Menschen flüchten vor «Mutter aller Stürme»
publiziert: Sonntag, 31. Aug 2008 / 16:02 Uhr / aktualisiert: Montag, 1. Sep 2008 / 07:16 Uhr

New Orleans - Aus Angst vor dem Hurrikan «Gustav» hat die Evakuierung von New Orleans begonnen. «Das ist der Sturm des Jahrhunderts», verdeutlichte der Bürgermeister der Metropole, Ray Nagin, den Ernst der Lage.

6 Meldungen im Zusammenhang
Bis zu einer Million Menschen waren am Sonntag im Auto, in Bussen und Zügen oder per Flugzeug auf der Flucht. «Das ist die Mutter aller Stürme», hatte zuvor der Bürgermeister der Metropole, Ray Nagin, den Ernst der Lage verdeutlicht.

«Ihr solltet beunruhigt sein, und ihr solltet Eure Hintern in Bewegung setzen und auf der Stelle aus New Orleans verschwinden», sagte er den Einwohnern der zum grossen Teil unter dem Meeresspiegel gelegenen Stadt. Nagin warnte, wer trotzdem bleibe, könnte keine Hilfe der Behörden erwarten.

Zugleich verhängte der Bürgermeister eine nächtliche Ausgangssperre. «Plünderer kommen sofort ins Gefängnis». Auf den Strassen der Stadt patrouillierte rund 2000 Nationalgardisten.

McCain streicht Parteitag zusammen

Der Wirbelsturm wirbelte auch Wahlparteitag der Republikaner durcheinander, der am Montag beginnt. Präsidentschaftsbewerber John McCain strich das Parteitagsprogramm zusammen.

Der grösste Teil der für Montag geplanten Aktivitäten finde nicht statt, teilte er mit. McCain soll auf dem Parteitag in St. Paul im Bundesstaat Minnesota offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden. Bereits zuvor hatten Präsident George W. Bush und Vizepräsident Dick Cheney ihre Teilnahme abgesagt.

Bush will von Texas aus die Arbeit des Katastrophenschutzes beobachten. Er war 2005 wegen der verspäteten und misslungenen Hilfsaktionen nach «Katrina» scharf kritisiert worden - unter anderem auch von McCain.

McCain und seine Vize-Kandidatin Sarah Palin machten sich am Sonntag vor Ort ein Bild von den Schutzvorkehrungen. McCain hatte zeitweilig sogar eine Verschiebung des Parteitages erwogen.

«Gustav» gewinnt an Kraft

«Gustav» sollte am Montag auf die US-Küste treffen - bedroht ist der gesamte Küstenstreifen von Mississippi über Lousiana bis nach Texas. Zwar hat sich der Sturm auf seinem Weg über den Golf von Mexiko leicht abgeschwächt.

Meteorologen rechnen damit, dass er wieder an Stärke zunimmt. Dann könnte er noch stärker werden als vor drei Jahren «Kathrina»; der Sturm war damals als Hurrikan der Stufe drei bei New Orleans an Land gegangen.

Dämme haben Schwachstellen

Damals wurden nach Dammbrüchen 80 Prozent der Stadt überflutet, die Metropole versank im Chaos. Entlang der US-Golfküste kamen etwa 1800 Menschen ums Leben. «Ich bin während Katrina hiergeblieben und wollte es auch diesmal tun», sagte Restaurantbesitzer Trinity Cazzola. «Aber dieser hier ist schlimmer und ich habe beschlossen, die Stadt zu verlassen.»

«Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet», sagte der Minister für Innere Sicherheit, Michael Chertoff. Nach Angaben der Behörden wurden die Dämme zwar verstärkt, haben aber noch immer Schwachstellen.

Zerstörungen in Kuba

Mit Windgeschwindigkeiten von rund 220 Stundenkilometern war «Gustav» in der Nacht zum Sonntag auf Kuba getroffen. Dort richtete er grosse Verwüstungen an; in der Hauptstadt Havanna brach die Stromversorgung zusammen.

Über Todesopfer wurde aber nichts bekannt. In der Dominikanischen Republik, Haiti und Jamaika waren im Sturm mindestens 86 Menschen ums Leben gekommen.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wetter.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Etschmayer Es sind ziemlich genau drei Jahre vergangen, seit Katrina New Orleans, the Big Easy, in eine Wasserwüste verwandelt hat. Entgegen vielen Befürchtungen ... mehr lesen 
Hurrikan «Gustav» wird schwächer eingestuft, allerdings nicht schwächer als «Katrina».
New Orleans/Washington - Dunkle schwarze Wolken am Himmel und erste heftige Böen, fast menschenleere Strassen und patrouillierende Polizeiwagen: Die US-Metropole New Orleans glich am ... mehr lesen
Der Tropensturm «Gustav» hat seinen zerstörerischen Zug durch die Karibik fortgesetzt.
Washington/Port-au-Prince - Der ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Rot markierte Häuser sind zerstört, grüne intakt.
Rot markierte Häuser sind zerstört, grüne intakt.
Steht unser Haus noch? Diese Frage stellen sich Menschen auf der ganzen Welt, die Opfer von Waldbränden wurden. Dies festzustellen war nicht einfach, doch nun können - sobald sich der Rauch für Luftaufnahmen verzogen hat, Gebäudeschäden innerhalb Minuten erkannt werden. mehr lesen 
Schlamm und Schutt  Schwäbisch-Gmünd - Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen sind in Süddeutschland vier Menschen ums Leben gekommen. In Schwäbisch Gmünd wurden am Montag zwei Männer tot geborgen, sie ... mehr lesen  
Region westlich von Houston besonders betroffen  Washington - Bei schweren Unwettern im US-Bundesstaat Texas sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Besonders betroffen war die Region westlich der Millionenstadt Houston, wie ... mehr lesen
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
         
Lotte Laserstein, «Selbstporträt mit weissem Kragen», um 1923, Öl auf Pappe; 32 x 24 cm, Privatbesitz Deutschland, Ausschnitt.
Publinews Porträts und Selbstporträts der Moderne in der Foundation Beyeler  Die Ausstellung «CLOSE-UP» in der Foundation Beyeler zeigt ab dem 19. September bis zum 2. Januar nächsten Jahres Werke von ... mehr lesen
Publinews Ab in die römische Antike!  Der grösste Silberschatz der Antike, das imposante Theater, das romantische Römerhaus, spannende Mitmach-Aktionen, tolle Picknickplätze ... mehr lesen
Ohne Zwischenstopp erreichbare Fernziele.
Publinews Trotz bestehender Corona-Pandemie packt viele Menschen die Reiselust. In zahlreichen Sehnsuchtszielen ist Reisen wieder möglich. Allerdings müssen sich ... mehr lesen
Schlösser und Burgen.
Publinews Die Schweiz steht für Vielfalt - egal ob es um die Landessprache oder die Natur geht. Gerade die Region rund um die Alpen ist ein beliebtes Reiseziel für ... mehr lesen
Hotelier Alexander Hübner.
Publinews Wie wird die Hotelbranche der Zukunft aussehen und welche Art von Hotels werden angesichts der aktuellen und bevorstehenden ... mehr lesen
Ungestört mit dem Privatjet.
Publinews Nach Cannes, Nizza, Paris, Amsterdam, Düsseldorf oder London jetten? Von einem zentral in Europa gelegenen Flughafen wie dem von St. Gallen und Altenrhein in der Schweiz ... mehr lesen
Im Sommer wie im Winter ein ausgezeichnetes Urlaubsland.
Publinews Die frische Luft der Schweizer Alpen und der süsse Geschmack zart schmelzender Schweizer Schokolade sind nur zwei Gründe für einen Besuch in der wunderschönen ... mehr lesen
Die Urlaubszeit ist da!
Publinews Diese Destinationen sollten Sie in diesem Jahr nicht verpassen  Endlich ist es wieder soweit! Die Urlaubszeit ist da. Für diejenigen Schweizer, die ihren wohlverdienten Jahresurlaub nicht in ihrem schönen ... mehr lesen
Michael Walliser fährt leidenschaftlich gerne Motorrad.
Publinews Motorrad Kredit: Unbeschwerte Finanzierung  Michael Walliser (27) ist ein Mann, der Pläne umsetzt und seine Träume verwirklicht. Mit einem seriösen Privatkredit kann er seinen ... mehr lesen
Die Besucher strömen zur SOM.
Publinews Ein Expo-Festival der besonderen Art  «Als wir vor zehn Jahren mit der SOM begonnen haben, war das noch eine Idee, ein kleines Pflänzchen. Nach zehn Jahren ist sie DER ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF