In Japan protestieren die AKW-Gegner
Weiter mehr als 90'000 Menschen in Japans Notlagern
publiziert: Samstag, 11. Jun 2011 / 20:01 Uhr
Die Sorge der Menschen vor den weiter austretenden radioaktiven Strahlen nimmt zu.
Die Sorge der Menschen vor den weiter austretenden radioaktiven Strahlen nimmt zu.

Tokio - Drei Monate nach dem Megabeben, dem Tsunami und der folgenden Atomkatastrophe in Fukushima leben in Japan noch immer mehr als 90'000 Menschen in Notunterkünften. Am Samstag demonstrierten tausende Menschen für Alternativen zur Atomenergie.

3 Meldungen im Zusammenhang
Zwar wurden inzwischen rund 28'000 Behelfsunterkünfte für die Opfer gebaut, doch werden noch Tausende weitere benötigt, wie örtliche Medien am Samstag berichteten. Erschwert wird dies durch noch immer herumliegende Trümmerberge.

Fast 120'000 Menschen in den mit am schwersten betroffenen Provinzen Miyagi, Iwate und Fukushima haben infolge der Katastrophe ihren Arbeitsplatz verloren, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Es gebe derzeit jedoch nur 49'000 Jobangebote.

Unterdessen reiste der innenpolitisch unter Rücktrittsdruck stehende Ministerpräsident Naoto Kan erneut in die Katastrophenregion. Bei einem Besuch in Kamaishi in der mit am schwersten zerstörten Provinz Iwate legte er um 14.46 Uhr Ortszeit - dem Zeitpunkt des Bebens vom 11. März - eine Schweigeminute ein.

Missmanagement vorgeworfen

Die Opposition sowie Kritiker im eigenen Lager werfen dem Regierungschef Missmanagement in der Krise vor und fordern seinen sofortigen Rücktritt vom Amt des Premiers.

Seit Beginn der Dreifach-Katastrophe sind rund 15'400 Tote geborgen worden, rund 8100 Menschen gelten weiter als vermisst. Die Reparaturtrupps in der Atomruine in Fukushima kämpfen weiter gegen Millionen Liter inzwischen verseuchten Wassers, mit dem die Reaktoren gekühlt werden sollen.

Zugleich nimmt die Sorge der Menschen vor den weiter austretenden radioaktiven Strahlen zu. Es dürfte noch mehrere Monate dauern, bis die Situation in dem havarierten Atomkraftwerk unter Kontrolle ist.

Proteste gegen Atomstrom

Tausende Menschen gingen am Samstag gegen Atomkraft auf die Strasse. Den Protestzügen im ganzen Land schlossen sich Arbeiter, Studenten und Eltern mit ihren Kindern an. Auf Transparenten war zu lesen «Keine Atomkraft» und «Nie wieder Fukushima».

Die Demonstranten zogen auch vor die Zentrale des Fukushima-Betreibers Tepco, den sie verärgert in Sprechchören als Lügner bezeichneten. Die jüngsten Proteste dürften den Druck der Öffentlichkeit erhöhen, der bereits zum Stillstand eines Grossteils der japanischen Atomkraftwerke geführt hat.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wetter.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
In Süddeutschland beginnt das Aufräumen.
Während im Süden aufgeräumt wird trifft es die nächste Region  Schwäbisch Gmünd - Gewitter mit Starkregen haben in Deutschland nach den verheerenden Unwettern im Süden nun auch Nordrhein-Westfalen getroffen. Laub und Schlamm verstopften Kanalrohre, das Wasser lief über die Strassen und flutete Keller. Verletzt wurde ersten Angaben zufolge niemand. mehr lesen 
Schlamm und Schutt  Schwäbisch-Gmünd - Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen sind in Süddeutschland vier Menschen ums Leben gekommen. In Schwäbisch Gmünd wurden am Montag zwei Männer tot geborgen, sie ... mehr lesen
Sinabung wieder aktiv  Jakarta - Bei einem Vulkanausbruch in Indonesien sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Der 2460 Meter hohe Sinabung auf der Insel Sumatra hatte am Samstag plötzlich Asche ... mehr lesen
Der Vulkan Sinabung in Indonesien ist einer der aktivsten Vulkane in Südostasien. (Archivbild)
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 648 30 22
Skype chris_vadian_net
 
News
     
Schneehase. Ausstellung «Leben mit der Winterkälte» bis am 17. Februar 2019 im Naturmuseum Thurgau.
Publinews Bis 17. Februar 2019  Frauenfeld - Die Schneedecke mag als Folge der Erderwärmung vielerorts nicht mehr so mächtig sein wie früher. Die Wintermonate bedeuten für ... mehr lesen
Balthus vom 2.9.2018 - 1.1.2019 in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel
Publinews Fondation Beyeler: 2. September 2018 - 1. Januar 2019  Basel - Mit Balthus (1908 - 2001) präsentiert die Fondation Beyeler einen der letzten grossen Meister der Kunst des 20. Jahrhunderts und zugleich einen der ... mehr lesen
Landesmuseum Zürich
Publinews Landesmuseum Zürich  Das meistbesuchte kulturhistorische Museum der Schweiz präsentiert Geschichte von den Anfängen bis heute. Zusätzliche Eindrücke bieten die ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF