Radio DRS entlässt Radioarzt fristlos
publiziert: Mittwoch, 10. Mai 2006 / 09:09 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 10. Mai 2006 / 10:27 Uhr

Zürich - Der Radioarzt Jean-Jacques Fasnacht ist von Radio DRS fristlos entlassen worden.

Jean-Jacques Fasnacht unterstützt die Proteste gegen das Atommüll-Endlager im Zürcher Weinland.
Jean-Jacques Fasnacht unterstützt die Proteste gegen das Atommüll-Endlager im Zürcher Weinland.
Grund dafür ist Fasnachts politisches Engagement gegen das geplante Atommüll-Endlager im Zürcher Weinland.

DRS-Sprecherin Ursula Kottmann bestätigte einen entsprechenden Bericht des «Tages-Anzeiger» vom Vortag. Fasnacht, der in der Sendung «Ratgeber» über Gesundheitsfragen Auskunft gab, engagiert sich als Kopräsident des Vereins «KLAR! Schweiz».

«KLAR! Schweiz» fordert neben dem Ausstieg aus der Atomenergie einen Verzicht auf das Atommüll-Endlager im Zürcher Weinland. Der Verein entstand 2003 aus dem Zusammenschluss zweier Gruppierungen, die sich seit Mitte der Neunziger Jahre gegen das geplante Lager engagiert hatten.

Politisches Engagement

DRS begründet die Entlassung damit, dass aus Gründen der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit redaktionelle Arbeit und politisches Engagement getrennt werden müssten. In seinen Sendungen habe Fasnacht aber nie politisch agitiert.

Jedoch habe man sich mit dem Radioarzt im vergangenen Herbst darauf geeinigt, dass dieser seine politischen Auftritte einschränke. Ebenfalls im Herbst 2005 erbrachte aber die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) den Entsorgungsnachweis für ein Lager im Weinland.

Fasnacht intensivierte daraufhin sein politisches Engagement wieder. Ein Nachfolger ist laut Kottmann noch nicht bestimmt. Auch schliesst Radio DRS nicht aus, dass Fasnacht in einzelnen Sendungen weiterhin als Arzt zu Wort komme. Offizieller Radioarzt werde er jedoch nicht mehr sein.

(bert/sda)

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