Pazifik-Klima schuld an Ostafrikas Dürre
publiziert: Samstag, 6. Aug 2011 / 20:39 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 7. Aug 2011 / 20:34 Uhr
Flüchtlinge auf der Suche nach Ästen: Es steht noch mehr Extremwetter für die Region bevor
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Die Krisenregion dürfte künftig noch häufiger von Extremwetter geplagt werden - Trockenheit und Überflutungen werden sich abwechseln.

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Die Dürrekatastrophe in Ostafrika geht auf ein Klimaphänomen im Pazifik zurück. Das ist schon seit 20.000 Jahren so, berichtet ein internationales Forscherteam in der Zeitschrift «Science». «Das Ausbleiben der Regenfälle am Horn von Afrika ist eine Folge der aktuellen La-Niña-Kältejahre im Pazifik», erklärt Studienautor Christian Wolff vom GeoForschungsZentrum Potsdam im Interview mit pressetext.

Regenzeiten ausser Lot

Zwei Klimaphänomene steuern das Klima in Ostafrika. Allen voran stehen die jährlichen Regenzeiten, die durch die «Innertropische Konvergenzzone» bestimmt sind. So wird das Wolkenband um den Äquator bezeichnet, das sich durch Verdunstung bildet und je nach jahreszeitlicher Sonneneinstrahlung nord- oder südwärts wandert.

Unterbrochen wird dieses Grundmuster jedoch alle paar Jahre durch das Phänomen der «El Niño Southern Oszillation» (ENSO). Dieser häufig auch als «El Niño» bzw. «La Niña» bezeichnete Effekt wird vor allem auf die Wassertemperatur im östlichen Pazifik zurück. Während in den Warmphasen der El-Niño-Jahren die Regenmenge in Ostafrika 1.000 Millimeter und darüber beträgt, bleibt sie in La-Niña-Kaltphasen auf nur 600 Millimeter - aktuell sogar auf bloss 200 Millimeter.

Mehr Dürre und Überschwemmung

Den Beweis dafür fanden die Forscher in Sedimenten des kenianischen Challa-Sees direkt am Fuss des Kilimandscharos. Sie entnahmen Bohrkerne und untersuchten deren Streifenmuster. «Die Dicke der Streifen, die zwischen 0,08 und sieben Millimeter variiert, gibt Rückschluss auf das Klima jeweils eines Jahres. So kann man die Entwicklung seit der kältesten Phase der letzten Eiszeit rückverfolgen», berichtet Wolff. Biochemische Proxydaten und seismologische Sedimenterkundungen bestätigten die Übereinstimmung von Klima und Schichtdicke.

Bei Ende der letzten Eiszeit war die Welt um fünf Grad kälter als heute, weshalb das ENSO-Phänomen weniger stark ausgeprägt war, zeigten die Forscher. Die vergangenen 3.000 Jahre verliefen hingegen wärmer und wechselhafter. «Trocken- und Dürreperioden wie dieses Jahr, jedoch auch Phasen mit massiven Regenperioden und Überflutungen, werden künftig in Ostafrika künftig noch häufiger eintreten. Denn die klimatischen Extremereignisse nehmen infolge der Erderwärmung weiter zu», warnt Wolff.

(et/pte)

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