Entwicklungsländer vor Rückfall
Klimawandel bedroht Fortschritte der Welt
publiziert: Mittwoch, 2. Nov 2011 / 14:00 Uhr
Die Zerstörung der Erde schreitet immer schneller voran.
Die Zerstörung der Erde schreitet immer schneller voran.

Genf - Der Klimawandel bedroht Fortschritte, die Entwicklungsländer im Gesundheitswesen, in der Bildung und im Wohlstand erzielt haben. Zu diesem Schluss kommt das UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP) in seinem jüngsten Bericht. Die UNO ruft die Regierungen zum Handeln auf, um Rückschritte zu vermeiden.

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Zwischen 1970 und 2010 sei der Human Development Index (HDI) weltweit um 41 Prozent angestiegen. Der HDI wurde vor 20 Jahren als Gegenmodell zu rein wirtschaftlichen Entwicklungs-Gradmessern entwickelt. Er berücksichtigt auch statistische Daten zu Gesundheit, Umwelt und Bildung.

Im Gesundheits- und im Bildungswesen sowie in Bezug auf das Einkommen habe es grosse Fortschritte gegeben, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten UNDP-Jahresbericht. Der Bericht wurde mit Blick auf die im Juni 2012 in Brasilien stattfindende UNO-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 veröffentlicht.

Die Länder, die sich im untersten Viertel der HDI-Rangliste befinden, haben laut Bericht Fortschritte von 82 Prozent gemacht. Das sei zweimal mehr als der weltweite Durchschnitt. Geht die Entwicklung so weiter, erreichen diese Länder bis 2050 das oberste Viertel der Rangliste.

«Das wäre ein grosser Fortschritt für die menschliche Entwicklung weltweit», sagte die Direktorin der Studie, Jeni Klugman, an einer Medienkonferenz in Genf. Dieser positiven Entwicklung drohen aber Rückschritte.

Klimawandel bedroht Fortschritt

Der Bericht warnt davor, dass bis 2050 der Klimawandel diese Entwicklung abrupt stoppen könnte. Die Menschen in den ärmsten Ländern seien den Katastrophen, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen, nämlich viel mehr ausgesetzt als die Menschen in den Industrieländern.

Die Zerstörung der Umwelt schreite immer schneller voran und die Ungleichheiten nähmen zu, heisst es weiter. Weltweit stehe die Hälfte der Fälle von Unterernährung im Zusammenhang mit Umweltfaktoren. Dazu gehörten beispielsweise die Wasserverschmutzung und die Trockenheit.

Damit Anpassungen an den Klimawandel vorgenommen werden können, sind laut UNDP-Schätzungen Investitionen in der Höhe von 105 Millionen Dollar jährlich nötig. Die UNO-Organisation spricht sich in dem Bericht erneut dafür aus, eine Taxe auf Finanztransaktionen einzuführen, um die Entwicklung in den armen Ländern zu finanzieren.

(dyn/sda)

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