Klimagipfel in Posen mit wenig Ergebnissen
publiziert: Freitag, 12. Dez 2008 / 23:00 Uhr / aktualisiert: Samstag, 13. Dez 2008 / 15:26 Uhr

Posen - Der UNO-Klimagipfel in Posen ist nach zwölf Tagen ohne greifbares Ergebnis mit einer Nachtsitzung in die Verlängerung gegangen. Zuvor wandte sich der frühere US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore mit einem Aufruf zum Handeln an die Teilnehmer.

8 Meldungen im Zusammenhang
«Wir müssen jetzt handeln. Unsere Heimat, die Erde, ist in Gefahr», sagte Gore unter grossem Beifall in einer Rede am Freitag im polnischen Posen (Poznan). Er verwies auf die mit grosser Geschwindigkeit schmelzenden Gletscher, sinkende Wasserspiegel von Seen und versauernde Ozeane.

Der Planet drohe unbewohnbar zu werden, sagte Gore. Die Ziele für den Klimaschutz müssten unter diesen Umständen weiter verschärft werden, um das Überleben der menschlichen Zivilisation zu ermöglichen. Er forderte die Staats- und Regierungschefs zum persönlichen Eingreifen auf. Der gewählte US-Präsident Barack Obama sei dazu bereit.

Späte Einigung

Bis zum Freitagabend rang die Klimakonferenz um eine Einigung. Die Delegationen verständigten sich nach langem Streit über einen Fonds, mit denen sich Entwicklungsländer an den Klimawandel anpassen können. «Man hat sich auf einen Status des Fonds geeinigt, der Entwicklungsländern erlaubt, einfacher an finanzielle Mittel heranzukommen», sagte der Sprecher des Klimasekretariats, John Hay.

Die EU schlug kurzfristig einen Finanzierungsweg vor, mit dem Entwicklungsländer für den Schutz ihrer Wälder belohnt werden. In einer gemeinsamen Erklärung bekannten sich mehrere Industriestaaten sowie Schwellen- und Entwicklungsländer mit tropischen Regenwäldern zum Kampf gegen die Entwaldung. Als wichtigstes Ergebnis galt die Einigung über den weiteren Fahrplan auf dem Weg zur UNO-Klimakonferenz Ende 2009 in Kopenhagen.

Entscheidungen im kommenden Jahr

Die Entscheidungen über eine verbindliche Verringerung der Treibhausgas-Emissionen für jedes Land sollten wie geplant erst im kommenden Jahr gefällt werden, teilte das UNO-Klima-Sekretariat am Freitag mit. In Posen sei ein Arbeitsplan mit Blick auf die Klima-Konferenz in Kopenhagen entwickelt worden.

In der dänischen Hauptstadt soll 2009 eine Nachfolgeregelung für das Klimaschutzabkommen von Kyoto auf den Weg gebracht werden. Dem 2012 auslaufenden Kyoto-Abkommen hatten sich die USA und Schwellenländer wie China und Indien nicht angeschlossen.

WWF: «Schande für Europa»

Auf der Weltklimakonferenz gab es am Freitag heftigen Ärger über ein Papier des Konferenzpräsidenten, des polnischen Umweltministers Maciej Nowicki. In der Erklärung, die dann zurückgezogen wurde, hatte Nowicki Gemeinsamkeiten der Länder zusammentragen wollen.

Die Formulierung stiess jedoch auf teils harsche Ablehnung unter den Vertretern der 187 teilnehmenden Nationen. So war etwa das Kyoto-Protokoll explizit erwähnt, das die USA bisher nicht gebilligt haben. «Es war ein diplomatisches Desaster», sagte die französische Umweltstaatssekretärin Nathalie Kosciusko-Morizet. «Wir waren überrascht.»

Umweltschützer kritisierten vor allem die vielen Ausnahmeregelungen im EU-Klimapaket. Stephan Singer, der Leiter für europäische Klimaschutzpolitik bei der Umweltstiftung WWF, bezeichnete das Klimapaket als «Schande für Europa».

Die EU müsse nun nur noch wenige Prozent der Treibhausgasreduktionen bis 2020 in Europa verwirklichen und könne sich viel durch Projekte in Entwicklungsländern gutschreiben lassen.

(smw/sda)

Machen Sie auch mit! Diese wetter.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
CNN-News Die Vereinigten Staaten haben ihren ... mehr lesen
«Die Politik in den Vereinigten Staaten ist schwierig», so der ehemalige Vizepräsident Al Gore.
In Posen wurde das Regelwerk für den Fond ausgearbeitet.
Posen - Der Hilfsfonds, der ... mehr lesen
Posen - Die internationalen Klimaverhandlungen sind für die Schweiz nach dem ... mehr lesen
Die Weltklimakonferenz ist in der Frage nach mehr Geld für ärmere Länder gescheitert.
Das Ziel einer 20-prozentigen Klimagas-Reduktion wird definitiv.
Brüssel - Der EU-Gipfel hat sich auf ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Für die Schweiz werde es schwierig, die Kyoto-Ziele zu erreichen, schreibt der WWF.
Bern/Berlin - Die Schweiz ist beim ... mehr lesen 3
Denver - Friedensnobelpreisträger und Ex-US-Vizepräsident Al Gore hat die ... mehr lesen
Al Gore setzt sich ganz klar für Obama ein und verurteilt Bush sowie McCain.
Al Gore will die Energiewende, Barack Obama will ihn unterstützen.
Bern - Mit einem ehrgeizigen Plan will der frühere US-Vizepräsident Al Gore in den USA eine vollständige Energiewende herbeiführen. In zehn Jahren sollen die US-Bürger demnach 100 Prozent ... mehr lesen
gestern bereits hätte gehandelt werden müssen
was in bestimmten Kreisen längst als Tatsache anerkannt ist, wird der Öffentlichkeit noch immer als lösbares, eher kleineres Problem verkauft.
Und wie immer, die Leute glauben es, sie glauben es nur zu gerne, tut es doch so weniger weh. Die Einzelfälle, regional beschränkt, von Überschwemmungen, Waldbränden, Artenschwund, werden immer noch nicht als reale Gefahr für sich selbst erkannt, muß man ja nicht, solange der Aufzug funktioniert und Wasser dem Hahn entsrömt, das Fernsehen altbekannte heile Welt sendet und das Internet die Menschen weltweit verbindet (in ihrem Elend). Al Gore erhält doch tatsächlich Beifall, wie wunderbar, aber tatsächlich werden auch immer größere Autos gebaut, auf Wachstum gesetzt und mit allem was die Natur bietet Geld gemacht auf Teufel komm raus.
Arbeitsplatzerhalt ist wichtig (für wen eigentlich?). Unabhängigkeit von Großverteilern und Discountern. Dezentralisierung ist der Königsweg, um den als Fortschritt gepriesenen Abhängigkeiten zu entkommen. Kleine örtliche Stromversorger, kleine Märkte und alles nahe. Direkte Wege vom Erzeuger zum Verbraucher Wer braucht denn einen amerikanischen Besitzer einer Kläranlage oder einer Wasserversorgung einer Berggemeinde mit Gebühren, die einem Rentner noch den letzten Groschen aus der Tasche ziehen?
Unsere selbstgerechte Gesellschaftsform, die allen anderen, auch antiken Gesellschaftsformen Vorbild sein will, stranguliert sich gerade. Weitermachen bis uns die Luft ausgeht?
Das Great Barrier Reef ist das grösste Korallenriffsystem der Welt.
Das Great Barrier Reef ist das grösste ...
Mehr als ein Drittel schon tot oder dabei abzusterben  Sydney - Wie befürchtet hat die massive Korallenbleiche am Great Barrier Reef in Australien verheerende Folgen. In der Nord- und Zentralregion seien mehr als ein Drittel der Korallen schon tot oder dabei, abzusterben, berichtete die James-Cook-Universität am Montag. mehr lesen 
UNO-Bericht  Sydney - Aus einem UNO-Bericht über Klimaschäden an wichtigen Tourismuszielen sind auf Druck aus Canberra alle Verweise auf Orte in Australien gestrichen worden. Wissenschaftler und ... mehr lesen
«Sie wollen den Australiern Sand in die Augen streuen ...» klagte Greenpeace-Aktivistin Shani Tager.
Seen würden Wassermangel lindern  Birmensdorf - Stauseen könnten in Zukunft den Wassermangel lindern, der angesichts schwindender Gletscher im Sommer zu erwarten ist. mehr lesen  
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
         
Ausstellung von Jayn Erdmanski: Strange Theory of Light and Matter
Publinews Galerie vor der Klostermauer: 25. Okt. bis 17. Nov. 2019  Die St.Galler Künstlerin Jayn Erdmanski zeigt ab 25. Oktober ihre neuen Arbeiten in der Galerie vor der Klostermauer. In der ... mehr lesen
Resonating Spaces
Publinews Fondation Beyeler: 6.10.2019 ? 26.1.2020  Leonor Antunes, Silvia Bächli, Toba Khedoori, Susan Philipsz, Rachel Whiteread - Die Herbstausstellung der Fondation Beyeler ist fünf zeitgenössischen Künstlerinnen ... mehr lesen
Publinews Ab in die römische Antike!  Der grösste Silberschatz der Antike, das imposante Theater, das romantische Römerhaus, spannende Mitmach-Aktionen, tolle Picknickplätze ... mehr lesen
Publinews Ausstellung bis 9. August 2020  Sitzt du noch oder bewegst du dich schon? Eine Ausstellung im Anatomischen Museum Basel thematisiert die Auswirkungen sportlicher Betätigung auf ... mehr lesen
-
Publinews Papiliorama  Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen: erleben Sie das bunte Ballett der exotischen Schmetterlinge, welche frei um Sie herumfliegen, ... mehr lesen
Beyer Uhrenmuseum
Publinews Uhrenmuseum Beyer Zürich  Das Uhrenmuseum Beyer gilt als eine der grossen Attraktionen Zürichs. Es befindet sich an der berühmten Einkaufsmeile inmitten von Zürich an der Bahnhofstrasse 31 und ... mehr lesen
Ausstellung: «Die Katze. Unser wildes Haustier»
Publinews Ausstellung im Naturmuseum Thurgau  Die Katze ist das beliebteste Haustier in der Schweiz. Mal ist sie anschmiegsam, oft distanziert, immer ist sie eigenwillig. Die neue Sonderausstellung im Naturmuseum ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF