Glocke über Leck gestülpt - Öl strömt weiter aus
publiziert: Freitag, 4. Jun 2010 / 21:33 Uhr

Washington - Im Kampf gegen das in den Golf von Mexiko strömende Öl bleibt ein durchschlagender Erfolg aus. Der BP-Konzern stülpte in der Nacht mit Unterwasser-Robotern eine Glocke auf die gekappte Steigleitung des Bohrlochs. Das Öl strömte aber weiter aus.

Das Öl hat an verschiedenen Orten die Küste erreicht und gefährdet Wasservögel.
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Video-Bilder aus rund 1600 Metern Meerestiefe zeigten, wie die trichterartige Kappe auf das Ende der gekappten Steigleitung gesetzt wurde. Bislang konnte aber nur ein kleiner Teil des Öls auf ein Schiff gepumpt werden.

Ein BP-Manager nannte als Ziel, mindestens 90 Prozent des auslaufenden Öl absaugen zu können. BP möchte bis Ende Monat einen komplett dichten Trichter installieren.

BP-Chef Tony Hayward bat erneut um Geduld. Es werde etwa 48 Stunden dauern, um festzustellen, wie viel Öl abgepumpt werden könne, sagte er in einer Telefonkonferenz.

Die Operation «Top Cap» gilt als kompliziert - erneut gab es zunächst Pannen. Experten hatten mit Hilfe von Robotern das defekte Steigrohr abgesägt. Da das Absägen nicht sauber ausgeführt wurde, wurde es schwieriger, den Trichter punktgenau aufzustülpen.

Bereits mehrfach hatte BP vergeblich versucht, das Leck zu stopfen. Zuletzt hatte der britische Ölkonzern den Beschuss der Quelle mit tonnenweise Schlamm abbrechen müssen.

Teerklumpen an Badeort in Florida

Nach einer Studie der Universität von Miami erstreckt sich der Ölteppich im Golf inzwischen über rund 25'000 Quadratkilometer. Das Öl erreichte auch den US-Bundesstaat Florida.

Erste Teerklumpen seien am Badeort Pensacola an Land geschwemmt worden, berichtete Bürgermeister Mike Wiggins. Ausserdem habe sich ein Ölfilm der Küste bis auf wenige Kilometer genähert, sagte er dem TV-Sender CNN.

Pelikane mit geringer Überlebenschance

Bereits vor Tagen hatte die Ölpest die Bundesstaaten Alabama und Mississippi erreicht. Zuvor war nur die Küste Louisianas betroffen. Dort verschmutzte das Öl eine der Hauptbrutstätten für Pelikane.

Tierschützer hätten 60 verklebte Vögel entdeckt, darunter 41 Pelikane. Die Tiere seien gereinigt worden, hätten jedoch nur noch eine 50- bis 70-prozentige Überlebenschance, hiess es. Der Pelikan ist das Wahrzeichen Louisianas.

(ht/sda)

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