Chaos nach stundenlangen Gewittern
Unwetter bringt Leben in Rom zum Erliegen
publiziert: Donnerstag, 20. Okt 2011 / 11:36 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 20. Okt 2011 / 17:22 Uhr
In Rom stehen mehrere Teile unter Wasser. (Symbolbild)
In Rom stehen mehrere Teile unter Wasser. (Symbolbild)

Rom - Sintflutartige Unwetter haben das Leben in Rom am Donnerstagvormittag zum Erliegen gebracht. Heftige Regenfälle hielten stundenlang an und sorgten für chaotische Zustände in der italienischen Hauptstadt. Nach den stundenlangen Gewittern standen mehrere Strassen unter Wasser.

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Wegen der Wassermassen musste am Vormittag eine der beiden U-Bahn-Linien komplett geschlossen werden, auf der anderen fiel der Verkehr auf der Hälfte der Strecke aus. Weder Taxis noch öffentliche Verkehrsmittel konnten im Stadtzentrum fahren. Wasser drang in den Hauptbahnhof Termini ein.

Gehsteige standen teilweise mehrere Zentimeter hoch unter Wasser. Dutzende Autos blieben liegen. Einige Lenker mussten ihre Wagen über die Fenster verlassen. Wegen eines Blitzes geriet ein Zug auf der Strecke zwischen Rom und der Badeortschaft Ostia in Brand. Auch auf dem römischen Flughafen Fiumicino kam es zu wetterbedingten Verspätungen.

Mann in Wohnung ertrunken

Die Kaiserlichen Foren, die an Werktagen für Autos befahrbar sind, waren vollkommen überschwemmt. Das Kolosseum, vor dem sich ein See gebildet hatte, wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die ganze Stadt zeigte sich gespenstisch leer, auch Fussgänger trauten sich nicht auf die überfluteten Gehwege.

Wegen der Wassermassen kam es zu einigen Einstürzen. Zwei Schulen mussten geschlossen werden, nachdem sich Teile der Decke losgelöst hatten. Ein 32-jähriger Mann aus Sri Lanka ertrank im überschwemmten Souterrain seiner Wohnung.

100 Milliliter in zwei Stunden

«Es war wie ein Erdbeben», sagte der römische Bürgermeister Gianni Alemanno. 7000 Blitze seien in wenigen Stunden über Rom niedergegangen. Das Stadtoberhaupt wies den Vorwurf zurück, dass sich die Gemeinde nicht auf die Niederschläge vorbereitet haben. «Es waren Gewitter, nicht sintflutartige Regenfälle vorgesehen», betonte Alemanno.

Meteorologen erklärten, die heftigen Niederschläge seien eine Folge der ungewöhnlich hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen. In einigen Stadtteilen seien in zwei Stunden 100 Milliliter Regen gefallen.

(bg/sda)

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