«Sandy»-Opfer haben nun mit Kälte zu kämpfen

Nach «Sandy» bereiten sich New Yorker auf Kälteeinbruch vor

publiziert: Sonntag, 4. Nov 2012 / 17:31 Uhr
Die Benzin-Knappheit machte den Bewohnern der Ostküste zu schaffen.
Die Benzin-Knappheit machte den Bewohnern der Ostküste zu schaffen.

New York/Port-au-Prince - Nach dem verheerenden Wirbelsturm «Sandy» vor knapp einer Woche müssen sich die New Yorker auf einen Kälteeinbruch einstellen. An der US-Ostküste sorgte vielerorts Benzin-Knappheit für chaotische Zustände, rund 2,5 Millionen Menschen waren weiterhin ohne Strom.

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Die Temperaturen in New York fielen am Wochenende, der Herbststurm am Mittwoch sollte mit Regenfällen einhergehen. Der Rot-Kreuz-Beauftragte Charley Shimanski sagte, seine Organisation arbeite eng mit den Behörden zusammen, um Aufwärmmöglichkeiten und warme Unterkünfte einzurichten und Decken und Kissen zu verteilen.

In New York litten am Wochenende mehr als 871'000 Menschen in Folge von «Sandy» weiter unter Stromausfall, wie der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, sagte.

Weil viele Heizungen elektrisch betrieben werden, sassen daher zahlreiche Einwohner in kalten Wohnungen. Allerdings konnte in Manhattan die Stromversorgung fast vollständig wiederhergestellt werden. Einsatzkräfte arbeiteten das Wochenende über daran, die Versorgung in den Schulen sowie in den Wahllokalen für die Präsidentschaftswahl am Dienstag wiederherzustellen.

Die Präsidentschaftswahl am Dienstag soll auf jeden Fall stattfinden. Allerdings sind einige Wahllokale noch ohne Strom. Möglicherweise müssten die Stimmen dann in Zelten oder in Containern auf Militärlastwagen abgegeben werden, hiess es.

2,5 Millionen ohne Strom

An der gesamten US-Ostküste waren wegen «Sandy» noch etwa 2,5 Millionen Menschen ohne Strom, wie das US-Energieministerium mitteilte, allein im am schwersten betroffenen Bundesstaat New Jersey waren es 1,2 Millionen.

Ein weiteres schwerwiegendes Problem war der Benzinmangel. In der Millionenmetropole New York waren mehr als ein Drittel der Tankstellen geschlossen. Daher wurden fünf Verteilerstellen für Gratis-Benzin geöffnet, doch warteten hunderte Menschen stundenlang vergeblich auf das Eintreffen der Tanklaster.

Gouverneur Cuomo versicherte, dass die im New Yorker Hafen blockierten Öltanker nun wieder die Pipeline für die Stadt versorgen könnten. «Das Schlimmste haben wir hinter uns», sagte Cuomo. «Sie müssen nicht in Panik geraten.» Auch 80 Prozent der New Yorker U-Bahnen hätten ihren Betrieb wieder aufgenommen.

Bürgermeister Michael Bloomberg äusserte sich ebenfalls optimistisch. Die Benzin-Knappheit werde «in zwei oder drei Tagen behoben sein», sagte er.

Die meisten Tankstellen geschlossen

Im benachbarten Bundesstaat New Jersey waren nach Berichten lokaler Medien vier Fünftel der Tankstellen geschlossen. Gouverneur Chris Christie ordnete für einige Gegenden die Rationierung von Benzin an. Einige Autofahrer in New Jersey berichteten, sie hätten acht Stunden angestanden, um ihren Tank zu füllen.

Durch «Sandy» waren vor knapp einer Woche allein in New York 42 Menschen ums Leben gekommen, in allen 15 betroffenen US-Bundesstaaten waren es mindestens 109 Todesopfer. Schätzungen zufolge verursachte das Unwetter Schäden in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar.

(fest/sda)

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