Nilwasser-Abkommen ist unterzeichnet

publiziert: Freitag, 14. Mai 2010 / 16:01 Uhr

Entebbe - Äthiopien, Uganda, Ruanda und Tansania haben sich auf eine gerechtere Verteilung des Wassers aus dem Nil geeinigt. Die vier Länder unterzeichneten im ugandischen Entebbe ein entsprechendes Abkommen, Kenia kündigte seine baldige Unterschrift an.

Das Wasser aus dem Nil soll gerechter verteilt werden.
Das Wasser aus dem Nil soll gerechter verteilt werden.
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Die Haupt-Nutzniesser Ägypten und Sudan, die seit Jahren historische Rechte auf einen Grossteil der Wassermengen anmelden und ein neues Abkommen strikt abgelehnt hatten, boykottierten die Zeremonie.

Auch Burundi und die Demokratische Republik Kongo unterzeichneten den Vertrag zunächst nicht. Der äthiopische Wasserminister Asfaw Dingmo sagte jedoch, er glaube fest daran, dass der Vertrag eines Tages von allen Staaten aus dem Nil-Becken unterzeichnet werde.

Gerechtere Verteilung des Nil-Wassers

Die neun Anrainer-Staaten streiten seit gut zehn Jahren über eine gerechtere Aufteilung des Nil-Wassers, das bislang vor allem Ägypten und dem Sudan zusteht. 1929 wurde Ägypten in einem Vertrag mit der damaligen Kolonialmacht Grossbritannien, der 30 Jahre später verlängert wurde, 55,5 Milliarden Kubikmeter Wasser zugesprochen.

Sudan stehen 18,6 Milliarden Kubikmeter zu

Dem Sudan stehen demnach 18,5 Milliarden Kubikmeter zu. Zusammen sind das 87 Prozent der gesamten Wassermenge. Ägypten kann zudem ein Veto gegen Bauprojekte am oberen Flusslauf einlegen.

Der Nil, neben dem Amazonas der längste Fluss der Erde, ist fast 6700 Kilometer lang. Die beiden Quellflüsse, der Weisse Nil aus dem Victoria-See am Dreiländereck von Uganda, Kenia und Tansania, und der Blaue Nil aus dem Tana-See in Äthiopien, fliessen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum zusammen.

Anschliessend fliesst der Nil durch ganz Ägypten, wo er sich schliesslich in das grosse Nildelta auffächert und ins Mittelmeer mündet.

(ade/sda)

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