Angepasster Nährstoffbedarf
Pflanzen können die Durchlässigkeit ihrer Wurzeln kontrollieren
publiziert: Donnerstag, 14. Jan 2016 / 19:07 Uhr
Pflanzen können ihre Wurzeln dem Nährstoffbedarf anpassen.
Pflanzen können ihre Wurzeln dem Nährstoffbedarf anpassen.

Lausanne - Pflanzen können ihre Wurzeln dem Nährstoffbedarf anpassen, und zwar dank einer reversible Wachsschicht, wie eine Studie Lausanner Forscher zeigt.

3 Meldungen im Zusammenhang
Bevölkerungswachstum, Bodendegradation und Klimaerwärmung stellen die Landwirtschaft vor grosse Herausforderungen: Sie muss den Ertrag von Nutzpflanzen steigern, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Bis zum Jahr 2050 wird die Erdbevölkerung zudem voraussichtlich auf neun Milliarden ansteigen. Es werden also noch zwei Milliarden Menschen mehr zu ernähren sein als heute.

Die Ertragssteigerung darf jedoch nicht zu Lasten der Umwelt oder der Qualität der Nährstoffe gehen. Daher sei es wichtig zu verstehen, wie genau Pflanzen die für sie unentbehrlichen Nährstoffe aus dem Boden gewinnen, schrieb die Universität Lausanne am Donnerstag.

Natürlicher Filter

Niko Geldner und sein Team vom Departement für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Lausanne interessieren sich dabei besonders für die Rolle der sogenannten Endodermis. Dabei handelt es sich um eine undurchlässige Zellschicht im Innern der Wurzel. Diese studieren sie am Beispiel der Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana.

«Die Endodermis funktioniert wie ein Filter, der die Nährstoffe durchlässt, die die Pflanze braucht, aber unnütze oder potenziell toxische Stoffe zurückhält», wird Marie Barberon, Erstautorin der Studie, in der Mitteilung zitiert.

Die Arbeit der Lausanner Biologen brachte eine unerwartete Entdeckung: Eine bisher unbekannte Fähigkeit der Pflanzen, die Durchlässigkeit der Endodermis anzupassen. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler im Fachjournal «Cell» vor.

«Die Durchlässigkeit beruht zu einem Grossteil auf der Anwesenheit von Suberin, einer wachsartigen Substanz», erklärte Geldner. Sie bedecke die Zellen der Endodermis.

«Wir haben entdeckt, dass die Pflanzen nicht nur in der Lage sind, ihre Suberin-Produktion zu erhöhen, sondern dies je nach Nährstoffbedarf auch wieder umzukehren, indem sie die zuvor geformte Wachsschicht wieder abbauen», so der Forscher. Durch diese Strategie können die Pflanzen ihre Versorgung und somit ihre Entwicklung auch bei Nährstoffmangel sicherstellen.

Nutzen für die Landwirtschaft

Die Erkenntnisse könnten von grossem Nutzen für die Landwirtschaft sein. «Wir müssen nun herausfinden, ob dieser Mechanismus auch in Kulturpflanzen existiert, und falls nicht, wie wir ihn künstlich einbauen könnten», sagte Geldner.

Mehrere Forschungsgruppen, die Nutzpflanzen wie Reis, Mais oder Tomate studieren, seien übrigens bereits durch die Arbeit der Lausanner Forscher inspiriert worden. «Sie untersuchen nun die Endodermis dieser Pflanzen mit grösserem Interesse.»

(cam/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wetter.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Bei Fans von englischem ... mehr lesen
Ein kleiner Maulwurf.
Das neue System ermöglicht es, nur die besten Pflanzen weiterzüchten zu können.
Atlanta/Wien - Wissenschaftler wollen den Ertrag von Kulturpflanzen dadurch verbessern, dass sie mithilfe eines automatisierten Abbildungssystems deren Wurzeln analysieren. mehr lesen
Birmensdorf/Zürich - Das Düngen ... mehr lesen 1
Pflanzenfresser wie Steinböcke verspeisen vorwiegend in die Höhe wachsende Pflanzen.
Ein männliches und ein weibliches Tier wurden bereits im vergangenen Jahr in dieser Gegend registriert.
Ein männliches und ein weibliches Tier wurden ...
Abschuss noch kein Thema  Sitten - Seit Anfang Jahr wurden im Oberwallis mehrere Schafe von Wölfen gerissen. Zur letzten Attacke kam es in der Nacht auf Montag. Das Rissmuster deutet auf einen Wolf hin. mehr lesen 
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen verkaufen müssen. Darauf haben sich die eidgenössischen Räte geeinigt. Der Ständerat ist am Dienstag auf die Linie des Nationalrats eingeschwenkt. mehr lesen  
Mehr als ein Drittel schon tot oder dabei abzusterben  Sydney - Wie befürchtet hat die massive Korallenbleiche am Great Barrier Reef in Australien verheerende Folgen. In der Nord- und Zentralregion seien mehr als ein Drittel der Korallen schon tot oder dabei, abzusterben, berichtete die James-Cook-Universität am Montag. mehr lesen  
Diesel-Abgaswerte  Frankfurt - Daimler setzt nach eigenen Angaben als erster Autohersteller auf Partikelfilter bei ... mehr lesen  
Daimler stockt auf.
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
     
Rudolf Stingel: Untitled, 2013, Öl auf Leinwand, Foto: Christopher Burke Studio
Publinews Fondation Beyeler: 26. Mai - 5. Oktober 2019  Mit dem zeitgenössischen Maler Rudolf Stingel widmet die Fondation Beyeler ihre Sommerausstellung 2019 einem der höchstgehandelten Namen auf dem ... mehr lesen
Publinews Uhrenmuseum Beyer  Das Uhrenmuseum Beyer gilt als eine der grossen Attraktionen Zürichs. Es befindet sich an der berühmten Einkaufsmeile inmitten von Zürich und ist durch das Ladenlokal ... mehr lesen
Ausstellung: «Die Katze. Unser wildes Haustier»
Publinews Ausstellung im Naturmuseum Thurgau  Die Katze ist das beliebteste Haustier in der Schweiz. Mal ist sie anschmiegsam, oft distanziert, immer ist sie eigenwillig. Die neue Sonderausstellung im Naturmuseum ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF