Leckgeschlagener Öltanker treibt auf Spaniens Küste zu
publiziert: Donnerstag, 14. Nov 2002 / 19:17 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Nov 2002 / 19:52 Uhr

Santiago de Compostela - Eine Ölpest bedroht Spaniens Atlantikküste: Ein leckgeschlagener Tanker zog einen 37 Kilometer langen und 200 Meter breiten Ölteppich hinter sich her.

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Die mit 77 000 Tonnen Öl beladene Prestige war am Mittwoch in Seenot geraten. Das Schiff trieb mit schwerer Schlagseite immer weiter auf die Küste Galiciens in Nordwestspanien zu. Doch die Lage könnte noch viel dramatischer werden: Denn der unter der Flagge der Bahamas fahrende Tanker drohte auseinander zu brechen und zu sinken.

In einem Wettlauf mit der Zeit versuchten vier Schlepper, den 243 Meter langen Tanker Prestige auf das offene Meer hinaus zu ziehen, um die Küsten vor einer Ölpest zu bewahren. Am Nachmittag floss nach Medienberichten auch kein Öl mehr aus dem Schiff. Experten suchten die Küste nach verseuchten Seevögeln ab.

24 der 27 Besatzungsmitglieder waren am Vortag mit Rettungshelikoptern auf das Festland gebracht worden. Die aus Rumänien und von den Philippinen stammenden Seeleute sagten aus, der Tanker sei gegen einen Gegenstand geprallt und habe ein Leck bekommen.

Die spanischen Behörden führten das Leck dagegen auf Materialübermüdung des 26 Jahre alten Schiffes zurück. Nach spanischen Angaben war die Prestige 1999 in New York und Rotterdam wegen Sicherheitsmängeln mit Sanktionen belegt worden.

Die Naturschutzorganisation WWF (World Wildlife Fund) forderte eine Verschärfung der EU-Regelungen und die Schaffung einer europäischen Küstenwache.

Die Rettungsoperation an der so genannten Costa de la Muerte (Todesküste) wurde durch heftige Stürme der Windstärke acht und bis zu sechs Meter hohen Wellen erschwert. Der Tanker hatte keine doppelten Aussenwände, so dass die Gefahr eines Auseinanderbrechens besonders gross ist.

(bsk/sda)

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