Angst vor Seuchen in England

publiziert: Donnerstag, 26. Jul 2007 / 12:29 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Jul 2007 / 00:02 Uhr

London - Die Überschwemmungen in England haben zwei Menschen das Leben gekostet. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf acht. In den Katastrophengebieten machte sich unterdessen die Angst vor Magen- Darm-Infekten breit.

Meteorologen sagen weitere Regenfälle voraus.
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Die britischen Behörden haben die Bevölkerung ausdrücklich vor den Gefahren durch verseuchtes Wasser gewarnt. Vor allem in den von der Trinkwasserversorgung abgeschnittenen Regionen im Westen Englands drohen durch Kolibakterien im Wasser nun Cholera und Ruhr.

Nach einem Bericht der renommierten Tageszeitung «The Times» stehen die Behörden «vor der grössten Gesundheitskrise seit Jahrzehnten». Andere Fachleute bemühten sich jedoch, die von Boulevardblättern gross herausgestellten Gefahren herunterzuspielen.

Tod beim Wasserpumpen

Beim Kampf gegen die Fluten kamen in Tewkesbury im Westen Englands zwei Männer ums Leben. Wie Feuerwehr und Polizei mitteilten, hatten die Opfer Flutwasser aus einem Rugby-Club in gepumpt. Dabei erstickten die beiden Männer vermutlich am Qualm von zwei Benzin getriebenen Pumpen.

Zwar gingen die Pegelstände zurück, doch bis zu 350 000 Menschen sind in der Grafschaft Gloucestershire immer noch von der Wasserversorgung abgeschnitten.

Arbeiten unter Hochdruck

Behörden und Versorger arbeiteten mit Hochdruck daran, die Menschen mit Trinkwasser zu beliefern. Die Wasserwerke stellten nahezu 1000 Tanks auf den Strassen auf. Vielerorts traten Probleme beim Befüllen der Tanks auf, weil es zum Teil an geeigneten Kleinlastern oder Fahrern fehlte, wie Wasserwerke einräumten.

Doch sagten Meteorologen weitere Regenfälle voraus. Unterdessen warnten die Gesundheitsbehörden vor Magen-Darm-Krankheiten, die durch Schmutzwasser übertragen werden könnten.

Chaos in Gloucestershire

In der Grafschaft Gloucestershire herrschte immer noch Chaos. 350'000 Menschen bekamen kein Trinkwasser mehr aus den Leitungen. Auch frisches Wasser in grossen Tanks, die eilig aufgestellt worden waren, ging schnell zur Neige.

In der Stadt Tewkesbury bestand die Hoffnung, rund 10'000 Haushalte wieder an die Wasserversorgung anschliessen zu können. Der Versorger warnte jedoch, das Wasser vorerst nicht zu trinken, da es verdreckt sein könnte.

Höchstpegel erreicht

In Oxford hatten die Pegelstände in der Nacht ihren Höhepunkt erreicht. Hunderte Anwohner hatten ihre Häuser verlassen und sich in Sicherheit gebracht. Die für Mitternacht vorhergesagten Hochstände um Reading nahe London und Caversham erreichte die Themse nicht.

(ht/sda)

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