Hoffen und Bangen am Golf von Mexiko
publiziert: Montag, 2. Aug 2010 / 21:27 Uhr / aktualisiert: Montag, 2. Aug 2010 / 22:14 Uhr
Die Abdeckung des Bohrlochs am Meeresboden.
Die Abdeckung des Bohrlochs am Meeresboden.

New Orleans/Washington - Hochspannung am Golf von Mexiko: Auf Hochtouren liefen am Montag die letzten Vorbereitungen auf ein Doppelmanöver, mit dem das Ölleck im Meeresboden ein für alle Mal geschlossen werden soll.

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Spätestens am Dienstagmorgen wollte BP damit beginnen, das Bohrloch mit Schlamm und Zement zu versiegeln - zunächst von oben, dann von unten. BP und die US-Regierung zeigten sich optimistisch, dass die Operation mehr als drei Monate nach Beginn der Katastrophe gelingt.

«Static Kill» mit Schlamm

Aber vor voreiligem Überschwang wurde dennoch gewarnt. «Wir sollten noch keinen Nachruf auf dieses Ereignis (das Ölleck) schreiben», sagte der Einsatzleiter der Regierung, Thad Allen. Topmanager Doug Suttles von BP beruhigte aber: «Wir sind gut vorbereitet. Ich habe grosses Vertrauen, dass wir erfolgreich sein werden.»

Als erster Schritt war eine Operation geplant, die von Experten als «Static Kill» bezeichnet wird. Dabei wird durch den Deckel, mit dem das Bohrloch seit dem 15. Juli provisorisch abgedichtet ist, schwerer Schlamm gepumpt. Öl und Gas sollen so zurück in das Reservoir gezwungen werden, aus dem sie nach oben drängen. Wenn der Druck im Bohrloch stabil bleibt, wird es mit Zement versiegelt.

Vielleicht schon nach mehreren Stunden, so hiess es am Montag, wird es einen Hinweis darauf geben, ob das schätzungsweise zweitägige Manöver klappen wird.

Doppelte Sicherheit

Gelingt es, so erläuterten Experten, wäre der geplante zweite Teil der Operation theoretisch eigentlich gar nicht mehr nötig, die Quelle schon versiegelt. Aber man wolle doppelt und dreifach sicher gehen. «Es ist so, ob man eine Leiche zwickt, um sicherzugehen, ob die Person wirklich tot ist», formulierte es ein Experte.

So soll denn fünf bis sieben Tage nach Beginn der Phase eins die zweite folgen. Dann will BP die Quelle auch von unten verstopfen. Durch einen Nebenzugang, an dem seit Mai gebohrt wurde, sollen wiederum Schlamm und Zement ins Bohrloch gepumpt werden - dieses Mal mehr als fünf Kilometer tief im Meeresboden.

(fest/sda)

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