Wieder vereinzelte Erdrutsche in Graubünden
publiziert: Montag, 18. Nov 2002 / 20:04 Uhr

Chur - Im schwer von den Unwettern getroffenen Kanton Graubünden sind vereinzelt neue Rüfen niedergegangen. Die Albula-Bahnlinie wurde erneut unterbrochen. Die Lage war aber einigermassen stabil. Die Armee leistete bereits erste Einsätze.

Die Strecke der Rhätischen Bahn (RhB) sowie die Kantonsstrasse zwischen Thusis und Tiefencastel mussten am Montagnachmittag wegen eines neuen Erdrutsches gesperrt werden. Die Situation in Tersnaus im Bündner Oberland und Tinizong an der Julierstrecke, wo kleinere Rüfen niedergingen, war weiterhin prekär.

Der kantonale Krisenstab nahm in Chur eine Lageanalyse vor, um einen Überblick über die Verwüstungen vom Wochenende zu gewinnen. Sorgen bereiteteten den Behörden die neuen Niederschläge. In höheren Lagen fiel Schnee. Die Aufräumarbeiten liefen nur zögerlich an.

Die Schweizer Armee hat spontane Hilfe bei Räumungsarbeiten in den Kantonen Graubünden und Tessin geleistet. In Untervaz nördlich von Chur waren bereits rund 70 Mann der Festungspionier-Kompanie I/42 im Einsatz. Im Tessin halfen je 35 Armeeangehörige bei Aufräumarbeiten in Giubiasco und Bellinzona.

Die militärische Hilfe im Kanton Graubünden wird in den nächsten Tagen ausgedehnt. Vorgesehen ist der Einsatz des Genie-Bataillons 27. Insgesamt werden mehrere hundert Mann in den Schadengebieten bei Räumungsarbeiten zupacken.

Die Bewohner der zwei von den Unwettern stark betroffenen Bündner Oberländer Gemeinden Schlans und Panix konnten noch nicht in die Häuser zurück. Die Rega flog rund 60 Kühe aus dem Schadengebiet von Schlans heraus.

Insgesamt waren laut Auskunft der Kantonspolizei immer noch rund 300 Personen aus etwa 20 Bündner Gemeinden evakuiert. Mehrere Dörfer auf der linken Seite des Vorderrheintales waren weiterhin von der Umwelt abgeschnitten.

Nach Behördenangaben wird es Wochen dauern, bis nur die Zufahrtsstrasse nach dem von einer Schlammlawine zweigeteilten Dorf Schlans wieder in Stand gestellt sein wird. Auch die Bewohner von Panix werden sich gedulden müssen, bevor sie wieder nach Hause dürfen.

(nk/sda)

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