Gestein am Eiger weiterhin in Bewegung
publiziert: Freitag, 14. Jul 2006 / 16:40 Uhr

Grindelwald - Nach dem grossen Felsabbruch am Eiger von Donnerstagabend ist die betroffene Felspartie nach wie vor in Bewegung, die rechte Seite stärker als die linke.

Der Felssturz hüllt das Hotel-Restaurant Gletscherschlucht in einen stickigen Staubnebel.
Der Felssturz hüllt das Hotel-Restaurant Gletscherschlucht in einen stickigen Staubnebel.
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Der Mittelteil der ursprünglich auf rund zwei Millionen Kubikmeter geschätzten Felspartie sei recht stabil, erklärte der Grindelwalder Rettungschef Kurt Amacher auf Anfrage. Die linke Partie sei ebenfalls stabiler als die rechte Seite.

Amacher hatte am Morgen noch erwartet, dass es an der rechten Seite zu grösseren Abbrüchen kommt. Bisher sei es jedoch am Berg sehr ruhig gewesen, so dass er nicht mehr glaube, dass es demnächst noch zu grösseren Abstürzen komme. Die absturzbedrohte Felsnase ist laut Amacher seit dem Vortag um einen guten Meter weiter abgesunken.

Am Donnerstagabend stürzten rund ein Fünftel der absturzbedrohten Felsnase von zwei Millionen Kubikmetern auf den unteren Grindelwaldgletscher. Zunächst gingen Fachleute von rund einem Drittel aus. Bei Tageslicht zeigt sich aber, dass es doch etwas weniger war.

Felssturzgebiet liegt weit ausserhalb des Siedlungsgebietes

Der Abfluss der Lütschine aus dem unteren Grindelwaldgletscher bereitet laut Amacher derzeit keine Probleme. Man behalte die Situation dort jedoch im Auge.

Die Felsnase, die auf den Grindelwaldgletscher abzurutschen droht, befindet sich an der Ostflanke des Eigers. Das Felssturzgebiet liegt weit ausserhalb des Siedlungsgebietes. Weder Menschen noch Gebäude sind deshalb in Gefahr.

Experten gehen davon aus, dass Felsen im betroffenen Gebiet durch den Rückzug des Gleschers ihren Halt verloren haben. Mit der globalen Erwärmung steige die Wahrscheinlichkeit solcher Naturphänomene, heisst es dazu in einer Mitteilung des WWF.

Auch Politik ist gefordert

Gefordert ist laut WWF auch die Politik. Sollten sich die durchschnittlichen Sommertemperaturen in den Schweizer Alpen in den nächsten hundert Jahren um drei Grad Celsius erhöhen, hätte dies einen Rückgang der Gletscher um 80 Prozent zur Folge.

Eine weitere Folge der Klimaerwärmung sei das Auftauen des Permafrosts, also des Bodens, der das ganze Jahr über gefroren sei. Der Permafrost sei einer der Faktoren, die instabile Felsen in ihrer Lage hielten und als bindendes Element diene.

(smw/sda)

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