedoch bereits eine Billion Dollar jährlich betragen. Das ist ein Viertel der globale Bauindustrie, die aktuell bei 4,5 Bio. Dollar rangiert. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Es geht ums Aufspüren von Wasservorkommen, um Wassermanagment, Filterung, Desinfektion, Entsalzung, Verbesserung der Infrastruktur und Verteilung, Linderung von Flutschäden sowie um Verbrauchseinsparung in Haushalten, Industrie und Landwirtschaft.

«Die wichtigsten Technologien zur Bewältigung des Wasserproblems existieren bereits. Dringender als deren weitere Entwicklung brauchen wir daher politischen Willen für ihre Umsetzung, denn selbst internationale Abkommen sind ohne Handlungen auf lokaler Ebene zahnlos», erklärt CWN-Wasserexpertin Margaret Catley-Carlson im pressetext-Interview.

Wasserbedarf im Supermarkt zeigen

Einen Umdenkprozess der Verbraucher erwarten die Forscher durch die Propagierung des «virtuellen Wassers», welches den Wasserverbrauch im gesamten Produktkreislauf einer Ware anzeigt. Während dieser Wert bei einem Desktop-PC 1.500 Liter beträgt, ist es für eine Jeanshose 6.000 Liter, für ein Kilo Weizen 1.000 Liter, ein Kilo Hühnerfleisch 3.000 Liter und für ein Kilo Rindfleisch sogar über 15.000 Liter. Der Welthandel an «virtuellem Wasser» überschreitet schon heute 800 Mrd. Tonnen Wasser pro Jahr, was der zehnfachen Menge des Nils entspricht.

«Das virtuelle Wasser zeigt, wie notwendig gutes Wassermanagement ist und gibt dem Konsument Möglichkeit, durch die Wahl im Supermarkt Wasser zu sparen. Die Bewohner der Industrieländer Europas und Nordamerikas würden auf andere Weise kaum erkennen, in welcher Form Wasser alle Lebensbereiche betrifft», so CWN-Direktorin Bernadette Conant gegenüber pressetext. Es sei deshalb sinnvoll, den virtuellen Wasserbedarf auf der Produktinformation zu zeigen.

(dyn/sda)

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