Hochwasser in Südfrankreich zwingt Menschen in Notunterkünfte
publiziert: Donnerstag, 4. Dez 2003 / 07:36 Uhr

Marseille - In den südfranzösischen Hochwassergebieten haben tausende Menschen die Nacht in Notunterkünften verbracht. Besonders bedrohlich war die Situation in der Hafenstadt Marseille und der Region um Montpellier.

In Marseille wurde die 
Lage durch heftige Meereswinde verschärft. Bild: Luftbild von Marseille
In Marseille wurde die Lage durch heftige Meereswinde verschärft. Bild: Luftbild von Marseille
Dort fielen nach Angaben der Behörden mehr als 300 Millimeter Regen innerhalb von 24 Stunden, etwa so viel wie sonst in drei Monaten. In der Region um Nîmes waren 250 000 Menschen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten.

Allein in der Stadt Nîmes selbst sind nach Angaben der Gendarmerie 130 000 Bewohner betroffen, nachdem die Wassersammelstellen überschwemmt wurden. Sie können nicht vor Sonntag mit einer Besserung der Lage rechnen.

Bei Montpellier brach am Fluss Mosson ein Deich. 80 Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes Lattes mussten in Sicherheit gebracht werden, meldete die Feuerwehr.

In Marseille wurde die Lage in den Überschwemmungsgebieten durch Winde vom Meer her verschärft, die bis zu sechs Meter hohe Wellen an die Küste warfen. Die teilweise überschwemmte Millionenstadt wurde zum Katastrophengebiet erklärt.

Staatschef Jacques Chirac stattete der Einsatzleitstelle Valabre bei Marseille einen Blitzbesuch ab. Er versicherte, die Opfer der Katastrophe könnten auf die Solidarität der Nation bauen.

Durch die sintflutartigen Regenfällen und Gewitterstürmen sind bislang mindestens 5 Menschen gestorben. Etwa 10 000 wurden in Sicherheit gebracht. Mehr als 7000 Helfer waren nach Angaben der Behörden im Einsatz, um in den Katastrophengebieten zu helfen.

(bsk/sda)

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