Kenias Präsident spricht von nationaler Hungerkatastrophe
publiziert: Donnerstag, 15. Jul 2004 / 07:18 Uhr

Nairobi - Angesichts der anhaltenden Dürre in Kenia hat Präsident Mwai Kibaki von einer nationalen Hungerkatastrophe gesprochen. In dem afrikanischen Land leiden nach seinen Angaben 3,3 Millionen Menschen Hunger.

Mwai Kibaki bittet die Weltgemeinschaft um Hilfe.
Mwai Kibaki bittet die Weltgemeinschaft um Hilfe.
Kenia benötige Lebensmittelhilfen im Wert von insgesamt 100 Millionen Dollar. In fünf Provinzen seien 60 Prozent der Ernte ausgefallen, sagte Kibaki Reportern in Nairobi. Die staatlichen Vorräte reichten nur noch für einen Monat.

Noch im Juni hatte das Welternährungsprogramm (WFP) den Bedarf an Lebensmittelhilfen für 1,4 Millionen Betroffene in den kommenden Monaten auf 90 000 Tonnen geschätzt.

Kibaki wies darauf hin, dass sich die Lage verschlimmern könnte, falls die Regenfälle im Oktober und November schwach ausfielen. In diesem Fall wären sogar bis zu 4,3 Millionen Kenianer auf Hilfe angewiesen.

Hungersnot 2000 und 2002

Die letzte Hungersnot erlebte Kenia zwischen 2000 und 2002. Damals waren etwa 4,4 Millionen Bewohner des ostafrikanischen Landes von internationaler Hilfe abhängig.

Die jüngsten Lebensmittel-Engpässe sind nach einer von der kenianischen Regierung und der UNO initiierten Studie nicht allein durch den ausbleibenden Regen bedingt.

Ein Grossteil der staatlichen Vorräte ist demnach wegen schlechter Kontrolle verschimmelt. Wildtiere vernichteten ein Teil der Ernte. Hinzu kamen schlechte Marktbedingungen für den Anbau von Getreide.

(fest/sda)

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