Grossbrand in Chile
Mindestens 83 Tote bei Brand in Gefängnis
publiziert: Mittwoch, 8. Dez 2010 / 14:26 Uhr / aktualisiert: Samstag, 11. Dez 2010 / 23:47 Uhr
Flammen schlugen aus dem Gebäude.(Symbolbild)
Flammen schlugen aus dem Gebäude.(Symbolbild)

Santiago de Chile - Ein Grossbrand in einem chilenischen Gefängnis hat mindestens 83 Häftlinge das Leben gekostet. Gesundheitsminister Jaime Mañalich sprach vom vielleicht schwersten Unglück in der Geschichte der chilenischen Strafjustiz.

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Weitere 14 Häftlinge seien verletzt worden. Unter den Verletzten seien auch drei Polizisten und ein Feuerwehrmann, sagte Mañalich. Rettungskräfte suchten noch nach Überlebenden und möglichen weiteren Opfern.

Vor dem brennenden Gebäude spielten sich erschütternde Szenen ab. Angehörige der Insassen flehten an den Mauern des Gefängnisses die Polizei an, die Häftlinge rauszulassen. Insassen gestikulierten verzweifelt aus den vergitterten Fenstern. Die Flammen schlugen aus der Haftanstalt, über dem Gebäude standen dunkle Rauchwolken.

Brand gelegt

Nach offiziellen Angaben wurde der Brand am Morgen absichtlich gelegt, als es in einem der fünf Türme der Anlage zu einem Kampf zwischen Häftlingen kam. In Chile sind die Gefängnisse chronisch überfüllt.

In San Miguel sind laut Polizeiangaben rund 1900 Häftlinge untergebracht. Geplant war die Haftanstalt für 700 Gefangene. «Die Bedingungen in diesem Gefängnis sind absolut unmenschlich», sagte Präsident Sebastian Pinera vor Ort.

Nur fünf Wärter

Lediglich fünf Wärter hätten Aufsicht über die Gefangenen gehabt, sagte Pedro Hernandez, der die Gewerkschaft der chilenischen Gefängniswärter führt. Präsident Pinera sagte, es hätten sich sechs Wärter in den Türmen befunden, in denen die Häftlinge untergebracht sind. Weitere 26 seien in dem Gefängniskomplex stationiert.

Die Behörden konnten bislang nicht sagen, warum so viele Insassen ums Leben kamen oder wie lange die Feuerwehr brauchte, um zu jenem Teil der Anstalt zu kommen, wo der Brand ausgebrochen war.

Verzweifelte Angehörige

Vor dem Gefängnis versammelten sich hunderte verzweifelte Angehörige. Sie verlangten Informationen über das Schicksal der Häftlinge.

Mindestens eine Frau brach zusammen. Andere schrien ihre Verzweiflung und Ohnmacht Journalisten und Polizisten ins Gesicht.

(bert/sda)

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