Zusammen mit 40 weiteren Organisationen
Greenpeace fordert mehr Transparenz zu AKW Beznau
publiziert: Donnerstag, 12. Mai 2016 / 13:47 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Mai 2016 / 16:56 Uhr
Der Block 1, ältester kommerzielle Reaktor der Welt, war 2015 vom Netz genommen worden.
Der Block 1, ältester kommerzielle Reaktor der Welt, war 2015 vom Netz genommen worden.

Zürich - Greenpeace Schweiz kritisiert die intransparente Informationspolitik der AKW-Beznau-Betreiberin Axpo. Sie fordert deshalb, zusammen mit 40 weiteren Organisationen, dass der Energiekonzern bezüglich Zustand des AKW Beznau mit offenen Karten spielt.

3 Meldungen im Zusammenhang
Die Öffentlichkeit wolle wissen, wie es um "dieses doch sehr alte AKW" im aargauischen Döttingen stehe, sagte Christian Engeli, Kampagnenleiter bei Greenpeace Schweiz, am Donnerstag vor den Medien in Zürich. Greenpeace fordert deshalb, dass sich der Energiekonzern Axpo einem öffentlichen Hearing mit Beteiligung unabhängiger Fachspezialisten stellt.

Dies müsste doch auch im Interesse der Axpo sein, um das Vertrauen wieder herzustellen, sagte Engeli weiter. Die Umweltorganisation erwartet eine Zusage der Apxo bis am 13. Juni 2016. Unterstützt wird der Greenpeace-Aufruf von 40 Organisationen und Regionalsektionen.

Weiter kritisiert Greenpeace, dass die Axpo nur häppchenweise informiert und mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Die Umweltorganisation fordert deshalb auch, dass die Axpo sämtliche Berichte über den Zustand der Reaktordruckbehälter von Beznau 1 und 2 veröffentlicht, darunter auch ein Bericht zum Reaktordruckbehälter aus dem Jahr 2012. Greenpeace hatte die 950 Seiten eingeschwärzt erhalten.

Seit März 2015 vom Netz

Der Block 1, mit 47 Betriebsjahren ältester kommerzielle Reaktor der Welt, war im März 2015 wegen einer Revision vom Netz genommen worden. Im Sommer 2015 wurden im oberen Kernring des Behälters rund 925 Materialfehler entdeckt.

Verfeinerte Ultraschallmessungen bestätigten die Befunde, wie die Axpo vor einer Woche bekannt gab. Die Axpo geht davon aus, dass die Materialfehler aus der Zeit der Herstellung von 1965 stammen.

Die Axpo-Verantwortlichen suchen nun für weitere Untersuchungen und Abklärungen so genannte Teststücke aus der Produktion des Druckbehälters oder aus anderen Anlagen. Diese Suche gestaltet sich aber schwieriger als geplant.

Die Axpo rechnet trotzdem damit, dass bis Ende November alle Berichte beim Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) vorhanden sind und die Aufsichtsbehörde gegen Ende Jahr die Wiederaufnahme des Betriebs bewilligen wird.

Sicherheitsnachweis kaum möglich

Für Greenpeace ist aber klar, dass der Sicherheitsnachweis kaum möglich sein wird. Gestützt wird sie durch eine am Donnerstag veröffentlichte Studie, die sie in Auftrag gegeben hatte. Die Studie kommt zum Schluss, dass bei den wesentlichen Schritten des so genannten Integritätsnachweises zu grosse Unsicherheiten herrschen.

Unter anderem nahm die Studie unter die Lupe, welche Methode die Axpo verwendet, um die Gefahr eines Sprödbruchs des Reaktors zu berechnen. Dies werde nicht nach der konservativsten Methode gemacht, bemängelt die Studie. Nach dem klassischen Verfahren wäre der Grenzwert schon fast erreicht, sagte Studienleiterin Simone Mohr bei der Präsentation der Studie.

Weiter befasst sich die Studie mit den Tests an den Metallproben. Offenbar gebe es keine geeigneten Proben mit den gleichen Eigenschaften und Materialfehlern wie das Metall des Druckbehälters. Die Verwendung anderer Materialproben sei aber mit hohen Unsicherheiten verbunden.

Ebenfalls Kritik übt die Studie an der Informationspolitik der Axpo. Im Vergleich zu einem ähnlichen Fall in Belgien gebe es wenig öffentliche Informationen zu den Befunden seitens Axpo und ENSI.

Axpo weist Vorwurf zurück

Axpo weist den Vorwurf der Intransparenz als "absolut haltlos" zurück. "Axpo hat jederzeit transparent und offen informiert", heisst es in einer Stellungnahme. So habe die Axpo vor einer Woche über den aktuellen Stand der Arbeiten informiert. Zudem hätten Axpo-Vertreter bereits zahlreiche Interviews gegeben und würden das weiter tun.

Ob sich die Axpo auf das geforderte Hearing einlässt, konnte eine Sprecherin auf Anfrage nicht sagen. Die Studie von Greenpeace werde nun geprüft.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wetter.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Böttstein AG - Der Block 1 des AKW ... mehr lesen
Die Wiederinbetriebnahme des Block 1 verzögert sich.
National- und Ständerat haben bereits beschlossen, dass in der Schweiz keine neuen AKW gebaut werden sollen.
Bern - Für Atomkraftwerke in der Schweiz soll es weder eine Laufzeitbeschränkung noch strengere Regeln ab einer Laufzeit von 40 Jahren geben. Darauf laufen die parlamentarischen ... mehr lesen 2
Brüssel - In Belgien ist erneut ein ... mehr lesen
Belgien hat an den Standorten Doel (Bild) und Tihange insgesamt sieben Atomreaktoren.
Die Bahn ist die nachhaltige Alternative zum Flug.
Die Bahn ist die nachhaltige Alternative zum Flug.
Menschen, die viel unterwegs sind, haben verschiedene Möglichkeiten: Auto, Bahn und Flugzeug zählen zu den beliebtesten Fortbewegungsmitteln. Allerdings haben diese Transportmöglichkeiten ihren Preis - zumindest für die Umwelt. mehr lesen 
Publinews Viele Menschen freuen sich auf den Sommer und schöne warme Tage, an denen man zum Beispiel auch zu Hause im Garten ... mehr lesen  
Ein modernes nachhaltiges Terrassendach statt Markise bei einem Einfamilienhaus.
Noch bis am 18. Juli 2021 können die Besucher*innen Life von Olafur Eliasson in der Fondation Beyeler zu jeder Zeit erkunden. Die Ausstellung ist Tag und Nacht geöffnet, und es gibt weder Türen noch Fenster, die die Welt aussperren. Die Landschaft rund um das Gebäude erstreckt sich bis ins Innere und flutet die Ausstellungsräume mit einem künstlich grünen Teich, der eine Fülle von Wasserpflanzen beherbergt. mehr lesen  
Die Umwelt wird weniger verschmutzt.
Publinews Steigendes Umweltbewusstsein und eine strengere Gesetzgebung befördern die Nachfrage nach ... mehr lesen  
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
         
Lotte Laserstein, «Selbstporträt mit weissem Kragen», um 1923, Öl auf Pappe; 32 x 24 cm, Privatbesitz Deutschland, Ausschnitt.
Publinews Porträts und Selbstporträts der Moderne in der Foundation Beyeler  Die Ausstellung «CLOSE-UP» in der Foundation Beyeler zeigt ab dem 19. September bis zum 2. Januar nächsten Jahres Werke von ... mehr lesen
Publinews Ab in die römische Antike!  Der grösste Silberschatz der Antike, das imposante Theater, das romantische Römerhaus, spannende Mitmach-Aktionen, tolle Picknickplätze ... mehr lesen
Ohne Zwischenstopp erreichbare Fernziele.
Publinews Trotz bestehender Corona-Pandemie packt viele Menschen die Reiselust. In zahlreichen Sehnsuchtszielen ist Reisen wieder möglich. Allerdings müssen sich ... mehr lesen
Schlösser und Burgen.
Publinews Die Schweiz steht für Vielfalt - egal ob es um die Landessprache oder die Natur geht. Gerade die Region rund um die Alpen ist ein beliebtes Reiseziel für ... mehr lesen
Hotelier Alexander Hübner.
Publinews Wie wird die Hotelbranche der Zukunft aussehen und welche Art von Hotels werden angesichts der aktuellen und bevorstehenden ... mehr lesen
Ungestört mit dem Privatjet.
Publinews Nach Cannes, Nizza, Paris, Amsterdam, Düsseldorf oder London jetten? Von einem zentral in Europa gelegenen Flughafen wie dem von St. Gallen und Altenrhein in der Schweiz ... mehr lesen
Im Sommer wie im Winter ein ausgezeichnetes Urlaubsland.
Publinews Die frische Luft der Schweizer Alpen und der süsse Geschmack zart schmelzender Schweizer Schokolade sind nur zwei Gründe für einen Besuch in der wunderschönen ... mehr lesen
Die Urlaubszeit ist da!
Publinews Diese Destinationen sollten Sie in diesem Jahr nicht verpassen  Endlich ist es wieder soweit! Die Urlaubszeit ist da. Für diejenigen Schweizer, die ihren wohlverdienten Jahresurlaub nicht in ihrem schönen ... mehr lesen
Michael Walliser fährt leidenschaftlich gerne Motorrad.
Publinews Motorrad Kredit: Unbeschwerte Finanzierung  Michael Walliser (27) ist ein Mann, der Pläne umsetzt und seine Träume verwirklicht. Mit einem seriösen Privatkredit kann er seinen ... mehr lesen
Die Besucher strömen zur SOM.
Publinews Ein Expo-Festival der besonderen Art  «Als wir vor zehn Jahren mit der SOM begonnen haben, war das noch eine Idee, ein kleines Pflänzchen. Nach zehn Jahren ist sie DER ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF