Umweltvergiftung
Schon wieder - massive Quecksilberbelastung bei Visp
publiziert: Donnerstag, 13. Feb 2014 / 13:49 Uhr
Wegen der Entdeckung wurden die Arbeiten im belasteten Gebiet vorübergehend eingestellt. (Symbolbild)
Wegen der Entdeckung wurden die Arbeiten im belasteten Gebiet vorübergehend eingestellt. (Symbolbild)

Sitten - Bei Bauarbeiten in der Nähe von Visp ist der Kanton Wallis erneut auf mit Quecksilber verschmutzten Boden gestossen. Die Belastung ist massiv. Bis zu 500 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Boden (500 mg/kg) wurden gemessen.

2 Meldungen im Zusammenhang
Wegen der Entdeckung wurden die Arbeiten im belasteten Gebiet vorübergehend eingestellt, wie der Kanton Wallis am Donnerstag mitteilte. Die Bauarbeiter sollen laut einer Empfehlung der SUVA unter anderem Schutzmasken tragen.

Zum Fund kam es bei Bauarbeiten zwischen Visp und Baltschieder für eine Anschlussstrasse zur Autobahn A9. Nun soll das Ausmass der Verschmutzung abgeklärt werden. Die Walliser Dienststelle für Umweltschutz gab entsprechende technische Untersuchungen in Auftrag.

Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass vor allem der Boden bei einer ehemaligen Brücke über den Laldnerkanal belastet ist. Der Kanton Wallis nimmt an, dass es sich um eine lokale Aufschüttung mit bereits belastetem Material handelt, die beim Bau der Brücke 1986 vorgenommen wurde.

Die definitiven Ergebnisse der Untersuchung stehen noch aus und werden in den kommenden Tagen vervollständigt. Danach sollen sie veröffentlicht werden.

Siedlungsgebiet Turtig verschmutzt

In Visp wurden bereits 2010 und 2011 bei Vorbereitungsarbeiten für die Autobahnbaustelle hohe Quecksilberwerte festgestellt. Der Kanton ordnete darauf Untersuchungen an. Diese zeigten, dass in der Nähe eines anderen Gewässers - dem Grossgrundkanal - das Siedlungsgebiet Turtig hohe Quecksilberwerte aufweist.

Dort waren bei 10 von 36 untersuchten Parzellen die Böden mit mehr als 5 mg/kg Quecksilber verschmutzt. Seither dürfen private Gärten und Kinderspielplätze nicht mehr genutzt werden. Bis Ende März sollen alle Parzellen im betroffenen Gebiet untersucht werden.

Das Quecksilber im Grossgrundkanal stammt von der Chemiefirma Lonza, die von 1930 bis 1976 das Schwermetall ins Gewässer ableitete. Die Lonza sicherte zu, zusammen mit Kanton und Gemeinden Lösungen für die Beseitigung der Quecksilberverschmutzung zu suchen.

Ende Januar warnte die Umweltorganisation «Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz» (AefU), dass die Quecksilber-Belastung viel höher sein könnte. Sie stützte sich auf ehemalige Mitarbeiter und interne Dokumente. Die Lonza teilte die Einschätzungen der AefU nicht.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Sitten - Die durch Quecksilber kontaminierte Zone rund um die Chemiefabrik ... mehr lesen
Bei den laufenden Untersuchungen hat sich auch die Belastung der Wiesen unmittelbar westlich der Lonza, welche im Eigentum der Lonza sind, bestätigt.
Die Arbeiter mussten ohne Schutz vor dem gefährlichen Material arbeiten. (Symbolbild)
Sitten - Der Umweltverband Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) hat bei der A9-Baustelle bei Visp massiv höhere Quecksilberbelastungen gemessen, als der Kanton Wallis ... mehr lesen
Ein männliches und ein weibliches Tier wurden bereits im vergangenen Jahr in dieser Gegend registriert.
Ein männliches und ein weibliches Tier wurden ...
Abschuss noch kein Thema  Sitten - Seit Anfang Jahr wurden im Oberwallis mehrere Schafe von Wölfen gerissen. Zur letzten Attacke kam es in der Nacht auf Montag. Das Rissmuster deutet auf einen Wolf hin. mehr lesen 
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen verkaufen müssen. Darauf haben sich die eidgenössischen Räte geeinigt. Der ... mehr lesen
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Das Great Barrier Reef ist das grösste Korallenriffsystem der Welt.
Mehr als ein Drittel schon tot oder dabei abzusterben  Sydney - Wie befürchtet hat die massive Korallenbleiche am Great Barrier Reef in Australien verheerende Folgen. In der Nord- und Zentralregion seien mehr als ein Drittel der ... mehr lesen  
Diesel-Abgaswerte  Frankfurt - Daimler setzt nach eigenen Angaben als erster Autohersteller auf Partikelfilter bei ... mehr lesen  
Daimler stockt auf.
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
       
Rudolf Stingel: Untitled, 2013, Öl auf Leinwand, Foto: Christopher Burke Studio
Publinews Fondation Beyeler: 26. Mai - 5. Oktober 2019  Mit dem zeitgenössischen Maler Rudolf Stingel widmet die Fondation Beyeler ihre Sommerausstellung 2019 einem der höchstgehandelten Namen auf dem ... mehr lesen
Publinews Ausstellung bis 9. August 2020  Sitzt du noch oder bewegst du dich schon? Eine Ausstellung im Anatomischen Museum Basel thematisiert die Auswirkungen sportlicher Betätigung auf ... mehr lesen
Beyer Uhrenmuseum
Publinews Uhrenmuseum Beyer Zürich  Das Uhrenmuseum Beyer gilt als eine der grossen Attraktionen Zürichs. Es befindet sich an der berühmten Einkaufsmeile inmitten von Zürich an der Bahnhofstrasse 31 und ... mehr lesen
Ausstellung: «Die Katze. Unser wildes Haustier»
Publinews Ausstellung im Naturmuseum Thurgau  Die Katze ist das beliebteste Haustier in der Schweiz. Mal ist sie anschmiegsam, oft distanziert, immer ist sie eigenwillig. Die neue Sonderausstellung im Naturmuseum ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF