Krawalle bei Demo gegen Abfall-Notstand

publiziert: Montag, 30. Aug 2004 / 08:57 Uhr

Rom - Der seit Monaten anhaltende Müllnotstand in der Region Neapel hat sich weiter zugespitzt. In der Gemeinde Acerra kam es am Wochenende zu Krawallen zwischen Polizisten und Einwohnern, die sich gegen den Bau einer Verbrennungsanlage wehren.

Neapel 'erstickt' unter den Abfallbergen.
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Mehrere Demonstranten warfen Steine auf die Beamten. Dabei wurden über 60 Personen, darunter 34 Polizisten verletzt, wie italienische Medien meldeten. Die Demonstranten blockierten auch den Zugang zur Autobahn Mailand-Neapel, was zu einem Verkehrschaos führte.

Dank der neuen Anlage soll Kehricht verbrannt und dadurch Strom gewonnen werden. Die Bürger Acerras glauben jedoch, dass die Gase, die durch die Verbrennung entstehen, die Umwelt stark belasten würden.

Umweltaktivisten warnten insbesondere vor der Gefahr durch hochgiftiges Dioxin. Der Kampf der Kleinstadt wird von Globalisierungsgegnern unterstützt. Der Raum Neapel, in dem zwei Millionen Menschen leben, leidet seit Jahren unter Problemen bei der Abfallentsorgung. Das hat inzwischen die Mafia genützt, um illegale Deponien zu errichten.

Italien produziert nach Angaben von Umweltschützern mit 1,3 Kilogramm pro Kopf und Tag mehr Müll als der EU-Durchschnitt. Auch das Recycling wird deutlich weniger gefördert als in anderen europäischen Ländern.

(rp/sda)

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