Lawinen

Lawine in Mase im Wallis fordert viertes Todesopfer

publiziert: Dienstag, 7. Jan 2014 / 16:46 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 7. Jan 2014 / 17:11 Uhr
Wintersportlern wird weiterhin geraten, die markierten Pisten nicht zu verlassen.
Wintersportlern wird weiterhin geraten, die markierten Pisten nicht zu verlassen.

Die Lawine vom vergangenen Sonntag in Mase (VS) hat ein viertes Todesopfer gefordert. Damit sind seit Weihnachten in den Schweizer Alpen zwölf Menschen in Lawinen getötet worden. Experten denken nun über neue Präventionsmassnahmen nach.

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Der vierte verschüttete des Lawinenkurses unterhalb der Pointe Masserey in Mase starb in der Nacht auf Dienstag im Spital, wie ein Sprecher der Walliser Kantonspolizei auf Anfrage sagte. Inzwischen sind alle vier Opfer formell identifiziert worden.

Demnach handelt es sich um einen 29-jährigen Bergführer aus dem Kanton Neuenburg, der im Wallis wohnhaft war, einen 35-jährigen Belgier mit Wohnsitz im Wallis, einen 28-jährigen Waadtländer sowie einen 26-jährigen Walliser.

Allein im Wallis sind damit in diesem Winter bereits acht Menschen in Lawinen getötet worden. Mit Ausnahme des Lawinenniedergangs in Nendaz, bei der das Opfer ausserhalb der markierten Pisten als Freerider unterwegs war, handelte es sich bei allen anderen um Tourenskifahrer, wie die Walliser Kantonspolizei mitteilte.

Sie seien allesamt im freien Gelände unterwegs gewesen und hätten keine Wintersportanlage benutzt.

Skifahrer wie Autofahrer bestrafen

Die Walliser Kantonspolizei warnte am Dienstag erneut vor der Lawinengefahr. Sie sei nach wie vor auf der Stufe "erheblich". Wintersportlern wurde geraten, die markierten Pisten nicht zu verlassen.

"Bei Gefahrenstufe 3 und höher dürfen die Pisten unter keinen Umständen verlassen werden", mahnte auch Heinz Walter Mathys, Ehrenpräsident der Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten (SKUS). Er fordert von Skifahrerinnen und Snowboardern einen Mentalitätswechsel. Zudem sollten sie wie Autofahrer bestraft werden, wenn sie das Leben anderer gefährdeten.

Der Schweizer Bergführerverband überlegt, das Lawinen-Ausbildungsangebot zu erweitern, wie Präsident Pierre Mathey am Dienstag auf Anfrage erklärte. Die Kurse seien heute zu wenig bekannt.

Er beobachte, dass viele Pulverschneeliebhaber die Präventionsmassnahmen nur bruchstückhaft wahrnähmen. Mathey nennt als Beispiel das Lawinenbulletin: Oft werde nur die Gefahrenstufe registriert. Die Hanglage, die Ausrichtung und die Höhe würden überlesen. Komme hinzu, dass die meisten Skifahrenden weder wüssten, auf welcher Höhe über Meer noch an welcher Hanglage sie sich befänden.

 Eine mögliche Idee könnte auch ein "Making of ..." der beeindruckenden Xtreme-Abfahrten von Verbier oder der Patrouille des Glaciers sein. Diese Anlässe seien extrem gesichert, erklärte Mathey. "Bei Lawinengefahr wird alles annulliert." Der Blick hinter die Kulissen könnte die andere Seite der "coolen" Medaille zeigen.

(fest/sda)

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