Hochwasserlage in Osteuropa bleibt kritisch
publiziert: Samstag, 22. Apr 2006 / 23:24 Uhr

Bukarest - Für die Hochwassergebiete in Osteuropa gibt es keine Entwarnung. Die Situation in Rumänien, Ungarn und Bulgarien ist nach wie vor ernst.

Verschiedentlich drohen weitere Deiche zu brechen.
Verschiedentlich drohen weitere Deiche zu brechen.
3 Meldungen im Zusammenhang
Die Donau sei weiter angestiegen, berichteten bulgarische Medien. Nahe dem bulgarischen Nikopol hatte ein Schutzdeich an drei Stellen nachgegeben. Freiwillige dichteten ihn mit mehr als 3000 Sandsäcken ab. Mehrere Strassen standen unter Wasser. Zahlreiche Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Entlang der 1050 Kilometer langen Donau gibt es laut rumänischen Behörden 60 besonders gefährdete Deiche. Einige Deiche können jeden Moment nachgeben. An anderen Abschnitten bestehe die Gefahr von Erdrutschen, warnten die bulgarischen Behörden.

6000 Rumänen evakuiert

In Rumänien mussten bisher rund 6000 Menschen ihre Häuser verlassen. Vom Hochwasser betroffen sind offiziellen Angaben zufolge 139 Ortschaften. Etliche Menschen sind trotz Warnungen der Behörden in ihre Häuser zurückgekehrt.

Im südrumänischen Krisengebiet Bistret, wo die Donau nach einem Deichbruch vor einer Woche das Dorf Rast überschwemmt hat, bleibt die Lage angespannt. Sechs Dörfer drohen bei einem weiteren Deichbruch überschwemmt zu werden.

Scheitelwelle am Sonntag

In den südostrumänischen Hafenstädten Braila und Galati werde die Scheitelwelle am Sonntag erwartet, hiess es weiter. In Braila stieg das Wasser am Samstag auf 6,90 Meter an. Für den Fall einer Massenevakuierung wurde ein Zeltlager für 4000 Menschen aufgebaut.

Nach einem zweiten Deichdurchbruch am Theiss-Zufluss Körös nahe der zentralungarischen Kleinstadt Szolnok ordnete der Katastrophenschutz Zwangsevakuierungen an.

Entspannung in Serbien

Im Norden Serbiens scheint sich die Lage leicht zu entspannen: Die Wasserstände der Donau und anderer Flüsse sanken um mehrere Zentimeter. Die Lage in den betroffenen Gebieten sei «stabil» und die Flutwelle «vorerst überwunden», meldete der Belgrader Sender B92.

Die Pegelstände seien aber noch immer weit höher als normal, Deswegen würden der Notstand und die Schutzmassnahmen noch mindestens zwei Wochen in Kraft bleiben.

(ht/sda)

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