Beitragszahlungen verringern Abfallmenge
Stadt St. Gallen führte vor 40 Jahren die Sackgebühr ein
publiziert: Montag, 29. Jun 2015 / 14:46 Uhr / aktualisiert: Montag, 29. Jun 2015 / 15:06 Uhr
Gemeinden mit Sackgebühr entsorgen pro Einwohner und Jahr durchschnittlich 80 Kilogramm weniger Kehricht als Gemeinden ohne.
Gemeinden mit Sackgebühr entsorgen pro Einwohner und Jahr durchschnittlich 80 Kilogramm weniger Kehricht als Gemeinden ohne.

St. Gallen - Die Stadt St. Gallen hat 1975 als erste Schweizer Gemeinde die Sackgebühr eingeführt. 40 Jahre später gibt es in rund 300 Gemeinden immer noch keine Gebühr für den Kehricht. Der «Güselgraben» hält sich hartnäckig.

4 Meldungen im Zusammenhang
Wer mehr Güsel produziert, soll auch mehr bezahlen - nach diesem Prinzip funktioniert die Sackgebühr. 1975 erfand die Stadt St. Gallen deswegen den gebührenpflichtigen Kehrichtsack. Mit der Einführung der Sackgebühr sank die Abfallmenge, gleichzeitig stieg der Anteil von rezykliertem Material.

2014 verursachte jeder St. Galler 214 Kilogramm Abfall pro Jahr, etwa gleich viel wie vor 40 Jahren. Ein 35-Liter-Sack kostete damals 35 Rappen, heute sind es 2 Franken.

Inzwischen entsorgt rund 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung den Abfall nach diesem Verursacherprinzip - und ist damit zufrieden. Das ergab eine Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) aus dem Jahr 2012. Die Sackgebühr zeigt zudem auch ihre Wirkung. Die Menge im Abfallsack hat sich deutlich reduziert.

Abfall wird häufiger getrennt

Die Studie hat gezeigt, dass die Gesamtmenge der über die Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) entsorgten Abfälle in Gemeinden nach Einführung der Sackgebühr im Schnitt um 30 Prozent abnimmt, wohingegen die Menge an Glas, PET, Alu, Weissblech, Papier oder Batterien um den gleichen Prozentanteil zunimmt. Dadurch lassen sich im Schnitt die Abfallentsorgungskosten für eine Gemeinde um 20 Prozent reduzieren.

Gemeinden mit Sackgebühr entsorgen pro Einwohner und Jahr durchschnittlich 80 Kilogramm weniger Kehricht als Gemeinden ohne. Im Jahr 2011 gab es in 517 Gemeinden keine Sackgebühr. Die Zahlen des BAFU belegen in dieser Hinsicht einen wahren «Güselgraben»: Vor allem die lateinische Schweiz sträubt sich gegen die Mengengebühr.

Bundesgerichtsurteil wirkt

Seit 2011 hat der Kanton Nidwalden die Sackgebühr vollständig eingeführt, ebenso der Kanton Waadt bereits in vielen Gemeinden, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur beim BAFU hiess. Der Kanton Tessin plane die Einführung einer kantonalen Sackgebühr. Keine Sackgebühr kennen der Kanton Genf sowie das Unterwallis. Eine neue Erhebung des BAFU bei den Kantonen ist noch für dieses Jahr geplant.

Das Bundesgericht hatte bereits 2011 entschieden, dass die Sackgebühr schweizweit eingeführt werden muss. Mit einem System ohne solche Gebühren fehle jeder Ansporn, Abfall zu vermeiden. Dies widerspreche dem schweizerischen Umweltschutzgesetz.

(asu/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wetter.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Lausanne - Als eine der letzten ... mehr lesen
Die Stadt St. Gallen hatte 1975 als erste Schweizer Gemeinde eine Sackgebühr eingeführt.
Momentan geben Städte und Gemeinden jährlich rund 150 Millionen Franken wegen weggeworfener Kleinabfälle aus.
Zürich - Die Schweizer Städte und Gemeinden haben wenig Hoffnung, mit Präventionskampagnen und Bussen die Littering-Problematik in den Griff zu bekommen. Der Städte- und ... mehr lesen 2
Lausanne - Lausanne hat Probleme ... mehr lesen
Wer Abfall verursacht, muss auch zahlen. (Symbolbild)
Bern - Das Sammeln und Verwerten von Grüngut, Altpapier, Glas und Aluminium ist günstiger als die Kehrichtentsorgung. Für die Gemeinden zahlt sich die regionale Zusammenarbeit aus. Die vorgezogenen Entsorgungsgebühren sind aber noch nicht kostendeckend. mehr lesen 
Ein männliches und ein weibliches Tier wurden bereits im vergangenen Jahr in dieser Gegend registriert.
Ein männliches und ein weibliches Tier wurden ...
Abschuss noch kein Thema  Sitten - Seit Anfang Jahr wurden im Oberwallis mehrere Schafe von Wölfen gerissen. Zur letzten Attacke kam es in der Nacht auf Montag. Das Rissmuster deutet auf einen Wolf hin. mehr lesen 
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen ... mehr lesen  
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Das Great Barrier Reef ist das grösste Korallenriffsystem der Welt.
Mehr als ein Drittel schon tot oder dabei abzusterben  Sydney - Wie befürchtet hat die massive Korallenbleiche am Great Barrier Reef in Australien verheerende ... mehr lesen  
Diesel-Abgaswerte  Frankfurt - Daimler setzt nach eigenen Angaben als erster Autohersteller auf Partikelfilter bei ... mehr lesen  
Daimler stockt auf.
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
       
Rudolf Stingel: Untitled, 2013, Öl auf Leinwand, Foto: Christopher Burke Studio
Publinews Fondation Beyeler: 26. Mai - 5. Oktober 2019  Mit dem zeitgenössischen Maler Rudolf Stingel widmet die Fondation Beyeler ihre Sommerausstellung 2019 einem der höchstgehandelten Namen auf dem ... mehr lesen
Publinews Ausstellung bis 9. August 2020  Sitzt du noch oder bewegst du dich schon? Eine Ausstellung im Anatomischen Museum Basel thematisiert die Auswirkungen sportlicher Betätigung auf ... mehr lesen
Beyer Uhrenmuseum
Publinews Uhrenmuseum Beyer Zürich  Das Uhrenmuseum Beyer gilt als eine der grossen Attraktionen Zürichs. Es befindet sich an der berühmten Einkaufsmeile inmitten von Zürich an der Bahnhofstrasse 31 und ... mehr lesen
Ausstellung: «Die Katze. Unser wildes Haustier»
Publinews Ausstellung im Naturmuseum Thurgau  Die Katze ist das beliebteste Haustier in der Schweiz. Mal ist sie anschmiegsam, oft distanziert, immer ist sie eigenwillig. Die neue Sonderausstellung im Naturmuseum ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF