Giftflut aus rumänischem Bergwerk hat Donau erreicht:
Schlimmste Umweltkatastrophe seit Tschernobyl
publiziert: Sonntag, 13. Feb 2000 / 20:35 Uhr / aktualisiert: Freitag, 25. Feb 2000 / 23:51 Uhr

Budapest/Stari Slankamen - Die von einer Goldmine in Rumänien verursachte Zyanid-Verseuchung hat am Wochenende im Fluss Theiss ein massenhaftes Fischsterben ausgelöst. Am Sonntag erreichte die Giftlauge die Donau in Jugoslawien.

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Ein ungarischer Parlamentsabgeordneter sprach von der «schlimmsten Umweltkatastrophe seit Tschernobyl». Ein Biologe der Universität von Szeged im Süden Ungarns sagte, die Fauna der Theiss sei praktisch vollkommen abgestorben.

Hundert Tonnen tote Fische
«Bisher wurden mehr als hundert Tonnen toter Fischer aus der Theiss geholt, aber das ist bei weitem nicht alles», sagte Karoly Pinter vom ungarischen Landwirtschaftsministerium. Viele tote Fische seien nach Jugoslawien getrieben, so dass der Umfang des Fischsterbens nicht genau angegeben werden könne.
Hunderte Ungarn pilgerten am Sonntag zur Theiss und beteten dort für die Gesundung des zweitgrössten ungarischen Flusses. Ein Mitarbeiter einer Umweltschutzbewegung aus dem südlich gelegenen Congrad sagte, neben den Fischen seien auch alle Krabben, Schnecken und Kleinstlebewesen gestorben.
Die meisten Wasservögel hätten die Region bereits verlassen, weil sie offenbar gespürt hätten, dass sie nicht mehr ihre gewohnte Nahrung zu sich nehmen könnten, berichtete Ferenc Kasza.

Schwermetalle
Andere Experten erklärten, dass langfristig nicht einmal das hochgiftige Zyanid das grösste Problem sei, sondern die mitgeschwemmten Schwermetalle. Schwermetalle zersetzen sich wesentlich langsamer als Zyanid und schädigen die Umwelt daher weit nachhaltiger.
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban sagte, Budapest werde von Rumänien um Entschädigung ersuchen, um die Theiss neu zu beleben. «Das ist die schlimmste Umweltkatastrophe seit Tschernobyl», sagte der Vorsitzende des Umweltausschusses des ungarischen Parlaments, Zoltan Illes, der Nachrichtenagentur AFP.
Auch die Vize-Präsidentin der EU-Kommission, Loyola de Palacio, hatte bei ihrem Budapest-Besuch in der vergangenen Woche von einer «Katastrophe» gesprochen.

Zwei Milligramm Zyanid pro Liter
Am Sonntagmittag erreichte die tödliche Fracht bei Stari Slankamen die Donau, rund 50 Kilometer nördlich von Belgrad. Ein AFP-Korrespondent berichtete, dass kurz darauf bereits zahlreiche tote Fische im Wasser trieben.
Nach Angaben des serbischen Landwirtschaftsministeriums befanden sich rund zwei Milligramm Zyanid in einem Liter Wasser - der zulässige Höchstwert beträgt in Jugoslawien 0,1 Milligramm pro Liter.
Ursache für die Verseuchung ist ein Unfall in der Goldmine Aurul im nordrumänischen Sasar, durch den Anfang Februar 100 000 Kubikmeter mit Zyanid verseuchtes Wasser in den Fluss Szamos gelangten. Von dort kam das Gift in die Theiss und schliesslich in die Donau. Zyanid wird zur Auswaschung von Gold aus Gestein verwendet.

(klei/sda)

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