Neuer Bericht zu Fukushima-Unglück liegt vor
Japan veröffentlicht Untersuchungsbericht über Fukushima-Unfall
publiziert: Dienstag, 7. Jun 2011 / 22:25 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Jun 2011 / 00:14 Uhr
Wahrscheinlich sei sogar radioaktiver Brennstoff ausgetreten.
Wahrscheinlich sei sogar radioaktiver Brennstoff ausgetreten.

Tokio - Die japanische Regierung hat einen Bericht über die Atomkatastrophe von Fukushima vorgestellt, den sie der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) übermitteln will. Mit der Veröffentlichung will die japanische Regierung verhindern, dass sich solche Unfälle wiederholen.

5 Meldungen im Zusammenhang
Es dauere sehr lange, einen Unfall dieser Tragweite zu analysieren, sagte Goshi Hosono, Berater von Regierungschef Naoto Kan, auf einer Pressekonferenz in Tokio. «Wir haben aber entschieden, der internationalen Gemeinschaft mitzuteilen, was wir bis jetzt wissen.»

Dem Bericht zufolge fand in den Reaktoren 1, 2 und 3 der Anlage eine Kernschmelze statt. Es sei zudem «möglich», dass der Brennstoff durch den inneren Reaktorbehälter hindurch auf den Boden des äusseren Sicherheitsbehälters getropft ist. Gleichwohl seien dies Vermutungen, da Untersuchungen im Inneren der beschädigten Reaktorgebäude noch unmöglich seien.

Keine Durchschmelze

Der Betreiber der Anlage, Tepco, hatte bereits im vergangenen Monat eingestanden, dass eine teilweise oder komplette Kernschmelze in einigen Reaktoren stattfand, von einer Durchschmelze sprach der Konzern aber nicht.

Fukushima war durch das schwere Erdbeben und den anschliessenden Tsunami Mitte März stark beschädigt worden. Durch die Naturkatastrophen waren die Kühlsysteme in den Reaktorgebäuden ausgefallen. Die Brennstäbe müssen aber fortlaufend gekühlt werden, damit sie nicht schmelzen.

Risiken unterschätzt

Die Regierung entschuldigt sich in ihrem Bericht für die Atomkatastrophe und gesteht ein, dass Japan auf solch einen schlimmen Unfall nicht vorbereitet war. Die IAEA war mit einem eigenen Expertenteam vor Ort kürzlich bereits zu der Feststellung gelangt, dass Japan die Risiken der Atomkatastrophe und deren Folgen unterschätzte.

Japan kündigte nun Reformen bei seiner Atomsicherheit an. So soll etwa Japans Behörde für nukleare Sicherheit vom Industrie- und Handelsministerium abgekoppelt werden, dem sie derzeit untersteht. Die IAEA hatte die fehlende Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörde bereits kritisiert.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wetter.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tokio - Drei Monate nach dem Megabeben, dem Tsunami und der folgenden ... mehr lesen
Die Sorge der Menschen vor den weiter austretenden radioaktiven Strahlen nimmt zu.
Atomkraftwerk Fukushima in Japan.
Berlin - Nicht einmal hundert Tage ... mehr lesen
Tokio - In Japan droht radioaktiv ... mehr lesen
Wassersperre: Zuvor flossen aus Fukushima 1 riesige Mengen an kontaminiertem Wasser (Archivbild).
In den Reaktoren 1 bis 3 in Fukushima kam es definitiv zu Kernschmelzen.
Tokio - Drei Monate nach Beginn der ... mehr lesen
Tokio - Im zerstörten Atomkraftwerk ... mehr lesen
Arbeiten im AKW Fukushima.
In Süddeutschland beginnt das Aufräumen.
Während im Süden aufgeräumt wird trifft es die nächste Region  Schwäbisch Gmünd - Gewitter mit Starkregen haben in Deutschland nach den verheerenden Unwettern im Süden nun auch Nordrhein-Westfalen getroffen. Laub und Schlamm verstopften Kanalrohre, das Wasser lief über die Strassen und flutete Keller. Verletzt wurde ersten Angaben zufolge niemand. mehr lesen 
Schlamm und Schutt  Schwäbisch-Gmünd - Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen sind in Süddeutschland ... mehr lesen  
Die Strasse zwischen Madra und Dandrio ist wegen eines Erdrutsches blockiert. (Symbolbild)
Überflutung und Stromausfälle in Teilen der Schweiz  Bern - Heftige Gewitter haben in der Nacht auf Sonntag in Teilen der Schweiz zu Überflutungen und Stromausfällen geführt. Im Tessin mussten ... mehr lesen  
Sinabung wieder aktiv  Jakarta - Bei einem Vulkanausbruch in Indonesien sind mindestens sechs Menschen ums Leben ... mehr lesen  
Der Vulkan Sinabung in Indonesien ist einer der aktivsten Vulkane in Südostasien. (Archivbild)
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
     
Schneehase. Ausstellung «Leben mit der Winterkälte» bis am 17. Februar 2019 im Naturmuseum Thurgau.
Publinews Bis 17. Februar 2019  Frauenfeld - Die Schneedecke mag als Folge der Erderwärmung vielerorts nicht mehr so mächtig sein wie früher. Die Wintermonate bedeuten für ... mehr lesen
Balthus vom 2.9.2018 - 1.1.2019 in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel
Publinews Fondation Beyeler: 2. September 2018 - 1. Januar 2019  Basel - Mit Balthus (1908 - 2001) präsentiert die Fondation Beyeler einen der letzten grossen Meister der Kunst des 20. Jahrhunderts und zugleich einen der ... mehr lesen
Landesmuseum Zürich
Publinews Landesmuseum Zürich  Das meistbesuchte kulturhistorische Museum der Schweiz präsentiert Geschichte von den Anfängen bis heute. Zusätzliche Eindrücke bieten die ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF