Signal nach Bali
publiziert: Dienstag, 25. Sep 2007 / 11:37 Uhr

New York - Bilder können bekanntlich oft weit mehr sagen als Worte. Zu Beginn der Klimaschutzkonferenz in New York zeigte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon den Vertretern von etwa 150 Staaten - darunter mehr als 80 Staats- und Regierungschefs - einen Kurzfilm.

Ban Ki Moon: «Wir müssen jetzt handeln.»
Ban Ki Moon: «Wir müssen jetzt handeln.»
8 Meldungen im Zusammenhang
Zur Einstimmung auf zehnstündige Beratungen führte er den Delegierten in knapp acht Minuten noch einmal vor Augen, worum es eigentlich geht: Wüstenbildung, Wirbelstürme, Überschwemmungen, schmelzende Gletscher.

Der Film hat den Titel «Der Weg vorwärts - dem Klimawandel entgegentreten».

Das Fazit lautete: Es gibt keine Zeit zu verlieren. «Wir müssen zusammen handeln, und wir müssen jetzt handeln», heisst es in dem Film. Das sollte bis zum Schluss die Hauptbotschaft der Konferenz bleiben.

Keine Ergebnisse

Dass das Treffen in der UN-Zentrale am East River keine konkreten Ergebnisse bringen würde, war schon vorher klar.

Das wichtigste Resultat war, dass die Konferenz überhaupt stattfand - an diesem Ort und in diesem Format.

Noch nie zuvor hatten sich so viele Staats- und Regierungschefs getroffen, um über den Klimawandel zu beraten.

«Historisches Ereignis»

Alleine das veranlasste Gastgeber Ban dazu, auf der Abschluss-Pressekonferenz von einem «bahnbrechenden, historischen Ereignis» zu sprechen.

Die Anwesenheit der zahlreichen Staats- und Regierungschefs habe gezeigt, dass der Kampf gegen den Klimawandel auf der höchsten politischen Ebene angesiedelt werden müsse.

«Sie haben ein klares Signal an die Menschen in aller Welt gesendet, dass der Klimawandel die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient.»

Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll

Bundeskanzlerin Angela Merkel verstand die Botschaft der Konferenz ähnlich: Die hochrangige Besetzung des Treffens sei ein «grosser Erfolg» auf dem Weg zu einem Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das in fünf Jahren ausläuft.

Die Konferenz sei auch «ein ganz wichtiges Signal» an die Umweltminister, die sich im Dezember auf Bali treffen, um einen Fahrplan für die Erarbeitung der Vereinbarung festzulegen.

Bush - der grosse Abwesende

Ganz ungetrübt blieb die Freude über den Verlauf der Konferenz allerdings nicht. Ausgerechnet der Staatschef des Landes mit dem höchsten CO2-Ausstoss blieb dem Treffen fern.

US-Präsident George W. Bush reiste zwar am Montag von Washington nach New York, liess sich bei der Konferenz aber von Aussenministerin Condoleezza Rice vertreten.

Bush widmete sich zunächst dem Nahost-Konflikt und führte Gespräche mit der palästinensischen Führung. Erst am Abend traf er sich mit Teilnehmern der Klimakonferenz. Bei einem Abendessen auf Einladung Bans nahm er neben Merkel Platz.

Konkurrenz für die UN

In der zweiten Wochenhälfte veranstaltet Bush eine weitere Klimakonferenz in Washington. Dazu sind Vertreter der 16 Staaten mit dem höchsten CO2-Ausstoss und die EU eingeladen. Kritiker sehen in dieser Initiative den Versuch, der UN bei ihren Bemühungen Konkurrenz zu machen.

Merkel trat diesen Befürchtungen entgegen, indem sie die US-Initiative als Bekenntnis zum UN-Prozess wertete. «Ich halte davon sehr viel, weil damit ganz klar wird: Die Amerikaner sind zurück im Klimaprozess», sagte sie am Montag.

Gleichzeitig verwies die Kanzlerin darauf, dass sich US-Aussenministerin Condoleezza Rice in New York damit einverstanden erklärt habe, dass das geplante internationale Klimaabkommen unter dem Dach der Vereinten Nationen abgeschlossen wird. «Gemessen an dem, wo wir vor einiger Zeit standen, ist das ein Riesenfortschritt.»

Bush wird Anstrengungen unterstützen

Bei dem Abendessen soll Bush jedenfalls klargestellt haben, dass er auf dem Weg zu einem neuen internationalen Klimaabkommen nicht die Rolle eines Quertreibers einnehmen will.

Ban sagte zu den Ausführungen des US-Präsidenten: «Er hat deutlich gemacht, das er die Anstrengungen der Vereinten Nationen unterstützen wird.»

(rr/AP)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Nusa Dua - Mit einem eindringlichen Appell zu entschiedenen Massnahmen für ... mehr lesen
«Jetzt ist die Zeit zum Handeln», so UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.
Young Vivian: «Niemand hört uns zu.»
Nuku'Alofa/Georgetown - Die ... mehr lesen
Washington - US-Aussenministerin ... mehr lesen
Die USA bevorzugte individuelle Lösungen, so Rice.
Nicolas Sarkozy machte sich einmal mehr für die Atomkraft stark.
New York - Der französische ... mehr lesen
New York - An der Klimakonferenz ... mehr lesen
Bundesrat Moritz Leuenberger sprach vor der UNO-Versammlung. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bundesrat Leuenberger wird in New York ein Treffen der Umweltgruppe leiten.
Bern - Umweltminister Moritz ... mehr lesen
New York - Die Vereinten Nationen ... mehr lesen
Die Klimaerwärmung könnte die gewohnte Umgebung der Inuit verändern.
Etschmayer Der Mediensturm der globalen Erwärmung ist in diesem Winter wie ein Hurrikan über uns herein gebrochen und hat einen Konsens erzeugt, der von den Gegn ... mehr lesen 
Die Bahn ist die nachhaltige Alternative zum Flug.
Die Bahn ist die nachhaltige Alternative zum Flug.
Menschen, die viel unterwegs sind, haben verschiedene Möglichkeiten: Auto, Bahn und Flugzeug zählen zu den beliebtesten Fortbewegungsmitteln. Allerdings haben diese Transportmöglichkeiten ihren Preis - zumindest für die Umwelt. mehr lesen 
Publinews Steigendes Umweltbewusstsein und eine strengere Gesetzgebung befördern die Nachfrage nach kreativen Ideen zum Recycling von ... mehr lesen  
Die Umwelt wird weniger verschmutzt.
Mehr als ein Drittel schon tot oder dabei abzusterben  Sydney - Wie befürchtet hat die massive Korallenbleiche am Great Barrier Reef in Australien verheerende Folgen. In der Nord- und Zentralregion seien mehr als ein Drittel der Korallen schon tot oder dabei, abzusterben, berichtete die James-Cook-Universität am Montag. mehr lesen  
«Sie wollen den Australiern Sand in die Augen streuen ...» klagte Greenpeace-Aktivistin Shani Tager.
UNO-Bericht  Sydney - Aus einem UNO-Bericht über Klimaschäden an wichtigen Tourismuszielen sind auf ... mehr lesen  
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
         
Lotte Laserstein, «Selbstporträt mit weissem Kragen», um 1923, Öl auf Pappe; 32 x 24 cm, Privatbesitz Deutschland, Ausschnitt.
Publinews Porträts und Selbstporträts der Moderne in der Foundation Beyeler  Die Ausstellung «CLOSE-UP» in der Foundation Beyeler zeigt ab dem 19. September bis zum 2. Januar nächsten Jahres Werke von ... mehr lesen
Publinews Ab in die römische Antike!  Der grösste Silberschatz der Antike, das imposante Theater, das romantische Römerhaus, spannende Mitmach-Aktionen, tolle Picknickplätze ... mehr lesen
Ohne Zwischenstopp erreichbare Fernziele.
Publinews Trotz bestehender Corona-Pandemie packt viele Menschen die Reiselust. In zahlreichen Sehnsuchtszielen ist Reisen wieder möglich. Allerdings müssen sich ... mehr lesen
Schlösser und Burgen.
Publinews Die Schweiz steht für Vielfalt - egal ob es um die Landessprache oder die Natur geht. Gerade die Region rund um die Alpen ist ein beliebtes Reiseziel für ... mehr lesen
Hotelier Alexander Hübner.
Publinews Wie wird die Hotelbranche der Zukunft aussehen und welche Art von Hotels werden angesichts der aktuellen und bevorstehenden ... mehr lesen
Ungestört mit dem Privatjet.
Publinews Nach Cannes, Nizza, Paris, Amsterdam, Düsseldorf oder London jetten? Von einem zentral in Europa gelegenen Flughafen wie dem von St. Gallen und Altenrhein in der Schweiz ... mehr lesen
Im Sommer wie im Winter ein ausgezeichnetes Urlaubsland.
Publinews Die frische Luft der Schweizer Alpen und der süsse Geschmack zart schmelzender Schweizer Schokolade sind nur zwei Gründe für einen Besuch in der wunderschönen ... mehr lesen
Die Urlaubszeit ist da!
Publinews Diese Destinationen sollten Sie in diesem Jahr nicht verpassen  Endlich ist es wieder soweit! Die Urlaubszeit ist da. Für diejenigen Schweizer, die ihren wohlverdienten Jahresurlaub nicht in ihrem schönen ... mehr lesen
Michael Walliser fährt leidenschaftlich gerne Motorrad.
Publinews Motorrad Kredit: Unbeschwerte Finanzierung  Michael Walliser (27) ist ein Mann, der Pläne umsetzt und seine Träume verwirklicht. Mit einem seriösen Privatkredit kann er seinen ... mehr lesen
Die Besucher strömen zur SOM.
Publinews Ein Expo-Festival der besonderen Art  «Als wir vor zehn Jahren mit der SOM begonnen haben, war das noch eine Idee, ein kleines Pflänzchen. Nach zehn Jahren ist sie DER ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF