Steigende Temperaturen

Klimawandel macht Rentieren in Grönland zu schaffen

publiziert: Mittwoch, 2. Okt 2013 / 19:06 Uhr
Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze.
Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze.

Paris - Das Schmelzen des Arktis-Packeises im Zuge der Erderwärmung bringt nicht nur die Eisbären in Bedrängnis. Auch Rentiere in Grönland leiden offenbar unter den Klimaveränderungen: die Population sinkt.

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Dies berichten US-Forscher im britischen Fachmagazin «Nature Communications». Das Team um Jeffrey Kirby und Eric Post von der US-Universität Penn State untersuchte über einen Zeitraum von elf Jahren die Vegetation und die Population von Rentieren in einer bergigen Tundra-Region im Westen Grönlands.

Das Ergebnis: Pflanzen blühten immer früher, zwischen 2002 und 2011 im Schnitt um 16 Tage früher. Zugleich ging die Zahl der Rentiere zurück, weil weniger Jungtiere geboren wurden und diese häufiger starben.

Die Rentiere suchen im arktischen Winter unter der Schneedecke nach Flechten. Im Frühjahr ziehen sie in Tundra-Gebiete, in denen es dann viele Gräser sowie Knospen von Weiden und anderen Sträuchern gibt. In dieser Zeit bringen sie auch ihre Jungen zur Welt.

Nährwert nimmt ab

Für die Rentiere ist die frühere Blütezeit ein Problem: Denn der Nährwert der Pflanzen nimmt bereits wieder ab, wenn die Tiere in der Region ankommen. Die Forscher erklären damit den Rückgang der Rentier-Population.

Der Studie zufolge ist es aber nicht direkt die Erderwärmung, die das frühere Blühen der Pflanzen auslöst, sondern tatsächlich das Abschmelzen des Packeises in der Arktis. Den genauen Zusammenhang zwischen den beiden Phänomenen können die Forscher indes auch nicht erklären.

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze: Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007.

In der Wissenschaft gibt es kaum einen Zweifel, dass dies die Folge des vor allem vom Menschen verschuldeten Klimawandels ist. Festgehalten ist die Eisschmelze auch in dem vergangene Woche veröffentlichten Bericht des Weltklimarats IPCC.

(bg/sda)

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