Öl-Schäden bis 100 Milliarden - BP verliert Kreditwürdigkeit
publiziert: Freitag, 18. Jun 2010 / 17:17 Uhr / aktualisiert: Freitag, 18. Jun 2010 / 19:29 Uhr

Washington - Die Schäden durch die Ölpest im Golf von Mexiko könnten sich allein im US-Bundesstaat Louisiana auf bis zu 100 Milliarden Dollar belaufen. Das ist fünf Mal so viel Geld, wie der Ölkonzern BP bis 2013 in seinen Entschädigungsfonds einzuzahlen beabsichtigt.

Die Umwelt- und Wirtschaftsschäden werden sich nach Schätzungen auf 40 bis 100 Milliarden Dollar belaufen.
Die Umwelt- und Wirtschaftsschäden werden sich nach Schätzungen auf 40 bis 100 Milliarden Dollar belaufen.
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Louisiana ist von der Ölpest im Golf von Mexiko am stärksten betroffen. Der Bundesstaat kritisierte den geplanten Fonds als nicht ausreichend. Schäden für Umwelt und Wirtschaft könnten sich auf bis zu 100 Milliarden Dollar belaufen, sagte Louisianas Finanzminister John Kennedy gegenüber Reuters Insider TV.

Nur schon die Lohnausfälle für Arbeiter wegen der Ölpest summierten sich täglich in Louisiana auf 100 bis 150 Millionen Dollar.

BP hatte auf Druck der US-Regierung eingewilligt, 20 Milliarden Dollar in einen unabhängig verwalteten Fonds einzuzahlen. Mit dem Geld sollen unter anderem Aufräumarbeiten bezahlt werden. Für Präsident Barack Obama stellt die Summe aber keine Obergrenze dar.

Kreditwürdigkeit von BP heruntergestuft

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stufte die Kreditwürdigkeit von BP um zwei Noten herunter. Das Unternehmen werde nunmehr mit A statt AA- bewertet. Es sei äusserst ungewiss, welche Belastungen auf BP wegen der Ölpest im Golf von Mexiko zukämen, begründete die Agentur den Schritt.

Sie schloss zugleich eine weitere Senkung der Bonität nicht aus, falls BPs Kosten für Aufräumarbeiten, Entschädigungen und Strafzahlungen steigen sollten. S&Ps Rivale Fitch hatte die Kreditwürdigkeit des Öl-Multis am Montag um sechs Noten auf BBB herabgestuft, zwei Stufen über Ramschstatus.

Menge des auslaufenden Öls nach oben korrigiert

Die Menge des seit der Explosion tagtäglich in den Golf von Mexiko ausströmenden Öls ist in den vergangenen Wochen mehrfach nach oben korrigiert worden. US-Innenminister Ken Salazar bezifferte die auslaufende Menge zuletzt auf bis zu rund 9,5 Millionen Liter oder bis zu 60'000 Barrel pro Tag.

Die Einsatzteams konnten die Menge das abgesaugten Öls aus dem defekten Bohrloch erneut erhöhen. In den vorangegangenen 24 Stunden seien 25'000 Barrel Öl vom lecken Bohrloch abgesaugt worden, teilte der Krisenkoordinator der US-Regierung, Thad Allen, am Freitag in New Orleans mit. Bislang waren es etwa 20'000 Barrel täglich.

US-Präsident Barack Obama hatte das Ziel vorgegeben, bis Ende des Monats 90 Prozent des austretenden Öls einzufangen.

(ht/sda)

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Grosstechnologie
Ich finde, Grosstechnologie ist ein viel zu allgemeiner Begriff. Bohrinseln sind nun mal perDefinition gross, denn es gibt auch keine Ölfelder im Taschenformat.
Die Sauerei bei einem Unfall ist dann natürlich entsprechend gross.

Wenn ich sehe, was da alles schiefgelaufen ist und wie es schlicht irgenwann passieren musste wegen Sparen auf Kosten der Sicherheit sowohl bei Technik als auch beim Personal, und sehe, wie BP mehr um seinen Ruf besorgt ist als um die Schadensbegrenzung .... kommt mir vor allem Pfusch und Schlamperei als Schlagworte in den Sinn.

Es gibt ja auch schon Atomkraftwerke, die man in den Garten stellen kann. Diese Technologie lässt also offenbar solch kleine Einheiten zu. Nur weil diese Kleinst-AKWs so klein sind, werden sie dadurch sicherer? Würden Sie sich so ein Ding wirklich in den Garten stellen, nur weil es klein ist?

Umgekehrt sind Solarkraftwerke und Windfarmen auch nicht gerade klein. Im Falle eines Unfalls wären die Folgen allerdings tatsächlich nicht mit Tschernobyl oder Deepwater Horizon vergleichbar. Hier stimme ich mit Ihnen überein.
Supergau unsinniger Energiepolitik
"Drill Baby Drill" war der Slogan von Sarah Palin und Obama schwärmte von „neuen Technologien, welche die Folgen der Ölförderung mindern“. Damit verniedlichten sie die Gefahren der Tiefseebohrungen. Im Griff habe man diese Technologie, wurde gebetsmühlenartig behauptet. Nun sind alle entsetzt über den Supergau im Golf. Da wirkt die Verharmlosung der Gefahren eines AKW wie blanker Hohn. Wir sollten die Finger lassen von Grosstechnologie, deren Risiken sich nicht einmal versichern lassen, um so mehr die Alternativen fast monatlich günstiger werden: Windturbinen, Solardächer und Biogasanlagen.
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