Heftiger Schneefall legt Lastwagen-Verkehr lahm

publiziert: Montag, 30. Nov 2009 / 17:05 Uhr / aktualisiert: Montag, 30. Nov 2009 / 17:38 Uhr

Bern - Die heftigen Schneefälle führen auf dem Schweizer Strassen- und Schienennetz dies- und jenseits der Alpen zu grossen Behinderungen. Vor allem auf den Alpentransversalen läuft nichts mehr.

1 Meldung im Zusammenhang
Für die Gotthard-Autobahn A2 gilt die Phase rot. Hunderte von Lastwagen wurden in Warteräume verwiesen. Die Zufahrten zum Gotthard-Strassentunnel wurden komplett gesperrt.

Auf der Nordseite im Urnerland blockierte zudem ein querstehender Lastwagen die Fahrbahn. Auch auf der Alpensüdseite fiel Schnee in rauen Mengen. In der Leventina zwischen Faido TI und Airolo kam der Verkehr zum Erliegen.

Kein Durchkommen für Lastwagen gibt es auch auf der San Bernardino-Route über die A13. Die Fahrbahn ist schneebedeckt. Abgeschnitten ist auch das Engadin. Maloja, Julier, Albula und Flüela wurden gesperrt.

Neun Passagiere verletzt

Ein Regionalzug der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) ist am frühen Nachmittag auf dem Oberalppass von einem Nassschneerutsch erfasst und aus den Gleisen geworfen worden. Zwei der neun Passagiere wurden leicht verletzt.

Kurz vor dem Zwischenfall hatte die MGB nach Rücksprache mit den kantonalen Lawinenspezialisten entschieden, dass die Strecke zwischen Andermatt UR und Dieni GR aufgrund der starken Schneefälle ab 15 Uhr gesperrt wird. Die Strecke über den Oberalppass bleibt bis am Dienstagmorgen gesperrt. Die Passstrasse ist ebenfalls gesperrt.

Einen Meter Neuschnee im Nordtessin

Am meisten Schnee bekam das Nordtessin ab, wo vereinzelt bis ein Meter Neuschnee gemessen wurde, wie es bei MeteoSchweiz auf Anfrage hiess.

Etwas weniger reich beschenkt wurde der übrige Alpenraum. Auf dem Gütsch oberhalb Andermatt UR auf 2300 Meter Höhe fielen aber immer noch 70 Zentimeter. Östlich davon blieb der Neuschneezuwachs mit 20 bis 40 Zentimeter gering. Im westlichen Alpenraum wurden noch kleinere Mengen registriert.

Hohe Lawinengefahr

Nach den Schneefällen stuft das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF die Lawinengefahr südlich einer Linie zwischen Simplon und Engadin als gross ein. Dies entspricht der zweithöchsten Gefahrenstufe 4.

Die Gefahrenstellen liegen an Steilhängen oberhalb von rund 2000 Meter. Laut SLF sind spontane mittlere, vereinzelt auch grosse Lawinen möglich. Exponierte Verkehrswege sind gefährdet, insbesondere an steilen Böschungen. Die Lawinen sind im Auslauf oft feucht und haben deshalb viel Kraft, teilte das SLF weiter mit.

Für den nördlichen Alpenkamm zwischen Les Diablerets und Sustenpass gilt die dritthöchste Stufe. In dieser Region herrscht erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3).

(fest/sda)

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