Hochwasser-Schadenssumme im Kanton Obwalden
publiziert: Freitag, 16. Sep 2005 / 13:29 Uhr

Sarnen - Das Hochwasser hat in Obwalden alle bisherigen Naturkatastrophen in den Schatten gestellt. Allein die öffentliche Hand schätzt die Schäden auf 100 bis 150 Mio. Franken.

Ausgetrockneter Schlammboden in Obwalden. Das Wasser hat sich wieder zurückgezogen. Die Schäden sind immens.
Ausgetrockneter Schlammboden in Obwalden. Das Wasser hat sich wieder zurückgezogen. Die Schäden sind immens.
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An einer Medienkonferenz zog die Obwaldner Regierung eine erste Bilanz der Hochwasserkatastrophe. Sie habe «unser Vorstellungsvermögen von Naturgefahren» verändert, sagte Landammann Hans Matter.

So stieg der Pegel des Sarnersees innert 36 Stunden um 2.20 Meter und lag 1.15 Meter über dem bisher gemessenen Höchststand. Über 1000 Rüfen wurden gezählt.

450 Hektaren Land wurden übersaart. Die wichtigsten Verkehrswege waren unterbrochen, Strom- und Wasserversorgung waren beeinträchtigt, ebenso der Telefonverkehr. 300 Personen mussten evakuiert werden.

Sieben Gemeinden betroffen

Erstmals waren in Obwalden alle sieben Gemeinden gleichzeitig von einer Naturkatastrophe betroffen. Der Weg zur Normalität sei für viele Leute noch weit, sagte Matter. Auch sei in einzelnen Fällen die Existenzgrundlage gefährdet.

Hinsichtlich der Schadensumme betont Landammann Matter, dass lediglich Schätzungen vorliegen. Die öffentliche Hand rechnet mit Schäden von 100 bis 150 Mio. Franken. Die privaten Schäden dürften sich in der gleichen Grössenordnung bewegen.

Grosse landwirtschaftliche Schäden

Besonders betroffen vom Unwetter waren gewerbliche, industrielle und touristische Betriebe in Sarnen, Kägiswil, Melchtal und Engelberg. Engelberg etwa rechnet im Tourismus mit Einnahmenausfällen von 7 bis 8 Mio. Franken. Grosse Schäden verzeichnete auch die Landwirtschaft.

Sicherheitsdirektorin Elisabeth Gander stellte den Hilfskräften ein gutes Zeugnis aus und dankte für ihre Hilfe und Solidarität. Das in diesem Ausmass nicht zu erwartende «Extremereignis» habe aber auch Schwachstellen gezeigt. So habe die Übermittlung und Verbreitung des Alarms am Morgen des 22. Augusts zu lange gedauert.

(bsk/sda)

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