Schweiz und Österreich wollen «grüne EM»
publiziert: Montag, 25. Jun 2007 / 14:40 Uhr / aktualisiert: Montag, 25. Jun 2007 / 16:42 Uhr

Mit der EURO 2008 wollen die Schweiz und Österreich Umweltstandards für künftige Grossveranstaltungen setzen. Die Umweltminister Moritz Leuenberger und Josef Pröll unterzeichneten am Montag in Wien eine gemeinsame «Nachhaltigkeits-Charta».

Moritz Leuenberger möchte, dass 80 Prozent der Fans mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden.
Moritz Leuenberger möchte, dass 80 Prozent der Fans mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden.
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Angestrebt wird eine «möglichst grüne EM», wie die beiden Minister vor der Presse betonten. Schliesslich seien die Schweiz und Österreich als Alpenländer vom Klimawandel besonders betroffen, unterstrich Leuenberger.

Das Ziel sei deshalb, dass möglichst viele Fans ihr Auto stehen lassen und per Zug und Bus anreisen. Das Nachhaltigkeitskonzept ruft in Erinnerung, dass die Schweiz im Nahverkehr mehr als 80 Prozent der Fans mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren möchte. In Österreich werden 60 Prozent angestrebt.

Darüber hinaus werden zahlreiche Massnahmen aufgelistet, darunter ein Spritspar-Training für Fahrer und attraktive öV-Angebote für Besucher von Fanzonen. Die Parkplätze werden knapp gehalten, die Fussgänger sollen von grosszügigen Boulevards profitieren.

«Umweltfreundliche Stadien»

Auch bei Energie und Abfall bemühen sich die beiden Länder um neue Standards. Angestrebt werden zum Beispiel «umweltfreundliche Stadien», die auch auf erneuerbare Energien setzen. Die Fans ihrerseits sollen zur Vermeidung von Abfall erzogen werden. Trinken sollen sie in Stadien und Städten aus Mehrwegbechern.

Das Nachhaltigkeitskonzept greift auch wirtschaftliche und soziale Aspekte auf. Gemäss Charta soll die EURO 2008 einen möglichst hohen Nutzen für die Wirtschaft beider Länder schaffen und Impulse für neue Arbeitsplätze geben. Das Image der beiden Tourismusländer soll gestärkt werden.

Im sozialen und kulturellen Bereich wird ein besonderer Schwerpunkt auf Rassismus-Bekämpfung und Fan-Arbeit gelegt. Jugend- und Hobbyfussballturniere am Rande der EURO sollen die Fans zudem näher zusammenführen.

Mineral billiger als Alkohol

Vorbildlich wollen die Organisatoren auch bei Prävention und Jugendschutz sein. In den Stadien gibt es keinen Alkohol; das ist bei Veranstaltungen des europäischen Fussballverbandes UEFA üblich. Ausserhalb der Stadien soll stets ein Mineralwasser oder ein Fruchtsaft erhältlich sein, der günstiger ist als das billigste Alkoholgetränk.

Präventive Massnahmen werden auch im Kampf gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution angestrebt. In der Schweiz hat der Bund bereits 100 000 Franken für eine Kampagne gesprochen, welche die Bevölkerung für die Frage sensibilisieren soll.

Die EURO dauert vom 7. bis 29. Juni 2008. Die Schweiz und Österreich wollen danach in einem Bericht darlegen, inwiefern das Nachhaltigkeitskonzept umgesetzt wurde. Auch eine CO2-Bilanz ist vorgesehen.

(dl/sda)

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