Strom für Reaktor - Strahlung im Essen
Rückschlag im japanischen AKW Fukushima - Verstrahlte Lebensmittel
publiziert: Sonntag, 20. Mrz 2011 / 18:00 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Mrz 2011 / 18:59 Uhr
Ob die Pumpen im AKW in Fukushima auch funktionieren, steht noch nicht fest.
Ob die Pumpen im AKW in Fukushima auch funktionieren, steht noch nicht fest.

Tokio - Im Kampf um die Kontrolle am Atomkraftwerk Fukushima müssen die Einsatzkräfte einen Rückschlag verkraften: Über zwei Blöcken des japanischen Katastrophen-Kraftwerks stiegen am Montag wieder Rauch und Dampf auf. Gleichzeitig wuchs die Angst vor radioaktiv verseuchten Lebensmitteln aus der Region.

6 Meldungen im Zusammenhang
In den Gebieten rund um die Krisenregion im Nordosten Japans steigt die Strahlenbelastung im Essen und im Trinkwasser. Für vier Präfekturen verhängte die Regierung in Tokio am Montag ein Lieferverbot für Milch und mehrere Gemüsesorten. Ein komplettes Dorf in der Fukushima-Region darf kein Leitungswasser mehr trinken.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist über die Belastung von Lebensmitteln «stark besorgt», wie ein Sprecher in Genf sagte.

In Fukushima beschossen erneut Wasserwerfer Abklingbecken der Reaktoren 3 und 4 über Stunden mit Meerwasser, um die heissen Brennstäbe zu kühlen. Über dem Abklingbecken von Block 3 wurde gegen 16 Uhr Ortszeit grauer Rauch gesichtet, der sich dann wieder verzog. Später war auch über Block 2 Dampf zu sehen.

Ursache für Rauchbildung ungeklärt

Die Ursachen waren in beiden Fällen unklar, wie ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA laut der Nachrichtenagentur Kyodo sagte. Die Radioaktivität sei nicht «dramatisch» gestiegen. Der AKW-Betreiber Tepco zog wegen des Rauchs die Arbeiter zwischenzeitlich von den besonders gefährlichen Geländeteilen ab.

Block 3 des Katastrophen-Kraftwerks gilt als besonders gefährlich, da er Brennstäbe aus einem Plutonium-Uran-Mischoxid (MOX) benutzt. Plutonium ist nicht nur radioaktiv, sondern auch hochgiftig.

Schon vor dem Erdbeben vom 11. März soll die Betreiberfirma in Fukushima geschlampt haben: Die Atomsicherheitsbehörde NISA warf Tepco einige Tage vor der Katastrophe Inspektionsmängel vor, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. In Fukushima 1 seien 33 Geräte und Maschinen nicht ordnungsgemäss überprüft worden.

Verseuchtes Trinkwasser in Tokio

Spuren von radioaktivem Jod wurden laut Kyodo mittlerweile im Trinkwasser von neun Präfekturen gemessen, darunter in Tokio. Cäsium wurde in zweien von ihnen festgestellt. Allerdings seien die Grenzwerte der Kommission für atomare Sicherheit bei allen diesen Proben unterschritten worden, hiess es.

Auch zehn Tage nach Erdbeben und Tsunami harren noch 350'000 Menschen in Notunterkünften aus. Zehntausende verbringen die Nächte weiter in bitterer Kälte und Regen. Die Zahl der geborgenen Toten stieg bis Montag auf 8649, hinzu kommen offiziell 13'262 Vermisste.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wetter.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Verwüstung in Japan: Militärs suchen nach Überlebenden.
Zürich - Der Rückversicherer Swiss Re hat eine erste Schätzung für die Schäden aus dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan veröffentlicht. Der Konzern rechnet mit einer eigenen ... mehr lesen
Tokio - Für den Norden Japans sind für Sonntag leichte Regenfälle angekündigt. ... mehr lesen
Die Bevölkerung in Japan macht sich Sorgen vor radioaktivem Niederschlag.
Flughafen Zürich.
Zürich - Eine erste Gruppe des ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Das Schweizer Rettungsteam in Japan hat am Mittwoch nach der Ortung von drei Opfern seine Arbeiten abgeschlossen. Japanische Teams übernehmen die Aufgaben, wie Toni Frisch, Leiter des Katastrophenhilfekorps, gegenüber Radio DRS erklärte. mehr lesen 
In Süddeutschland beginnt das Aufräumen.
Während im Süden aufgeräumt wird trifft es die nächste Region  Schwäbisch Gmünd - Gewitter mit Starkregen haben in Deutschland nach den verheerenden Unwettern im Süden nun auch Nordrhein-Westfalen getroffen. Laub und Schlamm verstopften Kanalrohre, das Wasser lief über die Strassen und flutete Keller. Verletzt wurde ersten Angaben zufolge niemand. mehr lesen 
Schlamm und Schutt  Schwäbisch-Gmünd - Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen sind in Süddeutschland vier Menschen ums Leben gekommen. In Schwäbisch Gmünd wurden am Montag zwei Männer tot geborgen, sie waren in einen Kanalschacht gesogen worden. mehr lesen  
Überflutung und Stromausfälle in Teilen der Schweiz  Bern - Heftige Gewitter haben in der Nacht auf Sonntag in Teilen der Schweiz zu Überflutungen und Stromausfällen geführt. Im Tessin mussten ... mehr lesen  
Die Strasse zwischen Madra und Dandrio ist wegen eines Erdrutsches blockiert. (Symbolbild)
Der Vulkan Sinabung in Indonesien ist einer der aktivsten Vulkane in Südostasien. (Archivbild)
Sinabung wieder aktiv  Jakarta - Bei einem Vulkanausbruch in Indonesien sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Der 2460 Meter hohe Sinabung auf der Insel Sumatra hatte am Samstag plötzlich Asche ... mehr lesen  
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
         
Ausstellung von Jayn Erdmanski: Strange Theory of Light and Matter
Publinews Galerie vor der Klostermauer: 25. Okt. bis 17. Nov. 2019  Die St.Galler Künstlerin Jayn Erdmanski zeigt ab 25. Oktober ihre neuen Arbeiten in der Galerie vor der Klostermauer. In der ... mehr lesen
Publinews Ab in die römische Antike!  Der grösste Silberschatz der Antike, das imposante Theater, das romantische Römerhaus, spannende Mitmach-Aktionen, tolle Picknickplätze ... mehr lesen
Publinews Ausstellung bis 9. August 2020  Sitzt du noch oder bewegst du dich schon? Eine Ausstellung im Anatomischen Museum Basel thematisiert die Auswirkungen sportlicher Betätigung auf ... mehr lesen
-
Publinews Papiliorama  Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen: erleben Sie das bunte Ballett der exotischen Schmetterlinge, welche frei um Sie herumfliegen, ... mehr lesen
Publinews Atzmännig, bekannt als Freizeitparadies vor den Toren Zürichs, mit seiner Rodelbahn, dem Freizeitpark und Seilpark, bietet Spass und Nervenkitzel mitten in der Natur. ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF