Umwelt
Schweiz soll bei Alu-Recycling auf die Tube drücken
publiziert: Mittwoch, 28. Aug 2013 / 16:39 Uhr
Alu-Lebensmitteltuben werden in der Schweiz nur zu rund 60 Prozent rezykliert. (Archivbild)
Alu-Lebensmitteltuben werden in der Schweiz nur zu rund 60 Prozent rezykliert. (Archivbild)

Basel - Alu-Lebensmitteltuben werden in der Schweiz nur zu rund 60 Prozent rezykliert, bei Getränkedosen sind es über 90 Prozent - der Rest landet im Abfall. Die IGORA-Genossenschaft für Aluminium-Recycling kündigte am Mittwoch in Basel an, die Tuben-Quote verbessern zu wollen.

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«Die Schweiz ist ein Tuben-Land», sagte Mathias Bross, Direktor des Basler Werks der Nestlé-Tochter Thomy, als Gastgeber vor den Medien. Europaweit würden 16 Prozent aller Alu-Tuben für Lebensmittel verwendet, in der Schweiz 37 Prozent. Diese Verpackungsweise war 1934 in der Schweiz bei Thomy für Mayonaise erfunden worden.

Im Gegensatz zu anderen Aluminium-Verpackungen und Gegenständen denken jedoch zu viele bei der Tube nicht ans Recycling. Das liege wohl daran, dass sie klein gedrückt zu gut in den Abfallsack passe und man nicht so häufig eine leere Tube in der Hand hat, vermutet IGORA-Geschäftsführer Markus Tavernier.

Fast 450 Tonnen Alu im Jahr verschwendet

56 Mio. Lebensmitteltuben werden in der Schweiz jährlich verkauft. Bei einer Recycling-Quote von 60 Prozent und einem Durchschnittsgewicht von 15 bis 20 Gramm verschwinden also jedes Jahr 336 bis 448 Tonnen des Leichtmetalls im Müll. Das kostet Kraft: Die Verarbeitung von Recycling-Aluminium benötigt nur fünf Prozent der Produktionsenergie von neuem Aluminium.

Das Schweizer Sammelsystem mit der IGORA sei effizient und ökonomisch, sagte der St. Galler Recycling-Unternehmer Christoph Solenthaler. Professionelle und ausreichend grosse Betriebe rentierten so auch hierzulande. Sortiertes Schweizer Haushalt-Alu gehe übrigens nicht nach China, sondern werde in Europa wiederverwendet.

Just Lebensmittel-Tuben werden indes laut Nestlé aus neuem Aluminium hergestellt, nicht aus wiederverwertetem. Dies liegt laut Tavernier an unterschiedlichen Alu-Legierungen mit verschiedenen Eigenschaften, die gemischt in der Sammlung landen. Diese zu separieren, lohnt sich nicht. Technisch wäre das laut Solenthaler mit Hightech-Maschinen möglich.

Verpackungs-Designer angesprochen

Noch ökologischer als alle Tuben zu rezyklieren wäre allerdings weniger Restinhalt in der aufgebrauchten Tube. Laut Thomas Kägi von der Carbotech AG werden im Durchschnitt etwa 7,5 Prozent der Füllung nicht genutzt. Bliebe am Ende gar nichts in der Tube, wäre das ökologisch zweieinhalb mal so wirksam wie eine 100-Prozent-Recyclingquote.

Die IGORA, die mit einem Rappen Zuschlag pro Alu-Verpackungseinheit finanziert wird, hat noch viel Aufklärungsarbeit vor sich: Laut Nestlé-Marketingfachmann Frank Wilde wissen 30 Prozent der Nutzer heute nicht, dass die Tuben aus Alu sind.

 

(tafi/sda)

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