Aufräumarbeiten
«Mittelgrosses Schadensereignis» im Emmental
publiziert: Freitag, 25. Jul 2014 / 11:29 Uhr / aktualisiert: Freitag, 25. Jul 2014 / 16:56 Uhr
Das schwere Unwetter hatte am Donnerstagmorgen grossen Schaden angerichtet.
Das schwere Unwetter hatte am Donnerstagmorgen grossen Schaden angerichtet.

Schangnau BE/Bern - In der Emmentaler Gemeinde Schangnau gehen nach dem verheerenden Hochwasser die Aufräumarbeiten weiter. Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) geht von einem Schadenvolumen von rund 4 Millionen Franken aus. Sie sprich von einem mittelgrosses Schadenereignis.

5 Meldungen im Zusammenhang
Für die Gebäudeversicherung selbst ist der Schaden verkraftbar, da sie nach eigenen Angaben über genügend hohe Rückstellungen verfügt, wie das Unternehmen auf Anfrage bekannt gab. Die Ereignisse würden denn auch keine Prämienerhöhung nach sich ziehen.

Gemäss früheren Zahlen der GVB sind in den letzten Jahrzehnten die Elementarschäden markant angestiegen. In den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrtausends kam etwa eine Schadensumme von rund 200 Millionen Franken zusammen, die Hälfte davon ging auf Überschwemmungen zurück.

Nach der Jahrtausendwende katapultierten vor allem Hochwasserereignisse wie jenes von 2005 die Schadensumme in die Höhe. In den ersten sieben Jahren des neuen Jahrtausends betrug die Schadensumme 732 Millionen Franken.

"In letzter Zeit hatten wir zum Glück deutlich ruhigere Jahre", schreibt die Gebäudeversicherung. Es könne den Kanton Bern aber jederzeit wieder treffen. Um Schäden weitgehend eindämmen zu können, sei unter anderem Prävention wichtig.

Dünn besiedeltes Gebiet

Der Berner Versicherer Mobiliar ist vom Unwetter im oberen Emmental nur sehr wenig betroffen, wie Mediensprecher Roger Baur sagte. Das habe auch damit zu tun, dass das betroffene Gebiet sehr dünn besiedelt ist.

Die heftigen Regenfälle davor, die über grössere Teile der Schweiz niedergingen, schlagen stärker zu Buche. Für die Unwetter vom 12. bis 14. Juli geht die Mobiliar von 700 Meldungen und einen Schaden von 5 Millionen Franken aus.

Für die Regenperiode vom 20. bis 22. Juli liegen noch keine Hochrechnungen vor, doch dürfte die Schadensumme hier höher liegen, wie Baur weiter sagte.

Bachläufe schnellstmöglich geräumt

Am Freitag waren die Einsatzkräfte im Emmental vor allem bemüht, die Bachläufe von Geröll und Holz zu befreien. Damit will man sich auch gegen allfällige neue Gewitter wappnen.

Das Ausräumen der Bachläufe habe jetzt Priorität, sagte der Emmentaler Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher auf Anfrage. Denn so wolle man verhindern, dass die Bäche wieder über die Ufer treten, falls es wieder stark regnen sollte. Zudem würden weiterhin Keller ausgepumpt und weitere Verkehrswege geöffnet.

Für die beiden Holzbrücken in Schangnau beziehungsweise Eggiwil, die von den Fluten weggespült wurden, gebe es inzwischen eine Lösung, sagte Grossenbacher weiter. Die Armee werde zwei Notbrücken bauen und hierzu die Arbeitskräfte und die Geräte stellen. Die Gemeinde besorgt das Material und einen Ingenieur.

Weiter gehe es zurzeit auch darum, den betroffenen Einwohnern zu helfen, damit sie auch wieder "einigermassen wohnen" können, sagte Grossenbacher. Auch am Freitag waren die betroffenen Haus- und Hofbesitzer dabei, ihre Liegenschaften zu putzen und vom Schlamm zu befreien.

Gleise der Brienz Rothorn Bahn beschädigt

Das Unwetter vom Donnerstagmorgen wütete nicht nur über dem Emmental, sondern auch im angrenzenden Berner Oberland. In Brienz verschüttete ein Murgang einen Teil der Strecke der Brienz Rothorn Bahn.

Die Gleise wurden dabei zum Teil schwer beschädigt, wie das Unternehmen mitteilte. Die Dampfbahn verkehrt zurzeit nur bis zur Mittelstation. Der Dampfbetrieb bis auf den Gipfel bleibt mindestens bis Montagabend gesperrt.

Das Hochwasser in Teilen des Kantons Bern betrifft nach wie vor auch die Aare-Schifffahrt. In den nächsten Tagen werde weiterhin viel Wasser durch den Nidau-Büren-Kanal aus dem Bielersee abgelassen, schreibt die Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft (BSG) in einer Mitteilung. Die Kursschifffahrt auf der Aare zwischen Biel und Solothurn bleibe deshalb auch am Wochenende eingestellt.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wetter.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Unwetterschäden in Luzern heute am Nachmittag.
Bern - Neue Gewitter haben am Montag erneut Schäden an Häusern und Verkehrswegen angerichtet, vor allem in den Kantonen Bern und Luzern. Sie waren Vorboten des ... mehr lesen
Die Menscxhen in den betroffenen Gebieten machen in den letzten Tagen viel durch.
Schangnau BE - Die ... mehr lesen
Schangnau BE - Ein Unwetter hat ... mehr lesen
Das Ausmass der Schäden, die das Unwetter anrichtete, ist noch unklar.
In Süddeutschland beginnt das Aufräumen.
Während im Süden aufgeräumt wird trifft es die nächste Region  Schwäbisch Gmünd - Gewitter mit Starkregen haben in Deutschland nach den verheerenden Unwettern im Süden nun auch Nordrhein-Westfalen getroffen. Laub und Schlamm verstopften Kanalrohre, das Wasser lief über die Strassen und flutete Keller. Verletzt wurde ersten Angaben zufolge niemand. mehr lesen 
Region westlich von Houston besonders betroffen  Washington - Bei schweren Unwettern im US-Bundesstaat Texas sind mindestens sechs Menschen ... mehr lesen  
Wasserstand steigt weiter  Heilbronn - Bei den schweren Unwettern und Überschwemmungen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ist die Opferzahl auf vier gestiegen. Am Sonntagabend starb ein 13 Jahre altes Mädchen an einer Bahnstrecke, wie die Polizei in Aalen am Montag meldete. mehr lesen  
Überflutung und Stromausfälle in Teilen der Schweiz  Bern - Heftige Gewitter haben in der Nacht auf Sonntag in Teilen der Schweiz zu Überflutungen und Stromausfällen geführt. Im Tessin mussten nach heftigen Gewittern am Samstagabend Strassen wegen Erdrutschen gesperrt werden. mehr lesen  
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
         
Ausstellung von Jayn Erdmanski: Strange Theory of Light and Matter
Publinews Galerie vor der Klostermauer: 25. Okt. bis 17. Nov. 2019  Die St.Galler Künstlerin Jayn Erdmanski zeigt ab 25. Oktober ihre neuen Arbeiten in der Galerie vor der Klostermauer. In der ... mehr lesen
Publinews Ab in die römische Antike!  Der grösste Silberschatz der Antike, das imposante Theater, das romantische Römerhaus, spannende Mitmach-Aktionen, tolle Picknickplätze ... mehr lesen
Publinews Ausstellung bis 9. August 2020  Sitzt du noch oder bewegst du dich schon? Eine Ausstellung im Anatomischen Museum Basel thematisiert die Auswirkungen sportlicher Betätigung auf ... mehr lesen
-
Publinews Papiliorama  Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen: erleben Sie das bunte Ballett der exotischen Schmetterlinge, welche frei um Sie herumfliegen, ... mehr lesen
Publinews Atzmännig, bekannt als Freizeitparadies vor den Toren Zürichs, mit seiner Rodelbahn, dem Freizeitpark und Seilpark, bietet Spass und Nervenkitzel mitten in der Natur. ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF