Zwei Millionen Menschen auf der Flucht vor «Gustav»
publiziert: Montag, 1. Sep 2008 / 07:15 Uhr / aktualisiert: Montag, 1. Sep 2008 / 12:39 Uhr

New Orleans/Washington - Dunkle schwarze Wolken am Himmel und erste heftige Böen, fast menschenleere Strassen und patrouillierende Polizeiwagen: Die US-Metropole New Orleans glich am Montagmorgen einer Geisterstadt.

Hurrikan «Gustav» wird schwächer eingestuft, allerdings nicht schwächer als «Katrina».
Hurrikan «Gustav» wird schwächer eingestuft, allerdings nicht schwächer als «Katrina».
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Stunden, bevor Hurrikan «Gustav» an der Südküste von Louisiana auf Land traf, hatten die meisten Bewohner die Stadt verlassen. Auch aus der Umgebung flüchteten Hunderttausende ins Landesinnere. Insgesamt brachten sich nach Berichten des Senders CNN fast zwei Millionen Menschen in Sicherheit.

Weniger als 10'000 Menschen seien noch in der Stadt geblieben, zitierte der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, am Morgen den Polizeichef von New Orleans. Die meisten hatten mit dem nötigsten Gepäck per Auto, Bahn oder Flugzeug die gefährdete Region bis zum Sonntagabend verlassen.

Die Behörden hatten die Zwangsevakuierung angeordnet, um die Menschen vor einer Katastrophe wie vor drei Jahren zu schützen, als Hurrikan «Katrina» rund 1800 Menschen in den Tod riss.

Manche harren aus

Zu den Menschen, die vor dem Eintreffen von «Gustav» nicht aus New Orleans fliehen konnten, gehört Michael Kennedy. Er arbeitet in der Küche eines Cafés in New Orleans, das immer noch geöffnet hat.

Dem Fernsehsender CNN sagte er: «Viele Leute haben kein Auto, um wegzufahren. Sie haben kein Geld für Benzin. Und für so eine lange Zeit ein Hotel bezahlen? Jeder muss machen, was er denkt, aber ich bleibe hier und arbeite weiter.»

Sein Kollege Jeremiah O'Farrell stimmte ihm zu: «Wenn ich abhauen würde, würde ich wahrscheinlich meinen Job verlieren. Ich wüsste auch gar nicht, wo ich hin sollte.»

Bürgermeister Ray Nagin hoffte, dass die nach «Katrina» grösstenteils neu gebauten Deiche dem jetzt herannahenden Hurrikan standhalten würden. Nach letzten Vorhersagen deutete sich an, dass «Gustav» weniger heftig auf Land treffen würde als zunächst befürchtet worden war.

Ölpreise gestiegen

Während sich die wenigen Daheimgebliebenen und die Geflüchteten Sorgen darüber machten, ob in wenigen Stunden ihr Haus noch stehen würde, sorgte «Gustav» bereits für erhebliche Auswirkungen in der Wirtschaft. Erneut trieb der Sturm die Ölpreise in die Höhe.

Zuvor hatte er die Produktion der US-Ölförderanlagen am Golf von Mexiko stark eingeschränkt. Nach Angaben des amerikanischen Energie-Informationsdienstes Rigzone wurden bis Sonntag mindestens 223 der 717 fest verankerten Produktionsplattformen geräumt. Auch von den 121 beweglichen Bohrtürmen mussten 45 geschlossen werden.

(fest/sda)

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