Erdrutsch mit Toten in Kolumbien

Bis zu 200 Vermisste nach Erdrutsch in Kolumbien

publiziert: Montag, 6. Dez 2010 / 23:12 Uhr
In der kolumbianischen Andenregion kommt es bei Regen oft zu Erdrutschen. (Symbol)
In der kolumbianischen Andenregion kommt es bei Regen oft zu Erdrutschen. (Symbol)

Medellín - Mit Spitzhacken und Schaufeln haben hunderte Helfer am Montag in Kolumbien nach bis zu 200 Menschen gesucht, die von einer Geröll- und Schlammlawine verschüttet worden sind.

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Die Aussichten, in der Gemeinde Bello nördlich von Medellín noch Überlebende zu finden, schwanden jedoch immer mehr. Nach dem Unglück vom Sonntag waren zunächst sieben Überlebende geborgen und 13 Tote gefunden worden, berichtete die Zeitung «El Tiempo».

Mehrere hundert Menschen warteten an den Absperrungen auf Nachricht von ihren verschütteten Angehörigen. Wie fast immer bei Erdrutschen in Lateinamerika traf es arme Menschen, denen nichts anderes übrigbleibt, als an gefährlichen Hanglagen zu wohnen.

Der Abhang war am Sonntagmittag ins Tal gerutscht, als gerade besonders viele Menschen zu Hause zu Mittag assen. Mehrstöckige Wohnhäuser wurden ebenso zerstört wie Hütten aus Wellblech.

«Seit Jahren gewarnt»

Die Bauten waren illegal errichtet worden. Anwohner kritisierten, die Tragödie sei absehbar gewesen, weil es schon seit zwei Jahren kleinere Erdrutsche oberhalb der Siedlung gegeben habe.

Dort befand sich eine offene Müllhalde, die sich durch die heftigsten Regenfälle in Kolumbien seit 40 Jahren voller Wasser gesogen hatte, ins Rutschen geriet und die Schlammlawine auslöste.

«Wir haben schon seit zwei Jahren gewarnt, aber die Behörden haben geantwortet, sie könnten nichts machen, weil das Grundstück ja widerrechtlich besetzt sei und einem Abfallentsorgungsunternehmen gehöre», klagte das Mitglied eines Bürgervereins, Elkin de Jesús Carmona. Die Armutsrate in Kolumbien liegt bei etwa 50 Prozent.

Wetterphänomen «La Niña»

Nach Angaben von Präsident Juan Manuel Santos erlitten in den vergangenen Monaten landesweit zwei Millionen Menschen Schäden an ihrem Hab und Gut. Bis zu dem Unglück in Bello waren schon 174 Menschen in den Fluten oder durch Erdrutsche ums Leben gekommen.

Die nach Angaben von Meteorologen heftigsten Niederschläge seit vier Jahrzehnten sind Folge des Wetterphänomens «La Niña» (Spanisch: das Mädchen), das alle paar Jahre auftritt.

(fest/sda)

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