Ausweitung der Sicherheitszone gefordert
Meer vor Fukushima stark verstrahlt
publiziert: Mittwoch, 30. Mrz 2011 / 07:24 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 31. Mrz 2011 / 11:16 Uhr

Osaka - Die Auswirkungen der Atomkatastrophe im schwer beschädigten japanischen Kraftwerk Fukushima auf die Umwelt werden offenbar immer gravierender: Im Meerwasser rund 300 Meter südlich der Anlage sei eine stark erhöhte Konzentration von radioaktivem Jod gemessen worden.

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Sie liege um das 3355-fache über dem zulässigen Höchstwert, berichteten die japanischen Nachrichtenagenturen Jiji und Kyodo am Mittwoch. Es ist die höchste Konzentration an Jod, die seit dem Beginn der Katastrophe nach dem Erdbeben am 11. März gemessen wurde.

Die für nukleare Sicherheit verantwortliche Behörde erklärte am Mittwoch, diese Verstrahlung werde voraussichtlich zunächst keine gravierenden gesundheitlichen Folgen für Menschen haben. Die Anwohner seien in Sicherheit gebracht worden und in der Region werde derzeit nicht mehr gefischt.

Das gefundene Jod 131 habe eine Halbwertzeit von acht Tagen. Deshalb werde die Radioaktivität bereits deutlich abgenommen haben, falls verstrahlte Fische in die menschliche Nahrungskette gelangen sollten.

Greenpeace empfiehlt grossflächige Evakuierung

Nach eigenen Strahlungsmessungen im Umkreis von Fukushima 1 empfahl die Umweltschutzorganisation Greenpeace unterdessen eine Evakuierung der gesamten Region. Greenpeace wirft den japanischen Behörden vor, viel zu zögerlich zu handeln.

Rund 30 Kilometern vom Atomkraftwerk entfernt seien Strahlungswerte von 100 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden, sagte der belgische Atomexperte Jan van de Putte auf einer Pressekonferenz in der japanischen Hauptstadt Tokio. Menschen in der Region würden demnach die jährliche Höchstdosis von 1000 Mikrosievert innerhalb von zehn Stunden erreichen.

Van de Putte nannte die gegenwärtige Situation im japanischen Erdbebengebiet ein «multiples Desaster» und forderte die Regierung zu einem entschiedeneren Vorgehen auf. So müsse die Sicherheitszone um das Atomkraftwerk ausgeweitet werden.

Kühlsysteme defekt

An dem Atomkraftwerk waren nach dem schweren Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami vom 11. März mit mehr als 28'000 Toten oder Vermissten die Kühlsysteme ausgefallen.

Die Versuche, sie wieder in Gang zu bringen, mussten allerdings wegen zu hoher radioaktiver Strahlung immer wieder unterbrochen werden. In Bodenproben auf dem Gelände wurde inzwischen auch hochgiftiges und krebserregendes Plutonium gefunden.

(bert/sda)

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